Bengalkatze

Bengalkatze syn. Leopardkatze

Familie: Katzen (Felidae)
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Klasse: Säugetiere (Mammalia)

Autor: Verena Scholze
Mail: verenascholze@gmx.de
Website: http://www.verena-scholze.de/

Dokument: VS 00039

ausschließliche Nutzungsrechte an Text und Bildern:
Matthias Zimmermann

Alle Fotos: Verena Scholze

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Geschichte und Herkunft:
Anders als bei vielen anderen Rassekatzen ist die Entstehungsgeschichte bei den Bengalen sehr genau dokumentiert. 1963 erwarb die Amerikanerin Jean Sudgen, später eine verheiratete Mill, eine weibliche asiatische Leopardenkatze. Die Genetikerin kreuzte diese Rasse mit ihrem Hauskater, welches später als erste offizielle Verpaarung zwischen einer Wildkatze und einer Hauskatze galt, auch wenn in manchen Niederschriften diese Verpaarung als rein zufällig angesehen wird. Ihr Traum war es, eine anhängliche und verschmuste Hauskatze im Wildlook zu züchten. Dabei nahm sie in der Zeit auch Kreuzungen zwischen Abessiniern, Ägyptischen Mau, Orientalischen Kurzhaarkatzen und American Shorthair mit Leoparden Katzen vor, um ein entsprechendes Ergebnis zu erhalten, bis dato jedoch erfolglos. Die Verpaarungen verliefen nicht problemlos, die meisten der Hybriden waren steril.

Bengalkatze 01

Erst zehn Jahre später entstand aus einem „misslungenen Versuch“, bei dem Dr. Willard Centerwall von der University of California die Resistenz der Leopardenkatze gegen das Feline Leukämie Virus testen wollte, die Ursprungsform der Bengalen. Dr. Centerwall gab vermutlich acht seiner Hybriden an Jean Mill weiter. Diese stellte die erste Bengalkatze mit dem Namen „Millwood Finally Found“ 1983 auf einer Ausstellung vor. Zunächst waren diese Rassekatzen noch sehr nervös und scheu. Durch weiterführende Züchtungen entwickelte sich diese Rasse jedoch zu einer kontaktfreudigen Katzenart. Zu den markanten Zeichen der Bengalen gehört das große „M“ auf der Stirn, welches vermutlich durch die Einkreuzungen mit der Ägyptischen Mau entstand. Warum die Bengalen in Deutschland auch unter dem Namen Leopardette bekannt waren, lässt sich mit einem Blick auf das Fell leicht nachvollziehen. Die Flecken erinnern eindeutig an das Fell ihrer größeren und wilden Verwandten. Bei den Bengalen handelt es sich um eine noch relativ junge und ausgefallene Katzenrasse, daher ist die Anzahl der Tiere im Vergleich zu anderen Katzenrassen noch relativ gering. Dies gilt für Europa ebenso wie den USA. Daher ist diese Rasse auch nicht gerade billig. Jedoch entdecken immer mehr Züchter und Katzenliebhaber ihre Liebe und Zuneigung zu diesen edlen Tieren.

Bengalkatze 02

Typ:
Kurzhaarkatze

Wesen und Temperament:
Auch wenn die Bengalkatze in ihrem Aussehen an eine Wildkatze erinnert, so ist sie vom Charakter her ausgeglichen und wird als umgänglich bezeichnet. Hier werden die Einkreuzungen für die Charakterveränderungen verantwortlich gemacht. Viele Richter wollten vor Jahren Bengalkatzen auf Ausstellungen nicht richten, weil sie vom Wesen und Auftreten her eindeutig zu wild waren. Dies hat sich im Laufe der Jahre jedoch geändert. Allerdings besitzt die Bengalkatze im Vergleich mit ihren Artgenossen einen überdurchschnittlich großen Bewegungsdrang sowie einen großen Jagdtrieb. Bereits die Jungtiere gebärden sich oft wild und ausgelassen. Bengalen sind oft bis ins hohe Alter hin verspielt. Sie lassen sich gerne streicheln, sind in der Regel jedoch keine großen Schmusekatzen. Generell sind sie freundlich, intelligent, aufmerksam und sozial, jedoch manchmal noch unausgeglichen in ihrem Verhalten. Bengalkatzen entwickeln oft eine enge Bindung an eine bestimmte Person, denen sind sie dann treu ergeben.

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Körperbau:
Die Begalen sind geschmeidige und muskulöse Katzen mit Wildkatzenartiger Ausstrahlung und Fellzeichnung. Der Körper ist groß, lang, robust und sehr geschmeidig. Der Brustkorb ist breit und kräftig.

Kopf und Schädel:
Der Kopf der Bengalkatze ist eher klein, etwas länger als breit und besitzt runde Konturen. Die Backenknochen sind hoch und treten hervor. Im Profil betrachtet ist der Kopf von der Stirn bis zum Nasenrücken leicht gekrümmt. Bei den ausgewachsenen Katern sind Katerbäckchen erlaubt. Der Kopf weist die sogenannte Skarabäus Zeichnung, also das „M“ auf der Stirn auf.

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Augen:
Die Augen sind groß und oval, von leicht mandelförmiger Form. Sie stehen weit auseinander. Von den Farben sind alle außer blau und aquamarin erlaubt.

Ohren:
Die Ohren sind eher klein und kurz. Im Ansatz breit mit gerundeten Spitzen. Sie sind leicht nach vorne geneigt und dürfen keine Luchspinsel aufweisen.

Nase:
Die Nase ist breit und groß. Der Nasenrücken reicht bis über die Augen. Der Nasenspiegel ist leicht vorstehend geformt.

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Hals:
Der Hals der Bengalen ist lang, kräftig und muskulös. Er ist ideal den Körperformen angepasst.

Schwanz:
Der Schwanz ist dick, mittellang und besitzt eine gerundete Spitze. Die Schwanzfarbe ist geringelt und endet in einer dunklen Spitze.

Beine:
Die Beine sind mittellang und kräftig, wobei die Hinterbeine minimal länger sind als die Vorderbeine. Sie sind muskulös. Die Pfoten sind groß und rund. Der Fußballen muss schwarz sein.

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Fell:
Das Fell ist kurz mit einer feinen, weichen Textur. Es ist dicht und üppig und fühlt sich außergewöhnlich weich an.

Pflege:
Die Bengalen sind sehr pflegeleicht, häufiges kämmen ist nicht notwendig.

Farbe / Farbvariationen:
Bengalen gibt es in verschiedenen Farben, doch die ausgeprägte Musterung des Fells haben sie alle gemeinsam. Die Tupfen der Zeichnung sollen groß sein und Rosetten bilden, wie bei einer Wildkatze. Streifen, ähnlich wie beim Tiger, sind nicht erwünscht. Auch der Bauch einer Bengalkatze sollte getupft sein.

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Das Fell kann in Tabby gefleckt sein, die Flecken dürfen zimtfarben, schokobraun oder schwarz sein. Der Untergrund sollte hierbei bevorzugt orange gefärbt sein. Bei Tabby marmoriert gibt es große Muster an den Flanken. Auch sogenannte Schmetterlingsflügel an den Schultern sind erlaubt. Der sogenannte Schneeleopard ist weiß. Bei dieser Farbe treten Flecken oder Marmormuster in den Farben schwarz bis rot auf. Hier dürfen die Augen blau sein, als einzige Art dieser Rasse.

Gewicht:
Von 5,5 kg bis 9 kg.

Haltung:
Bengalen haben einen Bewegungsdrang, daher sollte man ihnen viel Platz einräumen. Sie sind sehr aktiv und besitzen eine große Sprungkraft, die man sie auch bei reiner Wohnungshaltung ausleben lassen sollte. Ein katzensicherer Garten wäre ideal für diese Rasse. Sie sind sozial und vertragen sich auch mit anderen Katzen sowie weiteren Haustieren, beispielsweise Hunden.

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Besonderheiten:
Im Gegensatz zu den meisten Katzenrassen haben die Bengalkatzen keine Angst vor Wasser sondern mögen das nasse Element.

Aufgrund ihres eigenen und manchmal auch unberechenbaren Wesens sind die Bengalen keine Katzenrasse für ungeübte Katzenhalter.

Fehler:
Als Fehler gelten u.a. rosafarbene Fußballen, Streifen anstatt Tupfen im Fell, fehlende Färbung der Schwanzspitze.



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