Maine Coon

Familie: Katzen (Felidae)
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Klasse: Säugetiere (Mammalia)

Autor: Verena Scholze
Mail: verenascholze@gmx.de
Website: http://www.verena-scholze.de/

Dokument: VS 00037

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Matthias Zimmermann

Alle Fotos: Verena Scholze

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Geschichte und Herkunft:
Wie bei vielen Rassekatzen ist auch die genaue Herkunft der Maine Coon unbekannt. Manche Niederschriften besagen, dass die Maine Coon von den frühen Siedlern mit an die Ostküste Amerikas gebracht wurden. Sie sollen von skandinavischen oder russischen langhaarigen Katzen abstammen. Auch steht zu lesen, das diese Rasse vielleicht bereits von den Wikingern ins Land gebracht wurde, da sie sehr große Ähnlichkeit mit der Norwegischen Waldkatze aufweist. Dies soll bereits im Jahre 1000 geschehen sein, als der Wikinger Leif Eriksson auf seinen Reisen nach Amerika diese als Schiffskatzen an Bord hatte. Eine weitere Aufzeichnung beschreibt den Kapitän Thomas Coon, der diese langhaarigen Katzen ebenfalls als Schiffskatzen hielt. Wenn nach dem Aufenthalt in einem Hafen wieder eine langhaarige Katze in einem Wurf auftauchte, dann sollten die Leute „Schon wieder eine Coon Katze“ ausgerufen haben. Letzteres scheint jedoch eher Legende zu sein. Überzeugender ist die Theorie das Maine den Staat in Neuengland bezeichnet und Coon leitet sich vermutlich von dem englischen Wort „coon“ oder „racoon“, also Waschbär ab, da die Maine Coon über einen ähnlichen wuscheligen Waschbär-Schwanz verfügt.

Die Maine Coon waren schon immer beliebte Bauernhofkatzen auf vielen Farmen in Neuengland. Sie sind hervorragende Jäger und wurden auch mit größeren Mäuseplagen schnell fertig. Bei der ersten Maine Coon, die 1861 auf Aufstellungen in Boston und New York zu sehen war, handelte es sich um „Captain Jenks oft he Horse Marines“, einen schwarz-weißen Kater. Damals erfreue sie sich größter Beliebtheit. Dies verlor sich jedoch um die Jahrhundertwende, als sie gegenüber den Perserkatzen ins Hintertreffen geriet. Gerade in dieser Zeit jedoch waren die Farmer diejenigen, die den Status der Maine Coon aufrecht erhielten. In den 50er Jahren des 20.Jahrhunderts stieg die Beliebtheit der Rasse wieder an und bis heute hält sich ganz weit oben auf der Skala. Die Anerkennung der Rasse erfolgte relativ spät, nämlich erst 1976 von der CFA und 1980 von der FIFe, der Standard jedoch wurde bereits 1960 verfasst. 1987 wurde der Maine Coon Verband gegründet. Im Laufe der letzten Jahre wurde diese Rasse durch Zucht weiterentwickelt und hat sich verändert. So wurde sie insgesamt größer und höher und manche Züchter berichten, das sie auch wilder wurde. Sie ist eine robuste Rasse, die auch starke Winter überstehen kann.

Typ:
Halblanghaarkatze

Wesen und Temperament:
Die Maine Coon wird gern als sanfter Riese oder in Amerika als „Gentle Giant“ bezeichnet. In erster Linie werden dadurch die beeindruckende Größe und das sanfte Wesen dieser Rasse beschrieben. Sie ist eine freundliche, ausgeglichene und unkomplizierte Katze. Auch wenn sie einen großen Drang nach draußen besitzt, so ist sie doch gerne Schmusetiger und vielen Streicheleinheiten und Kuschelstunden nicht abgeneigt. Sie besitzt Selbstbewusstsein, kann dominante Züge annehmen, weist aber keinerlei aggressives Verhalten auf.

Körperbau:
Diese mittelgroße bis große Rasse weist einen rechteckigen Körperbau mit einem langen Rücken auf. Sie ist langgestreckt und besitzt einen harten Knochenbau mit einem breiten Brustkorb. Die Muskulatur ist hart und stark.

Kopf und Schädel:
Der Kopf der Maine Coon ist etwas länger als breit. Er hat die typische Keilform und weist kantige Linien auf. Die Stirn ist leicht gewölbt und die hohen Wangenknochen sind gut sichtbar.

Augen:
Die Augen sind groß und stehen weit auseinander. Sie sind leicht oval, besitzen jedoch keine Mandelform. Von der Richtung her sind sie leicht zum äußeren Ohransatz gerichtet. Sie besitzen eine klare Farbe, wobei jede Augenfarbe erlaubt ist und in keinerlei Zusammenhang mit der Fellfarbe steht.

Ohren:
Die Ohren sind groß und am Ansatz breit. Sie sind hoch angesetzt, sind ganz leicht nach außen gedreht und laufen leicht spitz zu. Haarpinsel an der Spitze, wie beim Luchs sind erwünscht. Vorhandene Haarbüschel in den Ohren reichen bis über das Ohr hinaus.

Nase:
Die Nase ist von mittlerer Länge. Sie steht in senkrechter Linie mit Kinn und Oberlippe.

Hals:
Der Hals ist mittellang und leicht geschwungen. Er ist muskulös, bei Katern mehr als bei Katzen.

Schwanz:
Der Schwanz ist im Ansatz breit und läuft zum Ende hin spitz aus. Er besitzt eine volle. Lange, wehende Behaarung.

Beine:
Die Beine sind kräftig und von mittlerer Länge. Sie besitzen kräftige Muskulatur und starke Knochen. Die Pfoten sind groß und rund. Zwischen den Zehen befinden sich volle Haarbüschel.

Fell:
Im Laufe der Jahre und Jahrzehnte hat sich die Maine Coon hervorragend an die Verhältnisse der Wildnis und deren Jahreszeiten angepasst. Das dicke, dichte Fell schützt sie vor dem rauen und harten Klima in der nordamerikanischen Heimat. So kann sie sich auch bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt problemlos draußen aufhalten.

Das Fell der Maine Coon ist wasserabweisend. Ihr mittellanges Deckhaar ist dicht, glatt und grob. Die Unterwolle ist weich und fein. Das Fell besitzt eine seidige Textur. Am Kopf, den Beinen und den Schultern ist es kurz, am Rücken und an den Seiten länger. Eine Halskrause und Höschen sind erwünscht.

Pflege:
Auf den ersten Blick sieht das Fell der Maine Coon sehr pflegeintensiv aus. Dieser Eindruck täuscht. Das Allwetterfell der Rasse benötigt keine spezielle Pflege. Einmal wöchentlich kämmen oder bürsten ist ausreichend. Während des Fellwechsels auch etwas öfter.

Farbe / Farbvariationen:
Alle Farben und Farbvarianten sind zulässig, mit Ausnahme der Farben chocolate, lilac, cinnamon und fawn. Die häufigsten Farbvariationen sind: einfarbig, silver, schildpatt, tabby, smoke, partycolor. Auch Weissanteile sind erlaubt.

Gewicht:
Die Maine Coon zählen zu den schwersten Rassekatzen. Ihr Gewicht liegt zwischen 4 kg und 10 kg, was bei Katern keine Seltenheit ist.

Haltung:
Maine Coons sind sehr gesellige Katzen. Am besten ist es daher, gleich zwei oder mehrere Artgenossen zu halten, denn allein gelassen kann diese Katze zu Depressionen neigen.

Diese Rasse liebt die Natur und ist gerne draußen. Aus ihrer Entstehungsgeschichte auf den Farmen ist eine „Arbeitskatze“ hervorgegangen, die gerne jagt und der man, wenn möglich ihren Freigang ermöglichen sollte. Zu ihrer Beute gehören neben Mäusen und Vögeln sogar Kaninchen (falls in der Umgebung vorhanden). Sollte die Möglichkeit zum Freigang nicht gegeben sein, so sollte man, falls vorhanden, einen katzensicheren Balkon einrichten, wo sie dann vermutlich stundenlang sitzen und Vögel beobachten würde.



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