Alaskan Malamute

Alaskan Malamute
Nordischer Schlittenhund

Familie: Hundeartige (Canidae)
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Klasse: Säugetiere (Mammalia)

Autor: Verena Scholze
Mail: verenascholze@gmx.de
Website: http://www.verena-scholze.de/

Dokument: VS 00005

ausschließliche Nutzungsrechte an Text und Bildern: Matthias Zimmermann

Alle Fotos: Verena Scholze

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FCI-Standard Nr.243 Gruppe 5


 

Geschichte und Herkunft:
Der Alaskan Malamute ist die größte und schwerste und eine der imposantesten Schlittenhunderassen. Sie stammt aus dem nordwestlichen Teil Alaskas und war bis ins 19 Jahrhundert hinein die dort einzige Hunderasse. Ihren Namen erhielten die Hunde durch das Volk der Malamuten (oder auch Mahlemuten genannt), einem in Alaska beheimateten Inuitstamm, also ein Eskimovolk. Schon die frühsten nordamerikanischen Siedler erwähnten diese Hund ein ihren Berichten. Als Fischer und Jäger waren die Eskimos auf Hilfskräfte angewiesen und die Hunde übernahmen einen großen Teil der Arbeit und waren ihnen gute Hilfskräfte. Diese Hunderasse verfügt über eine enorme Kraft und Ausdauer. Durch die Größe der Hunde, von denen sie sich auch im wesentlichen vom Siberian Husky unterscheiden, konnten die Alaskan Malamutes nicht nur größere Lasten ziehen sondern auch längere Strecken Gepäck auf dem Rücken tragen.

Malamute

Auch für die Jagd auf Wölfe und Eisbären wurden diese Hunde gerne herangezogen und dienten auch als Hüter der Herden. Die Malamuten wurden von den anderen Eskimostämmen stets für ihre widerstandsfähigen und außergewöhnlich robusten Hunde beneidet. Als die Besiedlung Nordamerikas durch weiße Völker erfolgte, Technik Einzug hielt und der Abbau der Bodenschätze immer mehr Überhand nahm, ging der Alaskan Malamute durch die Einkreuzung importierter Hunde als Rasse beinahe verloren. 1909 nahm der im Laufe der Jahre immer populärer werdenden Schlittenhundesport seine Anfänge. Für diesen Sport war der heimische Alaskan Malamute den Sportlern zu langsam. Durch Kreuzungen der Hunderassen verlor die Rasse immer mehr an Bedeutung und erst in letzter Sekunde, im Jahre 1926, konnte ein Aussterben der Rasse verhindert werden. Damals wurden in den USA erste Schritte zur Bewahrung der Reinrassigkeit des Alaskan Malamute unternommen. Zu diesem Sinneswandel trug sicherlich auch die letzte Südpolexpedition von R.S. Byrd, bei der sich die eingesetzten Alaskan Malamutes als die leistungsfähigsten der mitgenommenen Schlittenhunde erwiesen.

Körperbau:
Der Körperbau des Alaskan Malamute weist in erster Linie seine Neigung zum Ziehen und Tragen schwerer Lasten auf. Er ist kraftvoll und muskulös gebaut, mit tiefer Brust und einem gerade, zur Kuppe hin flach abfallenden Rücken. Sein Körper weist alle Merkmale auf die er benötigt, um seine schweren Arbeiten effizient durchführen zu können. Er besitzt eine aufrechte Körperhaltung, mit der er Souveränität, Ruhe und Interesse ausstrahlt.

Alaskan Malamute

Fell und Farbe:
Das Deckhaar des Alaskan Malamute ist hart, rau und steht vom Körper ab. Es ist so lang, das es die Unterwolle schützt und variiert in seiner Länge. An den Körperseiten ist es meist kurz bis mittellang, während es am Rest vom Körper bis hin zur buschigen Rute länger ist. Das Fell des Alaskan Malamute hat eine dichte, weiche, lange und ölige Unterwolle. Malamutes können verschiedene Farbenschattierungen aufweisen. Vorherrschende Farben sind weiß, hellgrau bis schwarz, oder gold bis braun. Der Unterbauch und die Pfoten sind zumeist weiß, am Körper erstreckt sich eine mantelartige Zeichnung über den Rücken. Sie besitzen eine typische Kopfzeichnung, die wie eine Kappe aussieht und sich über den ganzen Kopf ausbreitet. Hierbei ist das Gesicht meist komplett weiß oder mit einem Strich oder einer Maske versehen. Das Fell der Schlittenhunde wird zweimal im Jahr abgestoßen. Daher ist in der Zeit mit vielen Haaren in der Wohnung zu rechnen und der Hund sollte öfters gebürstet werden. Da sich das Fell von Schlittenhunden selbst reinigt, benötigt der Alaskan Mamalute wie auch der [Siberian Husky] keine besondere Fellpflege und auch keine Bäder. Schlittenhunde nehmen höchstens selber im Sommer mal gerne ein Bad zur Erfrischung. Das Fell der Nordischen Hunde besitzt keinen Eigengeruch und so riechen sie nur nach nasser Wolle.

Malamute

Charakter und Wesen:
Der Alaskan Malamute ist ein treuer Hund und ein harter Arbeiter. Er ist anhänglich und freundlich und ein liebenswertes Familienmitglied, der gerne Anschluss an seine Rudel bzw. seine Familie hat. Diese Hunderasse benötigt wie alle Schlittenhunderassen, z.B. der Siberian Husky oder der Samojede eine klare Rangordnung und konsequente Erziehung aber keine Härte. Sie sollten dafür sorgen dass ihr Malamute immer genug ausgelastet ist und artgerecht beschäftigt wird. Sie sollten ihm ausreichend Bewegung verschaffen, und ihn jedoch auch geistig fordern. Durch seine Intelligenz passiert es schnell, dass brachliegende Energien in dumme Gedanken ausarten. So kann es passieren, das ein unterforderter Schlittenhund wie der Malamute beginnt, die Wohnungseinrichtung zu zerlegen, durch Heulen auf sich aufmerksam macht, oder ihren Garten mit tiefen Löchern versehen.

Der Alaskan Malamute beobachtet sein Umfeld genau und entdeckt ganz schnell die Schwächen seiner Besitzer. Sein sprichwörtlicher Dickkopf und seine oftmals stoische Ruhe reichen aus, Hundehalter mit fehlendem Durchsetzungsvermögen verzweifeln zu lassen und so mancher Erziehungsversuch kann zur Geduldsprobe ausarten. Liebevolle Konsequenz ist die wichtigste Disziplin in der Erziehung. Ihr Schlittenhund sollte jeden Befehl ohne Druck ausführen sondern mit Ausdauer und Geduld. Sie wollen überzeugt aber nicht dominiert werden. Stellen sie feste Regeln auf und ändern sie diese nicht mehr, lassen sie keine Ausnahmen zu. Über die Wachhundeeigenschaften des Alaskan Malamute gehen die Meinungen auseinander, generell ist er zwar imposant vom Aussehen und verteidigt auch sein Rudel aber er ist wenig misstrauisch Fremden gegenüber. Generell sind die Samojeden die Schlittenhunderasse mit den meisten Wachhundeeigenschaften. Wie alle Schlittenhunde bellt der Alaskan Malamute eher weniger sondern heult bei allen Anlässen.

Haltung:
Schlittenhunde wie der Alaskan Malamute oder auch der Siberian Husky sind hochsensibel und sollten nicht in Zwingern gehalten werden. Sie sind sehr rudelbezogen und man sollte ihnen den Kontakt zu Artgenossen bieten oder wenn möglich, mehrere Schlittenhunde im Rudel halten. Sie lieben die Gesellschaft ihrer Menschen und möchten gerne und wenn möglich immer an allem teilhaben. Sollte dem Alaskan Malamute ein Garten zur Verfügung stehen, dann empfiehlt sich eine hohe Einzäunung. Man sollte auch gegen Untergrabungen gesichert sein, denn Schlittenhunde graben tiefe Löcher und neugierig wie sie sind, reißen sie auch mal gerne aus, wenn sich ihnen die Gelegenheit dazu bietet.

Alaskan Malamute

Sonstiges:
Der Alaskan Malamute besitzt wie alle Schlittenhunde einen großen Jagdtrieb. Man sollte ihn daher nicht ohne Leine oder Geschirr laufen lassen. Zur Bewegung ihres Alaskan Malamute eignen sich Touren mit dem Trainingswagen oder Schlitten. Auch Zugtraining mit Autoreifen wird von manchen Züchtern empfohlen. Auch lange, ausgedehnte Spaziergänge oder Fahrradtouren bieten sich an. Die Haltung eines Schlittenhundes gemeinsam mit Katzen oder Kleintieren sollte aufgrund des Jagdtriebes dieser Hunderassen gut überdacht werden. Es kann passieren, dass die bekannte Hauskatze schnell zum gejagten wird. Auch die gemeinsame Haltung mit kleineren Hunderassen wie Yorkshire Terrier, Chihuahua, o.ä. Hunderassen kann bedenklich werden.

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