Abessinier-Katze

Familie: Katzen (Felidae)
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Klasse: Säugetiere (Mammalia)

Autor: Verena Scholze
Mail: verenascholze@gmx.de
Website: http://www.verena-scholze.de/

Dokument: VS 00034

ausschließliche Nutzungsrechte an Text und Bildern:
Matthias Zimmermann

Alle Fotos: Verena Scholze

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Geschichte und Herkunft:Diese kurzhaarige Rassekatze stammt aus Nordafrika - Abessinien, dem heutigen Äthiopien. Ihre Bänderung, das sogenannte Ticking ihres Fells bildete für sie in ihrer Heimat eine perfekte Tarnung in der dortigen Landschaft. Die ersten Vertreter der Rasse wurden 1868 nach dem Abessinien Krieg nach Großbritannien eingeführt. Verschiedene Aufzeichnungen berichten, dass die erste Katze den Namen „Zula“ getragen haben soll. Manche Experten vermuten, dass Vorfahren dieser Rasse bereits vor Jahrtausenden lebten, da viele der altägyptischen Katzendarstellungen dem Abbild der Abessinier ähneln. Diese Aussagen sind jedoch mit Vorbehalt zu betrachten, da neben vielen anderen Rassekatzen auch speziell die Ägyptische Mau diesen alten Abbildungen ähnlich sieht.

Die Abessinier wurden 1882 als eigene Rasse anerkannt. Zu Beginn des 20.Jahrhunderts war sie beinahe ausgestorben. Ab 1930 jedoch erholte sich die Zucht wieder, vor allem hatte sie sich damals in den USA und Frankreich fest etabliert. Besonders in Nordamerika steht diese Rasse seit Jahren weit oben auf der Beliebtheitsskala.

Aufgrund ihrer Fellfärbung in den Anfangsjahren, das einem Wildkaninchen ähnelte, wurde sie vorübergehend auch „Hasenkatze“ (Bunny Cat) oder „Kaninchenkatze“ genannt. Aufgrund ihres Farbschlags wird sie noch heute im französischen „lièvre“ (Hase) genannt.

Typ:
Kurzhaar

Wesen und Temperament:
Die Abessinier besitzen ein lebhaftes Temperament und eine geballte Energie. Am liebsten wollen sie spielen, springen, laufen, toben und das bereits von „Kittenbeinen“ an. Nichts ist ihnen zu hoch, kein Stuhl, Schrank, Tisch oder auch Mensch, dort wird bevorzugt die Schulter in Beschlag genommen. Sie sind unermüdlich und man sollte ihnen genügend Spiel- und Klettermöglichkeiten zur Verfügung stellen. Ansonsten wird es passieren, dass Gardinen, Schränke oder sogar Stehlampen als Klettermöglichkeit herhalten. Wenn Abessinier als Freigänger gehalten werden, dann erkunden sie alles nach dem Motto „je höher desto besser“. Dann sind ihnen kein Baum und kein Zaun zu hoch.

Auch wenn die Abessinier das Aussehen einer Wildkatze besitzen, ihr Wesen ist friedlich. Sie sind sehr menschenbezogen und gehen gerne feste und enge Bindungen zu ihren Besitzern ein. Sie sind sehr kommunikativ und genießen gerne Gesellschaft, sei es menschliche oder von Artgenossen. Sie besitzen ein ausgeprägtes Sozialverhalten und fügen sich auch Haushalten mit anderen Katzen oder Hunden ein. Allerdings lieben sie es, im Mittelpunkt zu stehen. Gerne wollen sie der Chef im Hause sein und wenn man nicht aufpasst, wickeln problemlos ihre Besitzer um die Pfote. Dies passiert alles auf charmante Art und mit diplomatischer Manipulation, der man sich schwer entziehen kann.

Körper:
Der Körper der Abessinier ist mittelgroß. Es ist muskulös, geschmeidig und griffig.

Kopf und Schädel:
Der Kopf der Abessinier ist keilförmig. Im Profil betrachtet ist eine leichte Einbuchtung de Nase zu sehen. Das typische Abessinier-Gesicht weist anmutige Konturen auf, die Stirn ist breit.

Augen:
Die Augen sind mandelförmig und stehen gut auseinander. Sie besitzen eine strahlende Farbe: bernsteinfarben, grün oder haselnussbraun. Nur diese Farben werden von den Züchtern anerkannt. Die Augen besitzen Umrandungen in der Farbe des Tickings.

Ohren:
Die Ohren sind groß und schalenförmig. Haarbüschel an den Spitzen, ähnlich wie beim Luchs, sind erwünscht. Auch eine Zeichnung an der Ohrhinterseite, eine „Wildmarke“ ist erlaubt. 

Nase:
Die Nase ist mittellang. Nase und Kinn bilden eine senkrechte Linie, das Kinn ist kräftig. Das Fell am Kinn sollte hell sein.

Hals:
Der Hals ist lang, graziös und schlank.

Schwanz:
Der Schwanz ist am Ansatz kräftig und verjüngt sich zum Ende hin. Er ist ebenso lang wie der Rumpf.

Beine:
Die Beine besitzen eine mittelmäßige Länge, sind schlank und elegant. Sie stehen in guter Proportion zum Körper. Die Pfoten sind klein und rundlich.

Gewicht:
4 bis 7,5 kg.

Fell:
Das Deckhaar und Unterhaar bei Kurzhaarkatzen ist gleichlang, sodass sie ein samtiges und weiches Fell besitzen. Es ist enganliegend und besitzt eine dichte Konsistenz.

Ein einziges Gen bewirkt dass spezielle Ticking (Bänderung) bei den Abessiniern, was eine fast durchscheinende Fellzeichnung bewirkt. Dieses besondere Gen, das erstmals bei den Abessiniern festgestellt wurde, bewirkt die gleichmäßige hell-dunkel Bänderung jedes einzelnen Haares.

Bei Kitten(jungen Kätzchen) ist das Ticking im Fell noch nicht zu erkennen. Hier entwickelt es sich erst im Alter von rund sechs Wochen, wenn das Babyfell durch das Jugendfell ersetzt wird.

Pflege:
Das Fell der Abessinier ist sehr pflegeleicht, wöchentliches bürsten oder kämmen sind ausreichend. Während des Haarens sollten die ausfallenden Haare regelmäßig entfernt werden.

Farbe / Farbvariationen:
Die „historische“ Abessinierfarbe ist die rötliche Wildfarbe, die auch „ruddy“ für rötlich bezeichnet wird. Bei anderen Rassen würde man diese Farbe vermutlich nur als braun angeben. Die Abessinier gibt es nicht nur in dieser klassischen Farbvariante. Man findet auch die Fellfarben in sorrel (rot oder rotbraun), fawn (creme) oder blau. Dieses sorrel wird bei anderen Rassen oftmals als cinnamon (zimtfarben oder helles braun) benannt. Fawn ist eine „verdünnte“ Version von sorrel, ist allerdings weniger leuchtend in der Grundfarbe. Bei der blauen Variante ist die Unterseite fast hafermehlfarben und hebt sich in der Farbe mit dem blaugrauen Ticking gut vom übrigen Fell ab.

Auch Wildfarben-silber ist eine Farbvariante, die bei den Abessiniern vorkommt. Der Effekt wird durch das Inhibitorgen (ein Silber-Gen) ausgelöst. Man vermutet dass dieses Gen bereits bei den früheren Abessiniern vorhanden war.

Eine weitere Farbe wird als lilac bezeichnet, was durch eine Verdünnung von der Farbe chocolate entstand. Beide Farben wurden in den 70er Jahren durch Einkreuzungen von asiatischen Katzen erreicht. Welche Farbe von welchem Verband anerkannt wird, ist je nach Land unterschiedlich geregelt.

Haltung:
Wie bereits beim Wesen der Abessinier beschrieben benötigen diese Rassekatzen sehr viel Spielraum zum toben. Auch sollte man die Abessinier nicht als Einzelkatze halten. Wenn man seine Abessinier zu oft und zu lange alleine lässt, besteht die Gefahr von Depressionen bekommen, da sie sehr menschenbezogen sind.

Besonderheiten:
Die Würfe von Abessiniern sind in der Regel relativ klein, meist bringt eine Abessinierin nur zwei Junge zur Welt. Daher ist der Nachwuchs dieser Rassekatze auch sehr begehrt.

Fehler:
Als Fehler werden u.a. falsche Farbvarianten, runde Augen, fehlen des Tickings oder runder Kopf angesehen.



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