Somali

Somali-Katze

Familie: Katzen (Felidae)
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Klasse: Säugetiere (Mammalia)

Autor: Verena Scholze
Mail: verenascholze@gmx.de
Website: http://www.verena-scholze.de/

Dokument: VS 00035

ausschließliche Nutzungsrechte an Text und Bildern:
Matthias Zimmermann

Alle Fotos: Verena Scholze

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Geschichte und Herkunft:

Um es direkt vorweg zu nehmen: die Somali ist eine langhaarige Abessinier Katze. Beide unterscheiden sich einzig durch das Vorhandensein eines Langhaargens.

Die Geschichte der Somali beginnt in den 50er Jahren. Schon immer kamen in den Abessinier Würfen langhaarige Kätzchen vor, diese waren jedoch von den Züchtern äußerst unerwünscht. Vielen Züchtern war diese Existenz der „langhaarigen“ Abessinier sehr unangenehm und sie empfanden diese Katzen als unerwünschtes Zufallsprodukt. Damals trat eine wohl nicht ganz zufällige Häufung der Geburten von langhaarigen Abessiniern auf.

Somali-Katze

Eine Einkreuzung diverser Rassen wie u.a. der Siam sollen dafür verantwortlich sein. Manche Aufzeichnungen sehen die genetischen Wurzeln der Somali in Großbritannien, von wo die ersten Abessinier nach USA, Kanada, Neuseeland und Australien exportiert wurden. Jedoch wird in diversen Niederschriften immer wieder die kanadische Züchterin Mary Mailing und der Kanadier Ken McGill genannt, denen die Entwicklung dieser Rasse Ende der 60er Jahre zu verdanken sei. Mailing soll 1963 eine ihrer langhaarigen Katzen auf einer Ausstellung vorgestellt haben und der Richter McGill erwarb eine solche Katze zur Zucht, woraus die die erste offizielle Somali mit den Namen May-Ling Tutsuta hervorgegangen sein soll. Eine amerikanische Abessinier Züchterin, Evelyn Mague, beschäftige sich ebenfalls mit der Entwicklung von Halblanghaarkatzen. Diese nannte sie Somalis. Mit dem Stammbaum aus McGills Zucht begann ebenfalls ein Kandier, Don Richings, in Zusammenarbeit mit Mague die Somali Zucht voranzutreiben. Bereits Ende der 70er Jahre war die Rasse in Nordamerika akzeptiert.

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Wäre nicht der Kampfgeist dieser Züchter gewesen, so wäre die halblanghaarige Schwester der Abessinier vermutlich nie anerkannt worden. So jedoch wurde die Somali Ende der 70er Jahre vom größten amerikanischen Rassezuchtverband, der CFA (Cat Fancier Association) als eigenständige Rasse in den Farben ruddy (wildfarben) und rot (sorrel) anerkannt und ein Standard niedergelegt. Der Name Somali entstand in Anlehnung an den Namen Abessinier. Sie wurde nach dem Staat Somalia in Afrika benannt, auch wenn sie nichts mit dem schwarzen Kontinent zu tun hat. In den 80er Jahren fanden die Somali den Weg nach Europa. Bereits drei Jahre nach Anerkennung der Rasse durch die CFA wurde die Somali in Deutschland durch die FIFe anerkannt. Hier wurden auch weitere Farben, nämlich fawn und blau mit aufgenommen. Ein Jahr später wurden auch Farbschläge in silber aufgenommen.

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Typ:
Halblanghaarkatze

Wesen und Temperament:
Somali besitzen ein offenes und freundliches Wesen und sind im Naturell eindeutig ruhiger und sanfter als die Abessinier. Sie sind gesellig gegenüber ihren Menschen und Artgenossen. Sie sind aktiv und lieben die Beschäftigung, sie sind verspielt und brauchen Aufmerksamkeit. Jedoch sind sie nicht so sehr auf ihre Bezugsperson fixiert wie die Abessinier. Somali sind gleichzeitig äußerst einfallsreiche Katzen. Sie sind neugierig, erkunden gerne alles und wollen stets wissen, was im Haushalt so vor sich geht. So wird gerne alles zum möglichen Spielzeug umfunktioniert und selbst Frauchen’s Papilotten sind nicht mehr sicher und werden als Beute gejagt.

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Körperbau:
Die Somali ist mittelgroß und sehr geschmeidig. Der Körper ist fest, griffig und muskulös. Sie wirkt in ihren Bewegungen sehr athletisch.

Kopf und Schädel:
Der anmutige Kopf der Somali ist keilförmig, wirkt jedoch durch seine weicheren Konturen ein wenig runder. Die Stirn ist breit. Die Linien sind weich anzusehen. Das Kinn ist gut ausgebildet und kräftig. Die Schnauze soll nicht zu stark zugespitzt sein.

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Augen:
Die mandelförmigen Augen sind dunkel umrandet und sind von „Brillen“ aus helleren Haaren in der Farbe des Tickings umgeben. Die Augenfarbe ist leuchtend und ausdrucksvoll: grün, bernsteinfarben oder haselnussbraun.

Ohren:
Die Ohren der Somali sind groß, schalenförmig und stehen weit auseinander. Innen sind sie gut sichtbar behaart. Büschel an den Ohren, ähnlich wie beim Luchs, sind erwünscht.

Nase:
Die Nase ist mittellang. Im Profil betrachtet zeigt sich eine sanfte Kurve.

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Hals:
Der Hals ist lang und graziös. Typisch für die Somali ist eine Halskrause aus Fell.

Schwanz:
Der Schwanz ist am Ansatz kräftig und spitz zulaufend. Er ist lang und voll behaart.

Beine:
Die Beine stehen in guter Proportion zum Körper. Sie sind lang und elegant. Die Pfoten sind oval und weisen Büschel auf.

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Fell:
Das Fell ist mittellang, fein und sehr dicht. Es ist griffig und sehr weich. An den Schultern darf es etwas kürzer sein, die Züchter bevorzugen eine gute sichtbare Halskrause und ein „Höschen“.

Pflege:
Wie alle Halblanghaarkatzen sollte man das Fell der Somali nicht übermäßig aber regelmäßig bürsten. Das Fell besitzt kaum Unterwolle, sodass sich kaum Knötchen bilden.

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Farbe / Farbvariationen:
Die Somali besitzt ebenso wie die Abessinier ein geticktes Fell. Jedes Körperhaar ist drei- bis zwölf Mal gebändert. Diese Bänder sind dunkler als die Grundfarbe des Fells. Somit wird ein leuchtender, lebhaft sprühender Schimmer erzeugt. Die Gesichtsmarkierungen sind auffällig und von besonders starkem Ausdruck. Die endgültige Ausfärbung des Fells ist mit rund zwei Jahren abgeschlossen. Die Farben der Somali sind wildfarben, sorell, blau, silber und fawn.

Gewicht:
3,5 kg bis 5 kg.

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Haltung:
Die Somali lieben ebenso wie ihre Schwestern die Abessinier gerne ihren Freiraum. Ein katzensicherer Garten wäre daher ideal und gut geeignet. Bei reiner Wohnungshaltung sollte man dieser Rasse genügend Platz und Freiraum einräumen.

Besonderheiten:
Auch wenn das Aussehen dieser Rasse wild wirkt, sie sind die reinsten Schmusetiger.

Fehler:
Als Fehler gelten u.a. runder Kopf oder Siamtyp, zu starke Markierung im Gesicht, runde Augen oder abweichende Augenfarbe.



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