Briad

Berger de Brie (Briard)

Familie: Hundeartige (Canidae)
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Klasse: Säugetiere (Mammalia)

Autor: Verena Scholze
Mail: verenascholze@gmx.de
Website: http://www.verena-scholze.de/

Dokument: VS 00054

ausschließliche Nutzungsrechte an Text und Bildern:
Matthias Zimmermann

Alle Fotos: Verena Scholze

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FCI Standard Nr.113
FCI Gruppe 1, Hütehunde und Treibhunde


Der Berger de Brie ist auch als Briard bekannt und wird vor allem umgangssprachlich so genannt. In der Rassebeschreibung des VDH wird er unter dem Namen Berger de Brie geführt, in vielen anderen Rassebüchern oder Enzyklopädien wiederum ist er als Briard genannt. Wir führen ihn hier aufgrund des anschließenden Rassestandards, dass dem VDH angeglichen ist, in der Schreibweise als Berger de Brie (Briard).

Die Herkunft des Berger de Brie (Briard) lässt sich nicht mehr genau rekonstruieren und zurückverfolgen. Angeblich geht die Rasse bis ins 12. Jahrhundert zurück, wo diese in alten Manuskripten erwähnt wurden. Auch soll Kaiser Karl der Große (* April 747 oder 748; †28. Januar 814 in Aachen) bereits einen Berger de Brie (Briard) besessen haben. Diese Angabe, so sind sich jedoch die Experten einig, sein eine reine Fabel und durch nichts zu belegen. Sicher jedoch scheint, dass der aus Frankreich stammende Berger di Brie (Briard) nicht den Namen seiner geografischen Heimat trägt. Der Berger die Brie (Briard) ähnelt in seinem Aussehen dem Bouvier de Flandres. Seine Aufgabe war es, als Herdenhund die Schafherden zu hüten und zusammenzutreiben.

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Es existiert eine Legende vom Hunde des Edlen d’Aubry von Montdidier. Über diese Legende wird in vielen unterschiedlichen Versionen berichtet, die jedoch alle die gleiche Essenz haben. Aubry soll ein Günstling von König Karl V. (1337-1380) gewesen sein. Aubry wurde durch einen Neider namens Macaire ermordet und in den Wäldern von Montargis (oder Boudry) verscharrt. Der Hund war Zeuge dieser schrecklichen Tat und blieb auf dem Grab seines Herrn liegen, bis man ihn von dort gewaltsam entfernen musste. Bei einer Jagdparty traf der Hund auf den Mörder seines Herrn und ging ihm der Legende nach an die Gurgel.

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Die Angriffe auf Macaire gingen weiter und der König sowie die Freunde des Ermordeten schöpften Verdacht. Macaire jedoch bestritt den Mord und es wurde ein Gottesurteil angeordnet. Macaire musste gegen den Hund kämpfen, wobei ihm in diesem Kampf fast die Gurgel durchgebissen worden wäre. Geschwächt gestand Macaire schließlich den Mord und wurde zum Tode durch enthaupten verurteilt. Der Hund jedoch wurde als Abbild auf der Kathedrale von Montdidier in einem in Stein gehauenen Medaillon über dem Kirchenportal verewigt. Dieses Abbild wurde im ersten Weltkrieg zerstört. Jedoch ziert ein Gemälde im Schloss von Montargis die Kampfszene zwischen Hund und Macair. So wurde der Hund von Aubrys als „Chien d’Aubry“ bekannt.

Erste Beschreibungen des Berger de Brie (Briard) wurden im 1387 von Gaston Phoebus Graf de Foix vorgenommen. Er beschreibt einen „Mastin“, genannten Bauernhund, dessen Verwendung nicht nur als Hirtenhund sondern auch zu Jagdzwecken eingesetzt wurde. In dem Buch "la Maison rustique" beschreibt Liébaut im Jahre 1578 einen ähnlichen Hund wie vor ihm Phoebus Graf de Foix.

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Der ausgebildete Jurist und Mediziner Georges-Louis Leclerc Comte de Buffon begann 1749 mit der Veröffentlichung der Enzyklopädie "Histoire naturelle". Zunächst hatte diese Enzyklopädie 36 Werke, später umfasste sie dann insgesamt 44 Bände (1749–1804). 1758 ist in einem dieser Werke von Buffon über einen "Chien de Brie" zu lesen. Dieser Hund soll zumeist schwarz gewesen sein, mit langen Haarkleid und wurde zum Bewachen von haus, Hof und Herden eingesetzt. 1809 nimmt der Abt Rozier eine Erweiterung dieser Rassebeschreibung vor.

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1863 wurde auf der Pariser Hundeausstellung die Hündin „Charmante“, ausgestellt, Eigentümer war ein Monsier Fanet. Die Hündin wurde unter den verschiedensten Schäferhunden ausgestellt und mit einem Ehrenpreis ausgezeichnet. Ein Foto der Hündin erschien im „Agriculture practique“. Ab dem Jahre 1890 erscheint der Berger de Brie (Briard) regelmäßig auf Ausstellungen, die Reinzüchtung der Rasse beginnt offiziell ab 1896. Der erste Standard wurde 1897 veröffentlicht. 1909 erfolgte die Gründung des Clubs „Les Amis du Briard“ und Jahre später die Gründung eines weiteren Clubs mit Namen „Club des Amateurs de Briard“. Beide Clubs wurden 1946 zusammengelegt. Die Zucht des Berger die Brie (Briard) wurde durch die beiden Weltkriege unterbrochen und die Aufbauarbeiten der Rasse gingen merklich zurück. Den zweiten Weltkrieg überlebten nur wenige Rüden und Hündinnen. Sie wurden von der Armee als Melde-, Sanitär und Patroullenhund eingesetzt. Als eine der wichtigsten Züchterinnen der Nachkriegszeit ist Madame Roques-Vialles bekannt geworden, die bereits 1922 mit der Zucht begann und bis 1966 Berger die Brie (Briard) unter den Zwingernamen „De Bor“ züchtete.

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Körperbau:
Der Berger di Brie (Briard) ist ein geschmeidiger, wohl proportionierter und rustikaler Hund.

Fell und Farbe:
Das Fell des Berger de Brie (Briard) gleich in der Konsistenz trockenem Ziegenhaar. Beim anfassen „knistert“ es zwischen den Fingern. Es ist sehr lang, gedreht und besitzt leichte Unterwolle. Die bekannteste Fellfarbe des Berger de Brie (Briard) ist schwarz, diese wurde bereits früher von den Schäfern bevorzugt, weil sich die Hunde dadurch gut von den Schafen unterschieden. Aber auch für seine fahlroten und grauen Fellfarben ist der Berger de Brie (Briard) bekannt und beliebt.

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Charakter und Wesen:
Der Berger de Brie (Briard) ist ein sehr aufmerksamer, intelligenter, aufgeweckter, sensibler und gutmütiger Hund. Durch seine frühere Arbeit, das Schafe hüten wurde ihm viel Ausdauer abverlangt, die bis heute erhalten ist. Gleichzeitig machte ihn diese Arbeit zu einem selbstständigen Hund. Heute hütet der Berger de Brie (Briard) seine Familie anstatt Schafe, was ihn zu einem guten Wachhund macht. Aggressivität jedoch liegt ihm fern. Er beweist seine Anpassungsfähigkeit und seine Geduld mit Kindern, was ihm zu einem beliebten Familienhund und Begleithund macht. Trotz seines quirligen Wesens ist er liebevoll zu Kindern, jedoch gilt für ihn wie für alle Hunderassen, diese beiden gemeinsam nicht unbeaufsichtigt zu lassen. Der Berger de Brie (Briard) ist gelehrig und will gerne gefordert werden.

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Haltung:
Der Berger de Brie (Briard) ist ein Familienhund und darf keinesfalls im Zwinger gehalten werden. Der Kontakt zu seinen Menschen ist für ihn besonders wichtig. Er will überall dabei sein und sucht den Familienanschluss. Aufgrund seiner Größe und seines Temperaments ist er kein Wohnungshund, er benötigt etwas mehr Platz und benötigt seine tägliche Beschäftigung. Ein eigener Garten zum toben wäre schön.

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Sonstiges:
Der Berger de Brie (Briard) ist ein intelligenter Hund, der gerne gefordert wird. Hundesport und sportliche Wettkämpfe wie Agility, Breiten- oder Schutzhundesport sind ideal für diese Rasse. Auch als Rettungs- und Therapiehunde sind sie immer wieder in Einsätzen zu finden und stellen dort ihren Arbeitseifer unter Beweis.

Der Berger de Brie (Briard) besitzt ein ganz besonderes Kennzeichen, doppelte Afterkrallen an den Hinterläufen welche so nah wie möglich am Boden angesetzt sein müssen. Jede dieser doppelten Afterkrallen muss aus zwei knochigen Teilen mit Kralle bestehen.

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