Berner Sennenhund

Berner Sennenhund

Familie: Hundeartige (Canidae)
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Klasse: Säugetiere (Mammalia)

Autor: Verena Scholze
Mail: verenascholze@gmx.de
Website: http://www.verena-scholze.de/

Dokument: VS 00047

ausschließliche Nutzungsrechte an Text und Bildern:
Matthias Zimmermann

Alle Fotos: Verena Scholze

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FCI Standard 44. Gruppe 2


Geschichte und Herkunft:
In diversen Niederschriften kann man nachlesen, dass die Vorfahren der Berner Sennenhunde vermutlich bereits mit den Römischen Legionen in die Schweiz kamen. Aufzeichnungen kann man entnehmen, dass sie dort als Wachhunde gehalten und während des Abzugs der Legionen zurückgelassen wurden. Sie wurden dort heimisch und im Laufe der Jahre kreuze man sie mit den einheimischen Schäferhunden. Diese These konnte nie einwandfrei belegt werden und daher werden bis heute noch viele Spekulationen über die Geschichte und Herkunft des Berner Sennenhundes angestellt. Auch die Theorie, dass der Berner Sennenhund auf eine Abstammung mit der Tibetanischen Dogge zurückblicken kann, ist nicht bewiesen. Einzig durch Funde kann man nachweisen, dass es bereits seit ca. 4000 v.Chr. Hunde auf Schweizer Gebiet gab und dass auch schon zwischen 1000 v.Chr. und 600 v.Chr. Hunde in der Größe der Berner Sennenhunde lebten. Skelett- und Schädelfunde, die 1924 am unteren Zürichsee bei einem Pfahlbau aus der Bronzezeit gefunden wurden, bestätigen diese Vermutungen.

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Im Laufe der Zeit wurde der Berner Sennenhund in den Voralpengebieten als und im Schweizer Kanton Bern als Wachhund, Treib- und Zughund gehalten. Die ansässigen Korbflechter und Küher nutzen ihn aufgrund seiner körperlichen Statur und Kondition als Gespannhund für ihre Karren, mit denen sie zu den Märkten zogen. Seinen ursprünglichen Namen „Dürrbächler“ erhielt diese Hunderasse nach einem Gasthof im Kanton Bern, nämlich dem Gasthof Dürrbach bei Riggisberg. In dieser Gegend trat der dreifarbige Hund besonders häufig auf und einige Züchter nahmen sich speziell dieser Rasse an. Bereits in den  Jahren 1902, 1904 und 1907 wurden diese Hunde auf Ausstellungen gezeigt. Ende des Jahres 1907 wurde von einigen Züchtern der „Schweizer-Dürrbach-Club gegründet. Ihr Ziel war es, diese Rasse rein zu züchten. Um diese Reinzüchtung zu gewährleisten stellten sie gewisse Rassekennzeichen auf. Nur ein Jahr später, 1910, konnten auf einer Hundeausstellung bereits 107 Tiere gezeigt und vorgestellt werden. Besitzer dieser damaligen Dürrbächlerhunde waren überwiegend Bauern aus der Umgebung, die ihre Hunde zur Ausstellung brachten. Damals wurde der Dürrbächler in Anlehung an die anderen Sennenhunderassen in Berner Sennenhund umbenannt. Sein Siegeszug in der Schweiz und auch in den Nachbarländern wie Deutschland war von da an nicht aufzuhalten. Nach etwas über dreißig Jahren in Europa eroberte der üppige und freundliche Hundegeselle auch die USA.

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Körperbau:
Der Berner Sennenhund besitzt einen kräftigen und gedrungenen Körperbau. Sein Rücken ist gerade und der Brustkorb breit und tief.

Fell und Farbe:
Das Fell des Berner Sennenhundes ist lang, sehr weich und von seidiger Struktur. Es ist leicht gewellt und sehr glänzend. Charakteristisch ist das dreifarbige Fell, das aus einer tiefschwarzen Grundfarbe mit satten brauroten und weißen Abzeichen besteht.

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Das Haarkleid verteilt sich symmetrisch über den Körper. Die schwarze Fläche liegt wie ein Mantel über Kopf, Hals, Rumpf und Schwanz. Die weiße Blesse läuft von der Nase bis zur Stirn. Auf der Brust ist ein weißes Brustkreuz zu sehen, die Pfoten und vor allem die weiße Schwanzspitze sind erwünscht. Braunrote Zeichnungen an dem Brunstkreuz und den Beinen runden das schöne Erscheinungsbild dieser Rasse ab. Je gleichmäßiger und symmetrisch die Farbverteilung ist, desto harmonischer erscheint das Gesamtbild des Berner Sennenhundes.

Regelmäßige Fellpflege sollte vorgenommen werden.

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Charakter und Wesen:
Der Berner Sennenhund ist immer gut gelaunt und trägt einen fröhlichen Gesichtsausdruck. Er besitzt ein gutmütiges und freundliches Wesen. Trotzdem ist er sehr selbstsicher und hat einen ausgeprägten Wachtrieb. Jedoch weist er dabei keinerlei Aggressivität auf.

Haltung:
Aufgrund ihrer Größe sind die Berner Sennenhunde nur bedingt für eine Wohnungshaltung geeignet. Sollte man sie unbedingt in einer Etagenwohnung halten wollen, dann ist das Vorhandensein eines Fahrstuhls von großem gesundheitlichem Vorteil für diese Hunde. Wie bei vielen größeren Hunderassen können Gelenkprobleme wie beispielsweise Hüftgelenks- oder Ellbogendysplasie auftreten. Am besten eignet sich die Haltung in einem Haus oder Hof mit großem Garten oder Grundstück. Hier kann der Berner Sennenhund seinen Instinkt des Bewachens am besten ausleben. Zwingerhaltung ist absolut undenkbar, der Berner Sennenhund ist ein Familienhund und benötigt die menschliche Bindung und den Kontakt.

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Berner Sennen brauchen viel Bewegung und lieben gerne ausgedehnte Spaziergänge. Im Sommer kann ihnen die Hitze aufgrund ihres langen und dichten Fells zusetzen und zu schaffen machen. Sie lieben kühlere und frische Temperaturen.

Für schnellen oder wendigen Hundesport wie beispielsweise Agility ist der Berner Sennenhund nicht geeignet. Für ihn eignen sich Zughundearbeiten oder auch Obedience sowie Rettungshundearbeit.

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Sonstiges:
Es gibt insgesamt vier Schweizer Sennenhunderassen: der Berner Sennenhund, der Appenzeller Sennenhund, der Große Schweitzer Sennenhund und der Entlebucher Sennenhund. Von den vier Sennenhunderassen ist der Berner Sennehund wahrscheinlich der bekannteste.



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