Ragdoll

Ragdoll Katze

Familie: Katzen (Felidae)
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Klasse: Säugetiere (Mammalia)

Autor: Verena Scholze
Mail: verenascholze@gmx.de
Website: http://www.verena-scholze.de/

Dokument: VS 00049

ausschließliche Nutzungsrechte an Text und Bildern:
Matthias Zimmermann

Alle Fotos: Verena Scholze

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Geschichte und Herkunft:
Die Ragdolls ist wohl als die Katzenrasse schlechthin bekannt, mit der einige Besonderheiten und Kuriositäten verbunden werden. Und ein Großteil dieser Kuriosität ist der Züchterin und „Schöpferin“ der Rasse Ann Baker aus Riverside in Kalifornien zuzuschreiben. Begonnen hatte alles Anfang der 60er Jahre. Anne Baker paarte eine vermutlich rasselose (hier gehen die Meinungen bis heute etwas auseinander), weiße Angora ähnliche Katze mit Namen Josefine mit einem Birma- oder birmaähnlichen Kater. Die aus dieser Paarung hervorgegangenen Kitten waren die Basis der Ragdoll Zucht. Der Name “Ragdoll“ entstammt einer Idee von Ann Baker, die diesen Namen aus „rag“, das englische Wort für Stoff und „doll“ für Puppe zusammensetzte. Denn angeblich würden diese Rassekatzen in den Armen erschlaffen und in sich zusammenfallen wie eben besagte Stoffpuppen oder auch Lumpenpuppen genannt. Grund dieser Aussage kam auch die Kuriosität zustande, dass man lange Zeit annahm, diese Rasse habe ein verändertes oder überhaupt kein Schmerzempfinden. Diese Gerüchte der Schmerzunempfindlichkeit wurden eindeutig widerlegt, diese Rasse ist ebenso schmerzempfindlich wie jede andere auch.

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Ann Baker arbeitete mit anderen Züchtern zusammen denen sie als „Schöpferin“ jedoch große Auflagen machte. Einer dieser Züchter war das Ehepaar Laura und Denny Dayton, die Ende der 60er Jahre ein Zuchtpärchen der Rasse von Ann Baker kauften. Sie gründete einen Rassezuchtverein, der jedoch von anderen Verbänden nicht anerkannt wurde. Sie gründete 1971 die IRAC – International Ragdoll Cat Association und ließ sich die 1985 Bezeichnung Radoll patentieren. Sie verlangte Lizenzabgaben für jedes aus ihrer Linie abstammende Tier. Denny Dayton konnte sich mit den Zuchtvorgaben von Ann Baker nicht identifizieren, trennte sich und führte seine eigene Cattery weiter. In seiner und anderen Catterys wurden Tiere aller Farbschläge gezüchtet. Aus diesen beiden Catterys der damaligen Zeit entwickelte sich die Rasse der heutigen Ragdolls. Lange Zeit gab es gerade in den USA bei den Verbänden Anerkennungsprobleme der Rasse, denn die Birma Züchter sahen in den Ragdolls eine „Birma-Imitation“. So wurde lange Zeit der Antrag auf Anerkennung der Rasse abgelehnt, weil die genetische Reinheit der Ragdolls in Frage gestellt wurde. Heute wird die Ragdoll in den USA jedoch von fast allen Verbänden, darunter der CFA Cat Fanciers‘ Association anerkannt.

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Typ:
Halblanghaarkatze

Wesen und Temperament:
Ragdolls sind sehr sanfte, liebevolle und gutmütige Katzen. Sie besitzen ein sehr soziales Wesen das sich im Zusammenleben mit Artgenossen durch eine große Verträglichkeit zeigt. Generell lassen sich Ragdolls auch von ihrem Wesen aus in einen bestehenden Katzenverband integrieren wenn die bereits vorhandenen Katzen ebenso sozial veranlagt sind. Sie sind überaus interessiert und aufgeschlossen an ihrer Umwelt. Sie gelten als eher ruhige Vertreter der Wohnungskatzen, was heißen mag, das man ihnen getrost auch die Wohnung mal alleine überlassen kann, ohne um die Bestandteile selbiger zu fürchten. Aber mit ihnen wird es nicht langweilig. Sie sind verspielt, neugierig und anhänglich. Sie können sehr „menschbezogen“ sein und eignen sich auch für einen Haushalt mit Kindern.

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Körperbau:
Die Ragdoll ist eine große Katze mit einem massiven Körperbau und einer kräftigen Erscheinung. Der Körper ist lang, muskulös und sie besitzt eine breite Brust.

Kopf und Schädel:
Ragdolls besitzen einen keilförmigen Kopf. Zwischen den Ohren ist der Oberkopf flach, weist dazu eine gerundete und kräftige Schnauzenpartie und Kinn auf, die die gleichmäßige Keilform entstehen lässt.

Augen:
Die Augen sind groß und von ovaler Form. Die Augenfarbe ist ein intensives leuchtendes blau.

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Ohren:
Die Ohren sind von mittlerer Größe. Sie haben einen breiten Ansatz mit abgerundeten Spitzen.

Nase:
Die Nase ist lang und etwas gebogen. Vom Profil her betrachtet soll sie in der Mitte ganz leicht eingebuchtet sein.

Hals:
Der Hals der Ragdoll ist kurz und kräftig.

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Schwanz:
Der Schwanz ist lang und buschig, stark am Ansatz und sich zum Ende hin verjüngend.

Beine:
Die Beine sind muskulös und mittellang wobei die Hinterbeine etwas höher sind als die Vorderbeine. Dadurch sieht die Rückenlinie etwas nach geneigt aus. So entsteht der für die Ragdolls bekannte typische Gang. Die kompakten Pfoten sind groß, rund und weisen Haarbüschel zwischen den Zehen auf.

Fell:
Das Fell ist von mittlerer Länge. Es besitzt eine seidige, dichte, weiche Textur mit geringer Unterwolle. Das Gesicht wird von einer Halskrause umrahmt, das den Ragdolls das Aussehen eines Lätzchens gibt. Im Gesicht ist das Fell kurz und wird ab dem Kopfende zum Rücken hin länger. An den Seiten, den Beinen und am Bauch ist es mittellang bis lang.

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Pflege:
Das Fell ist trotz seiner Länge relativ pflegeleicht, es sollte ein- bis mehrmals wöchentlich gekämmt oder gebürstet werden, während des Fellwechsels etwas öfter.

Farbe / Farbvariationen:
Bei der Rasse der Ragdoll sind drei Zeichnungsvarianten anerkannt.

Colourpoint ist die klassische Pointzeichnung (helles Körperfell mit farbigen Abzeichen) ohne weiß.

Bei der Bicolour sind die Brust, die Beine und der Bauch weiß. An der Stirn beginnt der Verlauf eines auf dem Kopf stehenden „V“, das über die Wangen und die Schnauze in die Brust übergeht.

Mitted bedeutet eine Pointzeichnung mit weiß. Dazu trägt die Ragdoll „Schuhe“, nämlich weiße gleichmäßige Handschuhe an den Vorderpfoten und weiße Stiefel an den Hinterpfoten, die bis zum Gelenk reichen. Das Kinn ist weiß, die Zeichnung geht übergangslos über in die weiße Brust und den weißen Bauch.

Durch die FIFé sind die anerkannten Farben Blue-, Seal-, Chocolate- und Lilac Point und auch neuere Farben wie Red-, Cream- und Flame Point.

Gewicht:
Kater: im Durchschnitt 6,5 bis 9,5/10 kg.
Katze: im Durchschnitt 4,5 bis 6 kg.

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Haltung:
Ragdolls sind sehr gesellige Tiere und mögen es nicht, wenn man sie zu lange allein lässt. Sie fühlen sich mit ein oder mehreren Artgenossen wohl und nehmen auch gerne „ihren Menschen“ in Beschlag und fordern Aufmerksamkeit. Sie eignen sich als Wohnungskatzen und fühlen sich aber auch in einem gesicherten Freilauf wohl.

Besonderheiten:
Die Rasse der Ragdoll zählt zu den Point-Katzen. Das bedeutet dass die Jungen weiß geboren werden und sich erst im Laufe der Zeit ihre Haarfarbe bildet.

Fehler:
Als Fehler aller Varianten gelten ein Stop im Profil oder eine römische Nase sowie dichte Unterwolle. Bei der Zeichnungsvariante mitted wird das Fehlen eines weißen Kinn als Fehler gewertet.

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