Siam Katze

Familie: Katzen (Felidae)
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Klasse: Säugetiere (Mammalia)

Autor: Verena Scholze
Mail: verenascholze@gmx.de
Website: http://www.verena-scholze.de/

Dokument: VS 00050

ausschließliche Nutzungsrechte an Text und Bildern:
Matthias Zimmermann

Alle Fotos: Verena Scholze

► mehr Haustiere Katzen


Geschichte und Herkunft:
Die Siam sind wohl nicht nur eine der bekanntesten, sondern durch ihr Aussehen auch eine der umstrittensten Rassekatzen der Welt. Für die einen ist sie die anmutigste, edelste und schönste Katze während die anderen ihr Äußeres wenig bis gar nicht ansprechend finden.

Die Siam Katzen stammen aus Asien, wie der Name bereits sagt aus Siam, dem heutigenThailand und sind eine der ältesten Katzenrasen der Welt. Manche Niederschriften besagen, dass die Rasse, die bereits über 500 Jahre alt ist, durch eine Mutation entstand. Die ersten Siamkatzen waren ihrem heutigen Aussehen sehr entfernt. Sie hatten schielende Augen und Knickschwänze. Um dieses Aussehen ranken sich viele abenteuerliche Geschichten und Legenden, in denen die Schwänze der Katzen unter anderem orientalischen Prinzessinnen als „Schmuckhalter“ dienten. Im Laufe der Zeit habt sich dieses Aussehen durch Züchtungen geändert und diese Kriterien zählen heute als Fehler.

Die Siamkatzen wurden bereits im 14. Jahrhundert im Buch der Hofmaler erwähnt. Und auch der Naturforscher Peter Simon Pallas schrieb im 18. Jahrhundert über eine Katze aus Zentralasien. Diese weiße Katze hatte dunkel gefärbte Ohren, Pfoten und Schwanz und es scheint sich hierbei eindeutig um die Rasse der Siam gehandelt zu haben. Die Siam Katzen wurden in den vorigen Jahrhunderten von den buddhistischen Mönchen als Tempelkatzen verehrt. Und an den Königshäusern ihrer Heimat hielt man Sie als Statussymbol. Diese alteingesessene Rasse kam erst spät nach Europa. Es ist nachzulesen das vermutlich das erste Siampärchen 1884 den Weg von Siam nach Großbritannien angetreten hat. Der damalige König von Siam soll die Rassekatzen dem in die Heimat zurückreisenden Generalkonsul Owen Fould als Abschiedsgeschenk überreicht haben. Andere Niederschriften besagen jedoch, dass die Katzen bereits 1871 auf einer Ausstellung im Londoner Crystal Palace zu sehen waren. So ungenau die Niederschriften sind und von den Jahreszahlen voneinander abweichen, fest steht, das die Siamkatzen gegen Ende des 19. Jahrhunderts ihren Siegeszug nach Europa antraten. 1901 wurde der erste Siamclub Großbritanniens gegründet. Die Rasse erlebte den Höhepunkt ihrer Beliebtheit in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts, zählt aber bis heute zu den beliebtesten CFA-Kurzhaarkatzen.

Typ:
Kurzhaarkatze

Wesen und Temperament:
Die Rasse der Siamkatze besitzt einen ganz eigenen Charme. Siam gelten als besonders intelligent und anhänglich. Daher nehmen sie ihren Menschen auch gerne in Beschlag und möchte seine stetige ungeteilte Aufmerksamkeit. Sie sind neugierige, aktive und gelehrige Katzen, daher werden sie öfters auch als „Hundskatze“ bezeichnet, da man ihnen mit Geduld das apportieren beibringen kann. Willensstark und hochsensibel ist es keine Katze für unerfahrene Katzenhalter. Auch für ihre laute Stimme und Redseligkeit sind die Siam bekannt.

Körperbau:
Der Körper der Siamkatze ist sehr schlank und geschmeidig. Sie ist eine Katze von mittlerer Größe, der Körper ist langgestreckt und besitzt eine muskulöse Eleganz. Der Brustkorb und die Hüften sind in etwas gleich breit.

Kopf und Schädel:
Der Kopf der Siamkatze ist sehr auffällig und das Markenzeichen dieser Rasse. Er ist mittelgroß, schmal, langgestreckt und keilförmig. Der lange Kopf soll zwischen den Ohren breit sein und sich zur Schnauze, die sehr fein ist, verjüngen.

Augen:
Die Augen der Siamkatzen sind mittelgroß, mandelförmig und leicht schräggestellt. Sie sind von einer intensiven leuchtenden blauen Farbe.

Ohren:
Die Ohren sind groß und gerade aufgerichtet. Sie stehen weit auseinander. In ihrer Form verlängern sie die Kopfform nach außen, was das keilförmige Aussehen noch hervorhebt.

Nase:
Die Nase ist lang und auch im Profil gesehen gerade, nur in Augenhöhe ist eine minimale Richtungsänderung sichtbar.

Hals:
Der Hals ist entsprechend dem ganzen Körperbau der Siamkatze schlank und elegant.

Schwanz:
Der Schwanz der Siamkatze ist sehr lang und schlank. Er ist am Ansatz dünn und endet spitz, fast peitschenförmig.

Beine:
Die Beine der Siamkatze stehen in schöner Proportion zum Körper. Sie sind lang und schlank und enden in zierlichen, kleinen ovalen Pfoten.

Fell:
Das Fell ist sehr kurz und liegt eng am Körper an. Es hat eine seidige Textur, ist sehr glänzend und besitzt keine Unterwolle.

Pflege:
Das Fell der Siamkatze ist nicht besonders pflegeintensiv. Zum bürsten des Fells eignet sich eine Babybürste.

Farbe / Farbvariationen:
Die Siamkatze ist eine Pointkatze. Sie ist in allen Farben ohne weiß anerkannt. Ihre Maske sollte klar abgegrenzt sein und das ganze Gesicht bedecken. Sie hat Abzeichen an den Ohren, Beinen und am Schwanz, die einheitlich erscheinen sollen. Zwischen der Gesichtsmaske, den Abzeichen und den Farben des Fells sollen klare Kontraste erkennbar sein. Die Pointfarbe entwickelt sich sehr langsam und kann erst bei ausgewachsenen Katzen komplett ausgeprägt sein.

Der klassische Farbschlag der Siamkatze ist der Seal-Point, durch den diese Rasse ihre Bekanntheit erreichte. In dieser Variante ist sie auch gerne in der Werbung anzutreffen. Als weitere Farbschläge sind Chocolate-Point, Blue-Point und Lilac-Point bekannt, dazu kommen Red-Point und Creme-Point sowie Tabby-Point und Torty-Point.

Gewicht:
Kater: im Durchschnitt 4 bis 5 kg.
Katze: im Durchschnitt 3 bis 4 kg.

Haltung:
Die Siamkatze ist keine Katze für unerfahrene Katzenhalter. Man sollte bereits sehr viel Erfahrung gesammelt haben, bevor man es sich überlegt, eine Siamkatze anzuschaffen. Sie gilt als sehr anspruchsvoll und duldet selten andere Katzen oder Tiere im Haushalt. Siam sind sensible Katzen, die jedoch zu Dominanz und Eigenwilligkeit neigen. In der Wohnungshaltung sollte man mit Rücksicht auf die Nachbarn beachten, dass diese Katzen als besonders redselig bekannt sind und sehr laute Stimmen besitzen. Eine rollige Siamkätzin kann die Nerven ziemlich strapazieren.

Sie liebt den Ausgang und nutzt den Auslauf in ihrem, wenn vorhandenen, Freilaufgehege gerne aus. Auch hier gilt aufgrund der Lautstärke: Katzenfreundliche Nachbarn sind von Vorteil. Jedoch ist die Siam Kälte und Nässe empfindlich und sollte ein warmes Plätzchen zur Verfügung haben.

Besonderheiten:
Ursprünglich gab es in der Rasse auch einfarbige Siamkatzen die heute als Orientalisch Kurzhaar unter einer eigenen Rassebeschreibung geführt werden.

Siamkatzen sind Teil-Albinos, was sich durch die strahlenden blauen Augen und das weiße, nur an bestimmen Stellen gefärbte Fell darstellt.

Siamkatzen sind besonders frühreife Katzen und können sich bereits schon ab dem 5. Monat paaren.

Die Rasse der Siamkatzen ist erblich mit einigen Krankheitsbildern belastet. So sind unter anderen HCM hypertrophe Kardiomyopathie (Herzkrankheit), GM1 lysosomalen Speicherkrankheit (Gangliosidosis) oder auch Missbildungen des Brustkorbes, das sogenannte Froschsyndrom bekannt.

Fehler:
Schielen und Knickschwänze gelten als Fehler, ebenso Flecken am Körper oder Bauch.



Alle gezeigten Texte und Bilder unterliegen dem deutschen Urheberrecht. Eine Kopie oder Nutzung ausserhalb des Natur-lexikon.com ist nur nach ausdrücklicher Genehmigung des Rechteinhabers gestattet. Eine Einbindung der Bilder in fremde Webseiten ist grundsätzlich nicht gestattet. Die gezeigten Inhalte dienen der Weiterbildung.

Siam Katze

Natur-Lexikon.com