Sibirische Winterlibelle

Sibirische Winterlibelle (Sympecma paedisca)

Stamm: Gliedertiere (Arthropoda)
Klasse: Insekten (Insecta)
Ordnung: Libellen (Odonata)
Unterordnung: Kleinlibellen (Zygoptera)
Familie:
Teichjungfern (Lestidae)

Autor: Berno Blüchel
Mail: bbluechel@gmx.de
Website: www.geonews.net

Dokument: BE 00003

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Einleitung
Die sibirische Winterlibellle stellt eine Besonderheit unter den Libellen dar. Als einzige Art, neben der gemeinen Winterlibelle, überwintert die sibirische Winterlibelle als voll ausgereiftes Imago und nicht als Larve im Wasser. Die im Juli bis September geschlüpften voll ausgereiften Libellen müssen also bis zum nächsten Frühjahr ohne Nahrung überwintern.
Dazu suchen sie sich laubreiche Unterhölzer auf.

Vorkommen
In Deutschland kommt die auf der roten Liste stehenden sibirischen Winterlibellen nur noch im Alpenvorland begrenzt auf in der letzten Vereisungsperiode überformte wasserreiche Landschaften, in die sie während dieser Zeit aus dem kontinentalem Europa aus Osten eingewandert ist. Ihr Lebensraum ist begrenzt auf langsam fließende Gewässer Seen mit breiten ausgreifenden Seggen - und Schilfstreifen.

Körperbau
Die zu den Teichjungfern gehörenden Winterlibellen, von denen die gemeine und die sibirische Winterlibelle in Deutschland heimisch sind, besitzen eine rostbraune- graue Färbung und sind somit im "farblosen" Graubraun der Seggen- und Schilfhalme getarnt und so vor den Fressfeinden geschützt ( Phytomimese ). Einzig die leichte Blaufärbung der Augenoberseite biete etwas Abwechslung in der Farbgebung.

Als einzige Teichjungfernart werden beim Ansitz die Flügel am Körper eingeklappt. Eine Besonderheit ist dabei, dass alle vier Flügel auf einer Seite des Abdomen abgelegt werden und zwar immer auf der sonnenabgewandten Körperseite. Hier nutzt die Winterlibelle die durch die Flügel reflektierte Wärmestrahlung, um den Körper zusätzlich aufzuheizen. Die Schwesternart gemeine Winterlibelle lässt sich sehr gut von der sibirischen Winterlibelle durch die dunkle Auswölbung der oberen Thoraxstreifung unterscheiden.


Weibchen

Fortpflanzung - Entwicklung
Die Männchen der sibirischen Winterlibelle warten meist auf die Weibchen, die, wenn sie paarungsbereit sind, am Gewässer erscheinen.
Es ist aber auch möglich, dass die Männchen sich auf die Suche nach paarungsbereiten Weibchen machen.
Die Eiablage durch das Weibchen kann sowohl in Begleitung des Männchens (Tandemflug) als auch allein erfolgen.
Die Larven brauchen ca. 8 -12 Wochen je nach Gewässertemperatur zur Entwicklung und Schlüpfen dann meist in den Monaten August bis September, um als Imago zu überwintern. Das Imaginalleben der sibirischen Winterlibelle ist mit 8 -10 Monaten ist somit um ein vielfaches länger als das Larvenstadium. Hier liegt also eine weitere Besonderheit zu den anderen Libellenarten, bei denen meist das Larvenstadium erheblich länger dauert.



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