Wasserralle Wasserralle (Rallus aquaticus)

Familie: Rallen (Rallidae)
Ordnung: Rallen- und Kranichvögel (Gruiformes)

Autor: Andreas Klein
Mail: Tierfotografie@t-online.de
Website:
www.naturbild-digital.de

Dokument: Ak 00001

► mehr Vögel


Beschreibung
Mit einem Gewicht von 100-125 g und einer Länge von etwa 28cm ist sie deutlich kleiner als ein Teichhuhn. Auffällig sind der lange, leicht nach unten gebogene rote Schnabel, die gestreiften Flanken und das rote Auge. Kehle, Brust, Hals und Kopfseiten sind schiefergrau. Die Oberseite ist dunkelbraun mit schwarzen Längsflecken und die Unterschwanzdecken sind weißlich. Der Schnabel ist beim Männchen im Brutkleid hellrot-, im Ruhekleid und bei den Weibchen deutlich blasser. Bei den Jungvögeln ist die Unterseite graubräunlich- schmutzigweiß, die Kehle ist fast weiß und die Flankenbänderung ist nur leicht angedeutet. Das Rückengefieder ähnelt dem der Altvögel.


Verhalten
Ihr markanter Ruf erinnert an das quieken eines Ferkels. Wasserrallen bewegen sich meist zu Fuß, nur bei Gefahr fliegen sie wenige Meter weit in die nächste Deckung. Bei Erregung wippen sie mit dem Schwanz. Dichtes Pflanzengewirr wird geschickt durchklettert. Schwimmt mit Kopfnicken und Schwanzzucken.

Fortpflanzung
Meist eine, manchmal auch zwei Bruten. Reviergründung und Nistplatzwahl durch das Männchen. Im März bis April kehren die Wasserrallen zu ihren Brutrevieren zurück. Die heimlich lebenden Tiere brüten in dichten Röhricht- und Seggenbeständen. Das aufgeschichtete, nach oben mit zusammengezogenen Halmen getarnte Nest besteht aus Pflanzenmaterial und wird von beiden Partnern in Seggenbüscheln oder im Röhricht errichtet. Das Weibchen legt im April-Juni 6-11 (manchmal -16) weißlich- rahmfarbene Eier, die am stumpfen Ende rotbraun oder grau punktiert sind. Das Vollgelege wird 19-21 Tage lang abwechselnd von beiden Partnern bebrütet. Dabei übernimmt das Männchen häufig den größeren Anteil des Brutgeschäftes. Die geschlüpften Jungen haben ein schwarzes, leicht grünlich schimmerndes Dunenkleid und einen weißlichen Schnabel. Nach dem Schlüpfen halten sich die Nestflüchter im dichten Schilf auf und werden von beiden Altvögeln gefüttert. Mit 7-8 Wochen sind sie dann flugfähig. Häufig werden die Jungen schon nach 20-30 Tagen von den Altvögeln verlassen.

Nahrung
Die Wasserralle ernährt sich von Insekten und deren Larven, kleinen Krebstieren, Kaulquappen, Würmern, Amphibien, kleinen Fischen und gelegentlich sogar von Jungvögeln. Im Winterhalbjahr steht auch pflanzliche Nahrung auf dem Speiseplan.

Verbreitung und Wanderungen
Mit Ausnahme der nördlichsten Gebiete bewohnt die Wasserralle ganz Europa. Bei uns steht sie auf der Roten Liste der gefährdeten Arten. Die Wasserralle ist weit verbreitet, jedoch nirgendwo häufig.
Die Populationen West- und Südeuropas sind überwiegend Standvögel. Die Populationen aus den übrigen Verbreitungsgebieten überwintern im Mittelmeerraum. Ein geringer Teil überwintert im Brutgebiet und weicht erst, wenn alle Wasserstellen zugefroren sind. Die Tiere suchen dann Fließgewässer auf.



Alle gezeigten Texte und Bilder unterliegen dem deutschen Urheberrecht. Eine Kopie oder Nutzung ausserhalb des Natur-lexikon.com ist nur nach ausdrücklicher Genehmigung des Autors / Fotografen gestattet. Eine Einbindung der Bilder in fremde Webseiten ist grundsätzlich nicht gestattet. Mit der Nutzung der Website Natur-Lexikon.com stimmen Sie der Nutzung von Cookies und der Bearbeitung der über Sie erhobenen Daten durch Google zu. Weitere Details entnehmen Sie den Informationen zum Datenschutz. Die gezeigten Inhalte dienen der Weiterbildung.

Wasserralle

Natur-Lexikon.com