Balinese

Balinese

Familie: Katzen (Felidae)
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Klasse: Säugetiere (Mammalia)

Autor: Verena Scholze
Mail: verenascholze@gmx.de
Website: http://www.verena-scholze.de/

Dokument: VS 00031

ausschließliche Nutzungsrechte an Text und Bildern:
Matthias Zimmermann

Alle Fotos: Verena Scholze

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Geschichte und Herkunft:
Die Balinesen entstammen keineswegs, wie der Name fälschlicherweise vermuten lässt, der indonesischen Insel Bali. Jedoch war es der balinesische Kulturkreis, dem diese wunderschönen Rassekatzen ihren Namen zu verdanken haben. Eine der ersten Züchterinnen (über den Namen der Dame sind sich die Niederschriften bis heute uneinig), wurde durch die Anmut und Grazie dieser Rasse an balinesischen Tempeltänzerinnen erinnert und so erfolgte die Namensgebung.

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Entstanden ist diese Rasse der Balinesen in den 50er Jahren in den USA. Man rechnete diese Rasse den Siamkatzen zu, da diese sich bis auf das lange Fell und den buschigen Schwanz fast gleichen. Aus Sicht der Züchter sind Balinesen halblanghaarige Siamesen. Wahrscheinlich ist es, dass langhaarige Siamesen entweder durch Einkreuzungen oder genbedingt bereits Jahre vorher mit langen Haaren auftraten. Da diese jedoch nicht dem Rassestandard entsprachen, wurde nie darüber gesprochen oder geschrieben.

Nachdem sich diese Rasse jedoch entwickelte und Anhänger fand, wollten die Siamzüchter eine klare Abgrenzung zu ihrer Rasse und wehrten sich dagegen, dass diese langhaarige Katze ebenso als Siamese bezeichnet wurde. So entstand die namentliche Abgrenzung und Differenzierung zu den Balinesen.

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1961 wurden auf einer Ausstellung bereits mehrere Balinesen gezeigt. 1970 erfolgte die Anerkennung der Rasse durch die CFA (Cat Fanciers Association). Im gleichen Jahr wurden die ersten Balinesen auf Ausstellungen bereits den Status eines Champion für sich verbuchen. Mitte der 70er Jahre wurden die Balinesen nach Europa eingeführt, wo sich sofort begeisterte Anhänger dieser Rasse fanden. 1983 erfolgte die Anerkennung durch die FIFe´ (Federation Federale Feline). Auch bei der TICA (German American Cat Club e.V.) und der GCCF (Governing Council of the Cat Fancy) erfolgte die Aufnahme in den Standard. Jedoch blieb der erwartete Boom dieser Zucht aus. Nur eine geringe Anzahl von Züchtern nahm sich dieser Rasse an und daran hat sich bis heute nicht viel geändert. So zählen Balinesen zu den eher selteneren Rassekatzen.

Typ:
Orientale / Halblanghaarkatze

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Wesen und Temperament:
Bei den Balinesen handelt es sich um eigenwillige Rassekatzen. Sie stehen sehr gerne im Mittelpunkt und sind gesellig, kontaktfreudig und sozial. Oftmals sind sie so anhänglich, das sie hrem Menschen am liebsten überall hin folgen würden. Sie kuscheln gerne und lieben es, sich lautstark bemerkbar zur machen. Sie kommunizieren regelrecht mit allen, sei es Artgenossen oder Menschen und lieben es, sich auf ihre Art zu unterhalten. Balinesen sind Energiebündel, sie benötigen eigentlich ständig Anreize, sei es physischer oder psychischer Art. Sie sind neugierig und erkunden gerne alles. Sei es offen stehende Schränke, Tüten, Kartons, auch offene Haushaltsgeräte wie beispielweise Waschmaschinen sind nicht vor ihnen sicher. Balinesen sind ebenso wie ihre Verwandten, die Siamesen, sehr listig, schlau und gerissen und haben sich als die wahren Ausbruchskünstler erwiesen. Offene Fenster oder Türen sollten entsprechend gesichert werden.

Körperbau:
Diese schlanke Rassekatze besitzt ein anmutiges, fast aristokratisches Aussehen. Der Körper ist mittelgroß und fühlt sich im Vergleich zu anderen gleichgroßem Katzen eher zart an. Die Gliedmaßen sind dünn und trotzdem muskulös. Sie besitzt sehr gute Proportionen. Der Gang der Balinesen ist grazil und geschmeidig.

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Kopf und Schädel:
Der Kopf der Balinesen ist lang und keilförmig, mit einem spitzen Kinn. Von vorne betrachtet ist das Gesicht zwischen den Ohren breit. Es verjüngt sich zum Kinn hin als Dreieck. Das Maul ist zierlich. Im Profil betrachtet besitzt das Gesicht der Balinesen eine gerade Nase und ein kräftiges Kinn. Der Kopf zeichnet sich durch elegante Umrisslinien aus. Das Gesicht der Balinesen wird durch eine Maske im Fell gezeichnet, die durch Farbverläufe mit den Ohren verbunden ist.

Augen:
Ein besonderes Kennzeichen der Balinesen sind die wunderschönen klaren blauen Augen. Dies ist auch die einzige Farbe, die anerkannt ist. Die Form der Augen ist „asiatisch“ mandelförmig. Sie sind mittelgroß und stehen verhältnismäßig weit auseinander. Sie strahlt mit ihrem Blick einen Hauch von Unnahbarkeit aus.

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Ohren:
Die Ohren sind groß und am Ansatz breit. Sie laufen spitz zu und werden aufgerichtet getragen.

Nase:
Die Nase der Balinesen ist gerade und lang.

Hals:
Der Hals ist lang und schlank. Der Kopf wird grazil getragen.

Schwanz:
Der Schwanz ist lang, dünn und schmal bis spitz zulaufend. Er ist mit einem üppigen, buschigen Haarkleid ausgestattet.

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Beine:
Die Beine sind lang und schlank und enden in kleinen, ovalen Pfoten.

Fell:
Das mittellange Haar der Balinesen besitzt keine Unterwolle, was es relativ pflegeleicht macht. Es besitzt eine feine und seidige Struktur. Am Körper ist das Haarkleid mittellang, während es an den Schultern, der Halskrause sowie am Schwanz etwas länger ist.

Pflege:
Trotz ihres zierlichen Aussehens sind Balinesen robuste Tiere und nicht anfälliger für Krankheiten als ihre Artgenossen.

Sie besitzen dünnes Fell, das man regelmäßig aber nicht zu oft kämmen sollte. So behält das Haarkleid seinen schönen Glanz.

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Farbe / Farbvariationen:
Bei den Balinesen wurden die folgende Farben und Farbschläge anerkannt: Weiß, Seal, Chocolate und Lilac. Solid Point und Tabby Point. Im Gesicht ist eine Maske zu sehen, an den Ohren, den Beinen und am Schwanz finden sich Abzeichen.

Gewicht:
2,5 bis 5 kg.

Haltung:
Balinesen sind keine Einzelgänger. Sie sind nicht gerne allein sondern mögen die Gesellschaft, sei es Mensch oder Artgenosse. Sie sind verspielt und mögen es, beschäftigt zu werden. Muss man seinen Balinesen aus verschiedenen Gründen öfter und länger alleine lassen, so sollte man sich für die Anschaffung eines Spielgefährten entscheiden. Balinesen die lange sich selbst überlassen bleiben, können auf längere Dauer zu Depressionen und Verhaltensstörungen neigen.

Diese Rasse liebt die Wärme und ist trotz ihres großen Bewegungsdrangs nicht als Freigänger geeignet.

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Besonderheiten:
Balinesen gehören zu den Rassekatzen, die man als frühreif bezeichnen kann. So kann bei den Kätzinnen bereits mit sechs Monaten das erste Mal eine Rolligkeit auftreten. Auch die männlichen Vertreter dieser Rasse produzieren sehr früh Hormone. Beide äußern ihren Geschlechtstrieb in der Regel sehr lautstark. Sollte man seinen Kater kastrieren wollen, so sollte man sich rechtzeitig mit einem Tierarzt beraten. Der Geschlechtstrieb dieser Katzen ist sehr groß. Daher kommt es nicht selten vor, dass eine Katze bereits kurz nach dem Wurf wieder rollig wird.

Fehler:
Jede Augenfarbe außer blau wird als Fehler angesehen.

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