Hallimasch

Hallimasch (Armillaria mellea)

Klasse: Ständerpilze (Basidiomycetes)
Ordnung: Blätterpilze (Agaricales)
Familie: Armillariaceae (Hallimaschartige)

Autor: Frank Moser
Mail: fr-moser@t-online.de
Website: Frank-Moser.de

Dokument: FM 00004
Eßbar, roh giftig

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Kurzbeschreibung:
recht großer, im Herbst büschelig z.T. in großer Zahl auf Holz wachsender honigfarbener bis bräunlicher Blätterpilz .

Hut:
3-15cm breit, honiggelb bis olivgelb, aber auch satt oliv mit honigfarbener Randzone, fast kahl, nur mit wenigen kleinen rotbraunen bis schwärzlichen Haarschüppchen, erst gewölbt, später abgeflacht, in der Mitte eingedellt, am Rande wellig. Huthaut kaum abziehbar.

Hallimasch im Gegenlicht

Blätter:
zunächst weiß, dann gelblich, bei älteren Exemplaren rötlich-bräunlich und dunkler gefleckt, gedrängt stehend, recht schmal, kurz am Stiel herab laufend.

Stiel:
blaß fleischrötlich, schließlich rotbraun bis schwärzlich, fast kahl, gewöhnlich fast gerade und schlank, aber mitunter auch sehr dick und kräftig. 60-150mm lang, 5-15mm (-40mm) stark. Stielbasis spindelartig verjüngt, dicht mit anderen Exemplaren büschelig verwachsen.

Hallimasch am Baum

Ring (Manschette):
Dicht unter der Stielspitze, oft waagerecht abstehend, gelblichweiß bis zitronengelb, nicht gerieft, Unterseite mit weißen bis schwefelgelben Flöckchen.

Fleisch:
weiß, am Hutrand auch rosa, unveränderlich, fast gummiartig elastisch, , im Stiel zähfleischig. Geruch streng und schwach oder auch stärker deutlich nach Camenbert. Ge-schmack erst mild, dann unangenehm zusammenziehend (adstringierend).

Sporen:
reinweiß bis blaß creme.

Hallimasch am Boden

Wert:
eßbar, aber roh giftig. Das Gift bewirkt starke Verdauungsstörungen. Lange genug
erhitzt jedoch schmackhaft und ergiebig. Kann manchmal zentnerweise gesammelt werden.
Der unangenehme adstringierende Geschmack verliert sich beim Erhitzen vollständig. Die Stiele eignen sich nicht zum Verzehr. In manchen Pilzbüchern wird empfohlen, den Pilz vor dem Braten oder Schmoren erst kurz abzukochen und das Kochwasser wegzugießen, wenn von dem Pilzgericht kleine Kinder oder ältere sowie magenschwache Personen essen.

Vorkommen:
Juli bis November, besonders aber im Oktober an Baumstümpfen oder leben-dem Holz von Laub- und Nadelbäumen. Da er auch lebende Bäume befällt ist er ein gefürch-teter Holzzerstörer, der in manchen Forsten nicht unerheblichen Schaden anrichten kann. Er kriecht mit seinen dauerhaften und verzweigten Myzelsträngen (Rhizomorphen) von Baum zu Baum. Bei geschädigten Bäumen findet man zwischen Holz und Rinde auch weiße, fächer-förmige Myzelhäute, welche im Dunkeln leuchten (durch Biolumineszenz = eine chemische Reaktion unter Mitwirkung des Enzyms Luziferase).
Der Hallimasch gilt als das größte Lebewesen der Erde. Man hat Rhizomorphen von vielen km Länge gefunden, die ringförmig viele 100ha Fläche umspannen.

Verwechslungsmöglichkeit:
mit Sparrigen oder ähnlichen Schüpplingen, die jedoch minder-wertig oder ungenießbar sind.

In der Pilzliteratur werden heute z.T. mehre Unterarten genannt (Armillaria polymyces, Ar-millaria tabescens,...). Die Mykologen streiten z.T. darüber, wie sinnvoll eine solche Unter-scheidung in populärwissenschaftlichen Pilzbüchern ist, da häufig die einzelne Art nur durch mikroskopische Vergleiche von einer anderen unterschieden werden kann.



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