Heilige Birma

Heilige Birma

Familie: Katzen (Felidae)
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Klasse: Säugetiere (Mammalia)

Autor: Verena Scholze
Mail: verenascholze@gmx.de
Website: http://www.verena-scholze.de/

Dokument: VS 00061

ausschließliche Nutzungsrechte an Text und Bildern:
Matthias Zimmermann

Alle Fotos: Verena Scholze

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Geschichte und Herkunft:
Um die Herkunft der Heiligen Birma ranken sich viele Legenden. Eine davon besagt, dass die Heilige Birma von den Tempelkatzen in Birma abstammt. Eine dieser weißen Tempelkatzen hieß Sinh und lebte in einem Tempel, der einer goldenen Göttin namens Tsun-Kyan-Kse geweiht war. Diese Göttin besaß saphirblaue Augen. Als eines tages der Tempel angegriffen wurde, färbten sich die Augen der Katze Sinh so blau wie der Göttin und sie ermutigte die Mönche und forderte sie zur Verteidigung auf.

Weniger romantische Niederschriften deuten darauf hin, dass die Rasse der Heiligen Birma in Frankreich entstand. Hier soll um das Jahr 1920 durch die Verpaarung einer Siam und einer Perser Katze diese Rasse entstanden sein. Die Zucht wurde fortgesetzt und die Anerkennung der Rasse in Frankreich erfolgte bereits 1925. Die erste Heilige Birma, über die in Deutschland 1933 berichtet wurde, war ein Kater namens „Timour de Madalapour“. Zu dieser Zeit blühte auch die Zucht in Deutschland auf. Bei vielen Nachforschungen über die Entstehungsgeschichte der Rasse stieß immer wieder auf den französischen Namen Madalapour, die vermutlich führend bei der Zucht der Heiligen Birma waren.

Im zweiten Weltkrieg drohte dann jedoch fast das Aussterben dieser besonderen Rasse. Alle Zuchtbestände im Westen waren fast erloschen, nur in Frankreich gab es noch zwei Exemplare. Diese kreuzte man zum Erhalt der Rasse mit anderen Rassen, vermutlich mit Siamesen und Balinesen oder auch Persern, um so den Genpool zu verbreitern. Die Zucht wurde durch diese Kreuzungen fortgeführt und bis zum Jahr 1955 war der Bestand der Heiligen Birma in Frankreich bereits gesichert. Man exportierte ein paar dieser Rasse nach Großbritannien, wo die Rasse dann knapp elf Jahre später anerkannt wurde. Ende der 50er Jahre erfolgte der Import in die USA. In Deutschland trug die Züchterin Anneliese Hackmann mit ihrem Zwinger „von Assindia“ maßgeblich zur großen Beliebtheit der Heiligen Birma bei. Anfang der 1960er Jahre holte sie eine Katze namens „Nadine de Khlaramour“ von Frankreich nach Deutschland. Die Nachkommen dieser Katze wurden weltweit verkauft.

Heilige Birma 01

Typ:
Halblanghaarkatze

Wesen und Temperament:
Die Heilige Birma ist eine zauberhafte Katze mit einem sanften Naturell. Ruhig und anschmiegsam, heiter und freundlich so beschreiben sie ihre Züchter. Sie ist sehr anhänglich und Menschenbezogen und folgen einem am liebsten überall hin. Sie besitzen eine große Kinderliebe und sind auch für kleinere Kinder (bitte trotzdem immer unter Aufsicht eines Erwachsenen) und ältere Menschen  geeignet. Auch mit einem katzenfreundlichen Hund klappt das Zusammenleben.

Körperbau:
Die Heilige Birma ist eine mittelgroße Katze mit einem langgestreckten, kräftigen Körper. Kater müssen vom Körperbau massiver als Katzen sein.

Kopf und Schädel:
Der breite Kopf weist eine gerundete Stirn auf. Die Wangen sind voll, das Kinn ist kräftig.

Augen:
Die Augen sind groß und nicht ganz rund sondern von ganz leicht ovaler Form. Sie sind tiefblau von der Farbe. 

Heilige Birma 02

Ohren:
Die mittelgroßen Ohren stehen ziemlich weit auseinander. Die Höhe der Ohren ist ungefähr so hoch wie die Ansatzbreite. Die Spitzen sind leicht abgerundet.

Nase:
Die Nase ist mittellang mit einer kleinen Einbuchtung, weist keinen deutlichen Stop auf.

Hals:
Der Hals ist relativ kurz und muskulös. Er ist mit einer auffälligen Halskrause bedeckt.

Schwanz:
Der Schwanz ist mittellang und gut befedert. Er ist voll und gleichmäßig gefärbt.

Heilige Birma 03

Beine:
Die Beine sind mittellang und stämmig. Die Pfoten sind gerundet. Die charakteristischen „Handschuhe“, für die Heilige Birma bekannt ist, dürfen nur die Pfoten bedecken. Diese Handschuhe müssen absolut reinweiß sein. Sie müssen am Gelenk und dem Übergang der Zehen zur Mittelhand enden. Nur an den Hinterpfoten dürfen sie etwas darüber hinaus führen. Auf den Sohlen der beiden Hinterpfoten enden die Handschuh ein einem umgekehrten „V“, den sogenannten Sporen. Hierbei ist die Symmetrie und die gleichen Längen an den beiden Vorder- und Hinterpfoten wichtig, idealerweise an allen vieren identisch.

Fell:
Das Haarkleid ist von seidiger Textur und weist wenig Unterwolle auf. Es ist im Gesicht kurz und geht am Hals in einen vollen Kragen über. Auf dem Rücken sowie an den Flanken ist das Haar lang.

Pflege:
Auch wenn sie nicht so aussieht, die Heilige Birma ist trotz des längeren Haarkleides sehr pflegeleicht, da ihr Fell kaum Unterwolle aufweist. Mäßiges kämmen oder bürsten sollte trotzdem vorgenommen werden, in Zeiten des Fellwechsels etwas mehr.

Farbe / Farbvariationen:
Da die Heilige Birma eine Pointkatze ist, dürfen nur die gut abgegrenzte Maske, die Ohren, die beine und der Schwanz gefärbt sein. Die Fellfarbe am Körper weist ein sehr helles eierschalenfarben auf, weiß ist nicht erlaubt.

Die erlaubten Fellfarben sind seal-point, blue-point, chocolate-point, lilac-point, red-point, creampoint inklusive tortie und mit und ohne Tabby Abzeichen in den Points.

Gewicht:
Kater: im Durchschnitt 5 bis 6 kg.

Katze: im Durchschnitt 3,5 bis 4 kg.

Heilige Birma 04

Haltung:
Die Heilige Birma ist aufgrund ihres ruhigen und verträglichen Charakters eine ideale Wohnungskatze. Da sie sehr gerne Gesellschaft mögen, sollten sie diese Rasse nicht lange alleine lassen oder am besten einen oder mehrere Artgenossen haben. Heilige Birma sollten, wenn sie einen Drang nach Draußen zeigen, in einem gesicherten Freilauf gelassen werden. Bei Freigängern besteht die Gefahr, dass sie aufgrund ihrer Menschenfreundlichkeit sich anderen Menschen anschließen und möglicherweise mitnehmen lassen.

Besonderheiten:
Die Heilige Birma ist eine Point-Katze und wird wie alle dieser Art fast ganz weiß geboren. Erst im Laufe von Tagen bis hin zu Wochen bilden ich die Abzeichen heraus. Viele Katzen dunkeln erst während der ersten Lebensjahre nach, hier meist speziell an Rücken und Flanken.

Fehler:
Als Fehler gelten reinweiße oder farbige Flecken in den Points oder auf Brust und Bauch. Ebenso fehlende Sporen an den Hinterpfoten. Sogenannte „Runners“, das ist wenn das Weiß an den Seiten oder der Rückseite der Vorder- und Hinterbeine hinaufläuft. Unvollständige Pigmentierung des Nasenspiegels.



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