Perser Katze

Perser Katze

Familie: Katzen (Felidae)
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Klasse: Säugetiere (Mammalia)

Autor: Verena Scholze
Mail: verenascholze@gmx.de
Website: http://www.verena-scholze.de/

Dokument: VS 00045

ausschließliche Nutzungsrechte an Text und Bildern:
Matthias Zimmermann

Alle Fotos: Verena Scholze

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Geschichte und Herkunft:
Bis Mitte des 16. Jahrhunderts waren die Langhaarkatzen in Europa unbekannt. Experten berichten, dass die ersten Vorfahren der Perser im 17.jahrhundert nach Italien eingeführt wurden. Pietro della Valle soll diese aus Persien, also dem heutigen Iran, mitgebracht haben. Ungefähr zur gleichen Zeit brachte Nicolas Fabri de Peiresec Langhaarkatzen aus der Türkei mit nach Frankreich. Man nimmt an, dass es sich hierbei um eventuelle Vorfahren der Türkisch Angora gehandelt haben könnte. Die Nachkommen dieser Katzen wurden in der Zeit mit verschiedenen Namen belegt und galten als besondere Statussymbole der nächsten zwei Jahrhunderte. Langhaarkatzen gewonnen vor allem bei der europäischen Aristokratie immer mehr an Beliebtheit und Ludwig der XV. besaß eine weiße Langhaarkatze.  Auch Queen Victoria hatte ein blaues Perserkätzchen.

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Im 19.Jahrhundert kreuzte man in Italien aufgezogene Perser mit solchen, die aus Frankreich und England eingeführt wurden, also Exemplare mit türkischer Herkunft. Diese wurden erstmals 1871 im Londoner Kristallpalast ausgestellt. Gleichzeitig stellten Züchter ein Zuchtprogramm auf, in dem Kreuzungen mit Angora Katzen vorgenommen wurden. Dies tat man, um ein noch besseres Fell zu erhalten. Auch wurde an der Erweiterung des Farbspektrums und der Motive gearbeitet. Systematisch nahm man Züchtungen vor, sodass bis heute mehr als 200 Varianten existieren. Besonders hervorheben sollte man Harrison Weir (1824-1906), ein Künstler der als Gründer der modernen Katzenzucht gilt. Er war der Verfasser vieler Rassestandards, darunter auch der der Perser Katze. Nach seinen Vorgaben wurde fortan die Zucht vorgenommen. Ein bedeutendes Merkmal ist der gedrungene Körperbau, der bis heute in der Zucht erhalten blieb. Andere Merkmale jedoch haben sich im Laufe der Zeit verändert. So nahmen Züchter in Amerika beispielsweise 1930 Züchtungen vor, aus denen ein Typ mit extrem kurzen Proportionen hervorging. Man nannte ihn „Peke face“, was so viel wie Pekinesengesicht bedeutet. In den 50er Jahren wurden in Großbritannien und Amerika die ersten Colorpoints gezüchtet. Diese nannte man in Europa „Khmer“ und in den USA trugen sie den Namen „Himalaya-Perser“. Später entschied man sich, die Rasse so zu benennen, was sie auch wirklich ist: Perser mit Colorpoint.

Die Rasse wird seit Beginn des 20.Jahrhunderts von allen Zuchtverbänden anerkannt. Man sagt, dass sie einen großen Anteil an der Entstehung der British Shorthair sowie der Heiligen Birma Katze besitzt.

Typ:
Langhaarkatze

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Wesen und Temperament:
Der Perser ist eine ruhige, sanfte Katze. Sie wirkt manchmal phlegmatisch und gibt sich mit Haltung in ihren vier Wänden durchaus zufrieden. Sie ist eine liebevolle und anhängliche Katze, die eine enge Bindung an ihre Bezugspersonen entwickelt. Sanftmütig und friedfertig eignet sie sich im Zusammenleben mit andern Artgenossen, sowie Hunden und Kindern. Im Gegensatz zu vielen Rassekatzen erträgt sie auch Alleinsein. Jedoch ist ein Zusammenleben mit Bruder oder Schwester natürlich viel schöner. Die Perser Katze verträgt sich auch mit anderen Rassekatzen, sofern diese ihr ein ruhiges Leben ermöglichen und nicht zu lebhaft sind. Sie miaut im Gegensatz zu anderen Katzen selten und eher leise.

Körperbau:
Der Körperbau der Perser ist massiv, groß und gedrungen. Der Körper ist muskulös und die Beine sind verhältnismäßig kurz. Der Nacken ist kurz, dick und kräftig. Die Brust ist tief und breit. Oft ist eine eindeutige Grenze zwischen Kopf und Rumpf nicht erkennbar.

Kopf und Schädel:
Der Kopf der Perser ist sehr breit, rund und sehr gut proportioniert. Er ist massiv und die Stirn ist gerundet. Die Backenknochen treten hervor und sind stark ausgebildet. Die Wangen sind rund und voll. Im Bereich der Schnauze ist der Kopf ebenfalls breit.

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Augen:
Die Augen sind groß und von runder Form. Sie stehen weit auseinander. Sie sind leuchtend und ausdrucksvoll. Die Farbe variiert entsprechend der Fellfarbe. Bei allen Fellfarben sind sie meist kupfer- oder goldfarben. Bei Chinchilla, Silver oder Goldenfarben sind sie grün, bei Colorpoint sind sie blau. Bei weißer Fellfarbe können sie verschiedenfarbig sein.

Ohren:
Die Ohren sind klein und stehen in großen Abstand voneinander. Der Ansatz ist nicht zu weit geöffnet. Innen besitzen sie gute Haarbüschel. Die Spitzen sind gerundet.

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Nase:
Das typische Merkmal der Perser ist eindeutig die „eingedellte“ Nase, welche am besten im Profil zu erkennen ist. Fast scheint es, als sei die Katze gegen eine Wand gelaufen und besitzt daher das eingedrückte Gesicht, wie auch viele Perserzüchter liebevoll lächelnd erzählen. In den USA wird besonderen Wert auf eine flache Nase gelegt, in Europa ist die Variante mit der gemäßigten Nase bevorzugt.

Die Nase ist kurz und breit, mit einer deutlichen Einbuchtung (Stop) zwischen den Augen. Dieser Stop muss sich zwischen den Augen befinden, er darf weder ober- noch unterhalb des Auges platziert sein. Der Nasenrücken sowie der Nasenspiegel sollen breit sein.

Hals:
Der Hals der Perser ist kurz und kräftig. Er ist muskulös.

Schwanz:
Der Schwanz ist eher kurz, steht aber in guter Proportion zum restlichen Körper. Er ist stark behaart, mit langen Haaren die einen plüschigen Schweif bilden.

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Beine:
Die Beine sind kurz. Sie sind stämmig und von gerader Form. Sie besitzen einen guten und starken Knochenbau sowie eine gute Muskulatur. Die Pfoten sind rund und kräftig. Breit in der Form und zwischen den Zehen mit langen Haarbüscheln versehen.

Fell:
Das Fell der Perser ist ein weiteres besonderes Merkmal, das diese Rasse auszeichnet. Es ist sehr fein und dicht, mit seidiger Struktur. Die Schultern sowie die Brust werden von einer vollen Halskrause bedeckt. Das Haarkleid besteht aus dichtem Deckhaar sowie voller Unterwolle. Es ist am gesamten Körper sehr lang.

Pflege:
Das prachtvolle Haarkleid der Perser benötigt intensivste Pflege. Tägliches Bürsten und kämmen ist Grundvoraussetzung, was vor der Anschaffung einer Perser Katze bedacht werden sollte. Die tägliche pflege muss in den Tagesablauf mit eingebunden werden. Hierbei sollte man penibel vorgehen, denn ansonsten können Verfilzungen und Hautprobleme auftreten. Nicht selten muss das Fell vom Tierarzt geschoren werden, weil es verfilzt ist. Jedoch ist das scheren nicht nur für die Katze sondern auch für den Besitzer eine „qualvolle“ Lösung denn das Fell braucht Monate, bis es wieder auf die typische Länge nachgewachsen ist. Während des Fellwechsels, der zweimal im Jahr stattfindet, erhöht sich dieser Pflegeaufwand nochmals.

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Farbe / Farbvariationen:
Perser gibt es in unzähligen Farbvarianten, einfarbig und bunt. Schwarz, Weiß, Blau, Rot, Creme, Chocolate, Lilac. Zweifarbig. Alle Schildpattvariationen und verwandte Farben. Bicolor, Harlekin, Van, Silver shaded, Golden shaded, Solid, Smoke (Black Smoke, Blue Smoke, Chocolate Smoke, Lilac Smoke, Tortie Smoke, Smoke Cameo). Blotched Tabby (marmoriert), mackerel Tabby (getigert), Spotted Tabby (getupft). Colorpoint (sela, blue, lilac, red).

Gewicht:
3,5 bis 7 kg.

Haltung:
Die Perserkatze gilt als der Salonlöwe unter den Katzenrassen. Gewöhnlich wird diese Rasse in der Wohnung gehalten, womit sie sich vollkommen zufrieden zeigt. Sie ist eine gelassene Beobachterin und in diversen Statistiken, die durch Tiermediziner erhoben wurden, wird sie als ruhigste der Rassekatzen bezeichnet. Jedoch ist sie eine gute Jägerin und die Freigänger unter der Rasse erlegen ihre Beute mit Leichtigkeit, was man zunächst bezweifelt, wenn man das flache Gesicht dieser Rasse betrachtet.

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Besonderheiten:
Perser sind in der Zucht ein Problemfall, auf den die Tierschützer aufmerksam machen. Bei der Perserkatze treten zahlreiche, im deutschen Tierschutzgesetz genannten Negativmerkmale und Erbschäden auf.

Probleme bereiten den Züchtern die auftretende Polyzystische Nierenkrankheit (PKD), die jedoch durch Reihenuntersuchungen ermittelt werden kann. Auch die Brachyzephalie (Kurzköpfigkeit) sowie das Entropium, ein Einwärtsdrehen des Augenlids zählen zu diesen Erbschäden. Bei der amerikanischen „Peke face“ Variante führen die Schädelveränderungen zu zunehmenden engen der Nasenöffnungen und der Tränenkanäle. Dies ist seitens des Tierschutzes im höchsten Maße bedenklich. Auch kann häufig ein Kryptorchismus (verbleiben der Hoden in der Bachhöhle) auftreten. 

Man sollte sich daher bei der Auswahl seines Persers sehr viel Zeit nehmen und den Züchter genau aussuchen.

Fehler:
Als Fehler gelten u.a. eine zu lange Nase, ein schmales Mäulchen, ein zu langer oder schmaler Kopf sowie jegliche Abweichung des Standards
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