Sibirische Katze

Sibirische Katze

Familie: Katzen (Felidae)
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Klasse: Säugetiere (Mammalia)

Autor: Verena Scholze
Mail: verenascholze@gmx.de
Website: http://www.verena-scholze.de/

Dokument: VS 00032

ausschließliche Nutzungsrechte an Text und Bildern:
Matthias Zimmermann

Alle Fotos: Verena Scholze

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Geschichte und Herkunft:
Die Sibirische Waldkatze wird auch einfach nur kurz Sibirische Katze genannt. Diese Rassekatze stammt, wie der Name schon vermuten lässt, aus Russland, Sibirien. Hier ist sie bereits seit langen beliebt und wurde schon immer als perfekter Mäusefänger geschätzt. Diese Rasse ist natürlichen Ursprungs. Die ältesten Vorfahren dieser Rassekatze zu ermitteln, ist fast unmöglich. Angeblich soll sie bereits in den Klöstern des 13. Jahrhunderts in Russland gelebt haben. Dies lässt sich allerdings nicht belegen.

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Wann die Sibirischen Katzen, auch Sibirska Koschka, Sibirskaja Koschka oder kurz Sibierer genannt, nach Europa gelangten ist bis heute ebenso umstritten. In der Katzenliteratur finden sich diverse Hinweise und unterschiedliche Varianten. Da man diese Aufzeichnungen nicht belegen kann, liegen vermutlich alle Theorien im Bereich des Möglichen. Die ersten nachprüfbaren Spuren in der Literatur, die auf eine Sibirische Waldkatze hindeuten, sind 1895 zu finden. Hier wurde in einer Zeitung ein Bericht gedruckt, der ein Katzenpärchen mit blauen Augen beschreibt, das aus Sibirien stammen soll. Dieses Katzenpärchen wurde im Dresdner Zoo gehalten und den Besuchern gezeigt. In „Brehms Tierleben“ von 1925 wird ein Hinweis gedruckt, der auf die Existenz der Sibirischen Katze hindeutet.

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Die ersten Vertreter dieser Rasse gelangten angeblich schon Ende des 19. Jahrhunderts in den Westen Europas. Die ehemalige DDR soll hier eine Rolle gespielt haben. So wurden angeblich Exemplare der Sibirischen Katze durch Arbeiter, die in Sibirien tätig waren, mit in die Heimat gebracht. Dies war möglich, weil der Export von Russland in die DDR offiziell möglich war. So gelangten diese Halblanghaarkatzen in den „Verband der Kleingärtner, Siedler und Kleintierzüchter“ (VKSK), der auch die ersten Zuchtbemühungen vornahm. 1987 wurde diese Katze als Rasse anerkannt und es wurde ein vorläufiger Standard erstellt. Der Standard wurde nach der Wiedervereinigung von westlichen Katzenverbänden übernommen. Auch die russischen Katzenclubs übernahmen diesen Standard.

1990 erfolgte der Import der Sibirischen Katze in die USA. Die Züchterin Elisabeth Terrell machte durch ihre Zucht „Starpoint“ von sich reden. Ihre Katzen waren die Grundlage fast aller Stammbäume dieser Sibirischen Katzen in den USA. Diese Rasse wurde bisher von den führenden Verbänden wie beispielsweise der FIFe oder der TICA anerkannt. Der Boom der letzten Jahre erreichte neben den Sibirischen Katzen auch die Maine Coons oder die Norwegischen Waldkatzen. Mit ihren halblangen Fell und dem Löwenartigen Aussehen eroberten sie die Herzen der Katzenliebhaber.

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Typ:
Halblanghaarkatze

Wesen und Temperament:
Die Sibirische Katze besitzt ein sehr freundliches Wesen. Sie sind ideale Familienkatzen und kommen gut mit Kindern zurecht, ebenso wie mit anderen Hautieren. Jedoch sollte man bei der Haltung mit Kleintieren nie den Jagdinstinkt der Katze vergessen. Sie sind menschenbezogen, ja können regelrecht anhänglich werden. Sie sind intelligent, aktiv und temperamentvoll. Jedoch nicht aufdringlich. Teilweise besitzt sie eigenwillige Tendenzen.

Körperbau:
Der Körper der Sibirischen Katze ist langgestreckt und schwer. Er ist kraftvoll und gut bemuskelt.

Kopf und Schädel:
Der Kopf ist breit und zwischen den Ohren von flacher Form. Er besitzt gerundete Konturen.

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Augen:
Die Augen der Sibirischen Katze sind groß und ausdrucksvoll. Sie besitzen eine ovale Form und sind leicht schräg gestellt. Die Augenfarben sind grün bis gelb. Sibirer mit weißer Fellfarbe und Van-Zeichnung haben blaue Augen, aber auch grüne und bernsteinfarbene sowie odd eyed ist möglich. Bei Point-Zeichnung sind die Augen immer blau.

Ohren:
Die Ohren sind mittelgroß und haben gerundete Spitzen. Sie besitzen eine mittlere Breite und stehen leicht seitlich ab. Die Sibirische Katze besitzt sogenannte Luchspinsel, also Haarpinsel an den Ohrenenden. An den Innenseiten der Ohren sind Haarbüschel erwünscht.

Hals:
Der Hals der Sibirischen Katze ist kurz und gedrungen. Er ist gerundet und muskulös.

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Schwanz:
Der Schwanz ist mittellang und relativ dick. Er besitzt eine gerundete Spitze. Er ist buschig behaart, dadurch wirkt er besonders üppig und dick.

Beine:
Die Beine sind mittellang bis lang. Sie besitzen kräftige Muskeln und Knochen. Die Pfoten der Sibirischen Katze sind besonders auffällig. Sie sind groß und rund und besitzen zwischen den Zehen Haarbüschel. Diese verhindern, dass die Katze im tiefen Schnee versinkt.

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Fell:
Die Sibirische Katze entwickelte in ihrer rauen und kalten Heimat eine fast perfekte Anpassung an die Umgebung. Diese Katze ist an das Überleben unter widrigen und harten Bedingungen geboren. Ihr Haarkleid ist üppig und schützt sie in der Heimat vor kalten Temperaturen und stürmischen Winden. Das halblange Deckhaar ist kräftig und vor allem an der Brust, dem Hals, der Hose und dem Schwanz sehr üppig. Es besitzt eine weiche, dichte Unterwolle an der Körperunterseite sowie den Hinterbeinen, um auch den härtesten Wind abhalten zu können. Das Deckhaar ist ölig und somit wasserabweisend.

Pflege:
Das Fell der Sibirischen Katze neigt nicht zum verfilzen. Man unterscheidet das Sommer- und Winterfell.

Farbe / Farbvariationen:
Fast alle Farben sind erlaubt. Solid (einfarbig), einfarbig mit weiß. Tabby gestromt und tabby gestromt mit weiß. Schildpatt oder schildpatt mit weiß, smoke.

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Gewicht:
Kater 6 bis 9 kg. Katze 4 bis 6 kg.

Haltung:
Die Sibirische Katze ist von ihrer Abstammung her sehr robust. Sie ist sehr bewegungsfreudig und genießt es, herum zu streifen. Daher würde sie sich über einen Auslauf im katzensicheren, eingezäunten Garten freuen. Sollte dieser Auslauf oder ein Freigehege nicht gegeben sein, so sind sie auch als Wohnungskatzen zu halten. Hier jedoch würde sich die Möglichkeit anbieten, ihrer Katze einen Zugang zu einem katzensicheren Balkon zu ermöglichen.

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Besonderheiten:
Sibirische Katzen sind auch für Katzenallergiker geeignet. Allergiker reagieren auf den Speichel der Katze, auf das enthaltene Protein Fel-d1. Dies wird über die Fellpflege durch das Fell und durch die Luft verteilt. Sibirische Katzen verursachen weniger allergische Reaktionen als andere Katzenrassen, weil ihr Speichel weniger Fel-d1 enthält. Die Verträglichkeit dieser Rasse testen sie am besten bei einem Züchter ihres Vertrauens. Sprechen Sie ihn auf ihre Allergie an und vereinbaren einen Besuch in der Cattory.

Die Sibirische Katze gibt es auch mit Maskenzeichnung. Als blauäugige Point Variante der Sibirischen Katze wird sie unter dem Namen Neva Masquarade geführt.

Fehler:
Farben wie Cinnamon, Chocolate, Lilac und Fawn sind nicht anerkannt.

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