Islandpferd - Isländer - Islandpony

Familie: Pferde (Equidae)
Ordnung: Unpaarhufer (Perissodactyla)
Klasse Säugetiere (Mammalia)

Autor: Verena Scholze
Mail: verenascholze@gmx.de
Website: http://www.verena-scholze.de/

Dokument: VS 00064

ausschließliche Nutzungsrechte an Text und Bildern:
Matthias Zimmermann

Alle Fotos: Verena Scholze

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Geschichte und Herkunft:
Im neunten Jahrhundert n. Chr. siedelten sich norwegische Bauern auf Island an, die der Christianisierung in Ihrem Land entfliehen wollten. Weitere Siedler aus Schottland, den Shetlands und den Faröern folgten. Sie siedelten sich an und brachten Ponys mit, die teilweise Ähnlichkeit mit dem Shetland Pony und dem Gotland Pony aufwiesen. Ab ungefähr 1200 wurde ein Einfuhrverbot für Pferde nach Island erlassen, 1909 wurde dieses Importverbot für Pferde gesetzlich verankert. Bei den klimatischen Bedingungen dieses rauen Landes entwickelten sich die Ponys zu kleinen, widerstandsfähigen Tieren. Diese wurden als Zugpferde, Reitpferde und zum Schlachten verwendet.

Typ:
Pony, Gangpferd

Als Gangpferd bezeichnet man die Pferderassen, die neben den drei Gangarten Schritt, Trab und Galopp noch zusätzlich Tölt und Rennpass laufen können.

Der Reiter muss gut ausgebildet sein, um ein Islandpferd entsprechend seiner Gangart optimal reiten zu können. Denn das Gangreiten ist sehr anstrengend und anspruchsvoll. Es erfordert vom Reiter gute Kenntnisse, die nur durch spezielle Ausbildung erreicht werden kann.

Wesen und Temperament:
In Island leben die Islandpferde auch heute noch in großen, halbwilden Herdenverbänden. Die Geburten finden dort nicht unter Aufsicht im Stall statt, die jungen Fohlen müssen direkt nach der Geburt auch mit dem schwierigen Gelände fertigwerden und sich mit der Herde bewegen. Dadurch entwickelten sich Pferde mit die Selbstbewusstsein aufweisen, ebenso wie ein intaktes Sozialverhalten. In den Jahrhunderten der Zucht wurde von den Pferden erwartet, dass sie der harten Arbeit im Hochland, wie den Schafabtrieben oder dem Transport von Waren gewachsen sind. Die Pferde mussten große Zuverlässigkeit, Stärke und eine schnelle Auffassungsgabe aufweisen, da sich die Bauern im Notfall auf ihr Pferd verlassen mussten. Islandpferde sind temperamentvoll, zäh, ausdauernd  und leistungsstark.

Exterieur:
Der Körperbau des Islandpferdes ist kräftig, trotzdem elegant. Sie sind robust und können daher auch von Erwachsenen geritten werden.

Der Kopf ist groß und ausdrucksstark. Er sitzt auf einem kurzen, starken Hals. Der Ausdruck wirkt vertrauensvoll. Die Schulter ist gut gelagert und schräg, der Rücken ist kurz und tragfähig. Sie besitzen wenig Rist. Die Kruppe ist stark abgeschlagen, dabei jedoch gut bemuskelt. Das Schweif- und Mähnenhaar ist voll. Die Hufe sind hart und klein.

Interieur:
Islandpferde werden im Bereich Freizeit und Sport als Reitpferde eingesetzt. Sie können von Kindern und Erwachsenen geritten werden.

Isländer sind erst ab dem siebten Jahr ausgewachsen. In Hinblick auf diese späte körperliche Reife reitet man sie erst ab dem 4. bis 5. Lebensjahr an. Sie besitzen eine lange Lebenserwartung.

Fell:
Das Fell ist besonders dicht und winterhart. So ermöglicht es den Tieren, sich den klimatischen Bedingungen zu stellen und in ihrer Heimat draußen zu überwintern. Die üppigen Behänge sind ebenso ein Merkmal dieser Pferde, ebenfalls ein Erbe der harten Witterungsbedingungen ihrer Heimat.

Farbe / Farbvariationen:
Alle Farben, auch Schecken, Falben und Palominos.

Stockmaß:
130 bis 145 cm.  

Haltung:
Isländer gelten aufgrund der klimatischen Bedingungen ihrer Heimat als sehr robust. Sie leben in Island die meiste Zeit im freien und werden auch hier zu Lande selten nur in Boxen gehalten. Eine gute Haltungsform für Islandpferde in Deutschland ist die Weidenhaltung mit einem Offenstall, ein Unterstand sollte unbedingt vorhanden sein. Denn während in Island die Pferde in ihren Herden noch Schutz vor Wetter und Kälte haben, leben sie hier nicht in den großen Herdenverbänden. Außerdem bietet ein Unterstand immer Schutz und Unterschlupf beispielsweise bei Dauerregen oder auch bei heißen Temperaturen.

Besonderheiten:
Island Pferde sind eine Pferderasse, die sogar auf Eis tölten kann.

Zucht:
Als Islandpferde werden nur die reingezogenen Tiere anerkannt, deren Vorfahren in Island geboren wurden und der Stammbaum lückenlos zurück verfolgbar ist. Isländer werden in Island und auch in Deutschland gezüchtet. Die Einfuhr von Pferden nach Island ist seit 1909 untersagt. So sollen der Verbreitung von Krankheiten vorgebeugt werden.

Zuchtverband:

Als offizieller Zuchtverband zählt der IPZV e.V. in Deutschland.



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