Quarz

Quarz (SiO2)

syn. Bergkristall

Silikate

Autor: Berno Blüchel
Mail: bbluechel@gmx.de
Website: www.geonews.net

Dokument: BE 00001

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Foto: Olaf Wolfram

Der Quarz, auch als Bergkristall oder Milchquarz bezeichnet, ist neben den Feldspatfamilie das am häufigsten vorkommenden Mineral der oberen Erdkruste. Allein Silizium nimmt mit ca. 26% die zweite Stelle in der Häufigkeit der Elemente in der Erdkruste ein.

In Farben, Formen und Varietäten gleicht er einem Clown in der Zirkuswelt, vor allem wegen der unerschöpflichen Farbenvielfalt und Formgebung je nach Entstehungsbedingungen und Beimengungen.

Ausbildung und Habitus
Quarz gehört zu den Silikaten, also den Salze der Kieselsäure, und kristallisiert in der trigonalen trapezoedrischen Klasse des hexagonalen Kristallsystems mit fehlendem oder schwach ausgebildetem Prisma. Er besitzt deshalb statt einer sechs- nur eine dreizählige Symmetrieachse. Quarz kristallisiert bei einer Temperatur unter 573°C und hat somit einen relativ niedrigen Kristallisationpunkt.

Der Bruch ist muschelig, eine Spaltung ist nicht möglich. Von milchig-weiß, über grün, gelb, rot bis fast schwarz sind alle Farbschattierungen möglich. Auch die Transparenz kann zwischen klar durchsichtig bis völlig undurchsichtig schwanken.

Im Habitus sind säuligen bis nadelige Formen die Regel.

In der Mohs`schen Härteskala, die die Härte von Mineralien bestimmt, liegt der Quarz mit einem Skalenwert von 7 im Bereich der härteren Mineralien. Nur Topaz, Korund und der Diamant sind härter. Mit Quarz kann man Fensterglas ritzen, einen Vergleich mit Stahl in Sachen Härte muss er nicht scheuen. Quarz besitzt eine Dichte von etwa 2,6 g/cm³ und ist somit eher ein Leichtgewicht in der Mineralienwelt.


Vorkommen
Das Sprichwort: „Feldspat, Quarz und Glimmer, das vergess ich nicht nimmer“ ergibt in der Mischung auch gleich die Hauptgesteinart in der Quarz vorkommt. Er entsteht primär magmatisch in sauren bis intermediärern Magmatiten und bleibt als chemisch sehr widerstandsfähiges Mineral bei deren Verwitterung nahezu unangegriffen erhalten. Von den Granite und Gneise über die grobkörnigen pegmatitischen Gesteinen bis hin zu den Dioriten sind dies alles Typgesteine für jede naturwissenschaftlich Interessierten . In der nahezu reine Form bezeichnet man das Gestein als Quarzit. Der sogenannte Pfahl im Bayerischen Wald, auch als gläsernere Wand bezeichnet, ist hierfür ein typische Beispiel.

Viele Organismen verwenden Quarz, meist in der Variation Opal, als Baustein für ihre Skelettteile. Hier wären vor allem Radiolarien und Kieselalgen bzw. Kieselschwämme zu nennen.

Begleitmineralien
Neben z. B. Glimmer, Feldspat, Albit, Titanit, Rutil liebt Quarz auch die nähe zu Gold. Er ist hierfür ein wichtiges Indikatormineral. Es lohnt sich also Quarz zu erkennen.

Ergänzungen von Walter J. Pilsak

Klasse/Gruppierung: Oxide
Farbe: in allen Farben vertreten / durchsichtig, durchscheinend
Kristalle: trigonal, meist sechsseitige Prismen
Härte: 7
Spaltbarkeit: keine
Dichte: 2,7
Strichfarbe: weiß
Formel: SiO2 Siliciumdioxid
Glanz: Glasglanz
Bruch: muschelig, spröde

Bergkristall

QUARZE IN DER TECHNIK
Quarze sind mittlerweile in verschiedenen Bereichen der Technik unentbehrlich geworden. Schuld daran ist eine Eigenschaft, die man "Piezoelektrizität" nennt. Das heißt, dass sich der Quarz bei mechanischen Deformationen an seinen Grenzflächen elektrisch auflädt. Bei der Umkehrung dieses Effekts wird bei Anlegung einer Wechselspannung der Quarz zu elastischen Schwingungen angeregt (Schwingquarz). Obwohl heute meist gezüchtete Quarze verwendet werden, benötigt man auf manchen Gebieten immer noch Naturquarze mit höchster Reinheit. Schon 1928 entstand die erste Quarzuhr. Heute braucht man in der Mess- und Nachrichtentechnik, beim Richt- und Satellitenfunk wie auch in Rundfunk- und Fernsehgeräten sowie in Computern Quarze. Unentbehrlich sind sie auch in der Leitfaser-Technik. Nachdem natürliche Quarze lange Zeit den künstlichen überlegen waren, ist es heute meist umgekehrt. Gezüchtete Quarze wachsen in sogenannten Stahlautoklaven bei rund 400 Grad Celsius und bei einem Druck von 1.000 bis 2.000 bar heran. Pro Tag werden sie um etwa einem Millimeter größer.



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