Australian Shepherd (Australischer Schäferhund)

Familie: Hundeartige (Canidae)
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Klasse: Säugetiere (Mammalia)

Autor: Verena Scholze
Mail: verenascholze@gmx.de
Website: http://www.verena-scholze.de/

Dokument: VS 00056

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Matthias Zimmermann

Alle Fotos: Verena Scholze

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FCI Standard Nr.342
FCI Gruppe 1, Hütehunde und Treibhunde


Geschichte und Herkunft:
Wer den Ursprung des Australian Shepherd an seinem Namen ableiten würde und ihn dann logischerweise Australian zuordnet, der liegt falsch. Denn paradoxer Weise stammt der Australian Shepherd nicht aus Australian sondern aus den Vereinigten Staaten von Amerika. Die Entwicklung dieser Hunderasse über die Kontinente dürfte einmalig sein. So geht man davon aus, dass europäische Auswanderer ihre Hunde nach Australian mitnahmen. Da es sich bei diesen Auswandereren meist um Farmer und Schafzüchter handelte, waren es Collie-Typen, die man mit den einheimischen Dingos kreuzte. Aus diesen Kreuzungen entwickelten sich in Australian im Laufe der Jahre die sehr nützlichen Hütehunderassen.

Als die neue Welt, sprich Amerika, mit Vieh aus Australian besiedelt werden sollte, nahm man selbstverständlich auch die Hunde mit. So erreichten beispielsweise bereits im 16. Jahrhundert große Schafherden aus Spanien Neumexiko. Im 19. Jahrhundert dann suchten viele Basken eine neue Heimat und auch die schottischen Auswanderer, die ein Jahrhundert vorher nach Amerika übersiedelten, hatten ihre Collies im Gepäck. So wurden überall in Amerika, wo die Schafzucht betrieben wurde, diese kleinen, flinken, wendigen und intelligenten Schäferhunde zur Hütearbeit eingesetzt und bald unentbehrlich. Auf den stattfindenden Viehmärkten wurde nicht nur das Nutzvieh verkauft sondern auch die Nachzucht der Hunde vorgenommen und miteinander verpaart.

Zu Beginn dieses Jahrhundert wurden Merino Schafe von Europa nach Australian und weiter nach Amerika exportiert, die dort den Namen „Australian Sheep“ erhielten. In ihrer Begleitung waren die Collie-Dingo-Mischlinge, die hervorragende Arbeit mit den Herden leisten konnten. Nach dem Schafsnamen, die sie hüteten, wurden sie „little blue dogs“ genannt und erhielten damit den irreführenden Namen Australian Shepherd. Diese Hunde wurden zur Blutauffrischung mit den bis dahin „Einheimischen“ gekreuzt, und die Nachfrage nach den Australian Shepherds wurde immer größer. Diese Hundekreuzungen waren zunächst ein bunter Haufen, bis sich nach 1945 ein einheitlicher Rassetyp herauskristallisierte. Dies ist jedoch keinem Züchter sondern einem Unterhaltungskünstler zu verdanken.

Jay Sisler aus Idaho trat mit Hundenummern bei Rodeos auf, für die er die Australian Shepherds abgerichtet hatte. Diese „Zirkusnummern“ mit den wunderschönen Hunden weckten das Interesse der Leute und die Nachfrage stieg im ganzen Land. So züchtete er einige Würfe und auf seinen Reisen wurden seine Rüden von den Schafzüchtern zur Deckung der Hündinnen eingesetzt. Diese Nachkommen sahen sich immer ähnlicher, sodass man von einer Rasse sprach.

Die ersten beiden Zuchtbücher wurden jedoch erst im Jahre 1972 geöffnet, von der International Australian Shepherd Association (IASA) und dem Australian Shepherd Club of America (ASCA). Der erste Rassestandard wurde 1977 aufgenommen, zu der Zeit waren bereits rund 6000 Hunde eingetragen. Die Rasse der Australian Shepherds ist bis heute eine der beliebtesten Familien- und Arbeitshunde in den Vereinigten Staaten. Und auch den Weg nach Deutschland verdankt der „Aussie“, wie er liebevoll genannt wird, dem Rodeo. In Deutschland ansässige Westernreiter, die ihr Material und ihre Westernpferde wie Quarterhorse oder Appaloosa aus den USA beziehen, wurden auf diese Hunderasse aufmerksam, die in Amerika bei den Rodeopferden lebten und brachten sie mit nach Deutschland.

Körperbau:
Der wohlproportionierte Körper ist etwas länger als hoch. Er ist von mittlerer Größe. Der Rücken ist kräftig und gerade. Die Brust eher tief als breit.

Fell und Farbe:
Das Haarkleid des Australian Shepherd ist von mittlerer Länge. Es weist eine mittlere, gerade bis gewellte Textur auf. Es ist wetterbeständig und passt sich den klimatischen Bedingungen entsprechend an. Am Kopf, den Ohren sowie vorne an den Vorderläufe und unterhalb der Sprunggelenke ist das Haar kur und glatt. Die Hosen und die Hinterseiten der Vorderläufe weisen eine mäßige Befederung auf. Die Rüden weisen mehr als die Hündinnen eine Mähne und Halskrause auf, diese ist jedoch eher mäßig.

Die Farbvariationen des Australian Shepherd sind Bluemerle, schwarz, Redmerle und Rot. Alle Variationen mit bzw. ohne weißen oder kupferfarbenen Abzeichen.

Bluemerle farbene Hunde werden charakteristisch im Alter dunkler.

Charakter und Wesen:
Der Australian Shepherd ist ein freundlicher, aktiver Hund. Er besitzt ein fröhliches Wesen, hat einen großen Familiensinn und arbeitet gerne. Er ist ein freundlicher Hund, hellwach und stets ausgeglichen. Er besitzt einen ausgeprägten Hüte- und Bewachungsinstinkt, ist jedoch als reiner Wachhund aufgrund seines freundlichen Wesens nicht geeignet.

Haltung:
Aufgrund ihrer entsprechenden ursprünglichen Zuchtanlagen und Aufgaben,bei denen sie die für die Hütearbeit eingesetzt wurden, brauchen diese aktiven Hunde aktive Besitzer mit Hundeerfahrung. Sie sollten die aktiven Hunde beschäftigen, auslasten und körperlich sowie mental fordern können. Anspruchsvolle Tätigkeiten sind für den Australian Shepherd notwendig, einzig Spazierengehen oder eine runde Fahrradfahren reicht als Betätigung nicht aus. Hundesportliche Aktivitäten wie Agility sind ideal für diese aktive Hunderasse. Auch für sogenannte Shepdog Trials, bei denen die Hunde, meist Schäferhunde ihre Charaktereigenschaften wie Eigeninitiative, Gehorsam oder Arbeitseifer unter Beweis stellen müssen, sind die Australian Shepherds geeignet.

Auch wenn diese Rasse aufgrund ihres Charakters und ihres Familiensinns in einer größeren Wohnung gehalten werden könnte, so tut man ihm damit jedoch keinen gefallen. Am besten ist ein Haus mit großen Garten, Auslauf oder Bauernhof, wo die „Ausies“ sich ausleben können.



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Australian Shepherd

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