Cocker Spaniel

Englischer Cocker Spaniel

Familie: Hundeartige (Canidae)
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Klasse: Säugetiere (Mammalia)

Autor: Verena Scholze
Mail: verenascholze@gmx.de
Website: http://www.verena-scholze.de/

Dokument: VS 00048

ausschließliche Nutzungsrechte an Text und Bildern:
Matthias Zimmermann

Alle Fotos: Verena Scholze

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FCI Standard 5 Gruppe 8 Apportierhunde, Stöberhunde, Wasserhunde


Geschichte und Herkunft:
Die Rasse der Spaniel kann auf eine lange Familiengeschichte zurückblicken, die vermutlich bereits im 14. Jahrhundert in Spanien begann. Der Name „Spaniel“ lässt sich laut vielen Chroniken von dem alten französischen Wort „espangnol“ für „Spanischer Hund“ ableiten. Dabei handelte es sich damals um die ungezüchteten Vorfahren der heutigen Spaniel Rassen, die Reinzüchtung dieser Hunderasse nahm erst später ihren Verlauf. Auf einer Münze von Philipp II. von Makedonien ist eine Abbildung zu sehen, die laut Experten die wahrscheinlich älteste Abbildung eines Spaniels zeigt. Auch diverse Niederschriften weisen in den Beschreibungen der Jagdszenen in Bezug auf die Arbeitsweise und den Charakter eindeutig auf die Vorfahren der heutigen Spaniels hin, ohne diese jedoch namentlich als Spaniel erwähnen. Die erste namentliche Erwähnung eines Spaniel besagte, dass es am Hof von Heinrichs VIII. einen Spaniel gab, der "Robin the King's Majesty's Spaniel Keeper" genannt wurde. In seinem Buch „“Of English Dogs“ (Original geschrieben und publiziert um 1576) unterscheidet  Dr. Johannes Caius zwischen Land- und Wasserspaniels. Er benennt Setter als Hunderasse die das Wild an Land aufstöbert und den "Aquaiticus" oder auch "Spaniel", der das Wild im Wasser findet. In seinem Werk beschreibt Caius weiter, dass das gewöhnliche Volk diese ursprünglich aus Spaniel stammenden Hunde als „Spaniel“ bezeichnet. Caius benennt den Charakter der Spaniel als zuverlässig, aktiv, lebhaft und vergnügt. Thomas Bewick (1753-1828), ein englischer Grafiker beschreibt in seinem Werk „A General History of Quadrupets“ die Rasse der Spaniel ähnlich wie Caius: „Ein fröhlicher und lebhafter, ebenso unerschrockener, unwiderstehlicher und passionierter Verfolger des Wildes. Ein Experte im Aufstöbern von Wald- und Sumpfschnepfen in deren Schlupfwinkeln, die sich in den dichtbewachsenen Wäldern und Marschen befinden“. Auch Shakespeare ( getauft 1564 – gestorben 1616) benennt in einen seiner Stücke die Rasse des Spaniel, eine Tendenz, die auf die Beliebtheit der Rasse in der damaligen Zeit hinweist.

Cocker Spaniel 1

Um ca. 1600 fanden vor allem in Westeuropa die Spanielarten als Jagdhunde Verwendung. Ab ca. 1800 begann man eine Klassifizierung der Spaniels nach deren Größe vorzunehmen. Die kleinere der Art wurde als „Cocking Spaniel“ oder „Cocker“ (Woodcock - englisches Wort für Waldschnepfe) bezeichnet. Die größere Spanielrasse wurde als „Field Spaniel“ oder „English Spaniel“ benannt. Eine andere Art bezeichnete man als „Sussex Spaniel“, weil er aus der südenglischen Grafschaft Sussex stammte. Im Laufe des 19. Jahrhunderts begannen sich dann die Bezeichnungen „Englischer Wasserspaniel“, „ Springer Spaniel“ und „Cocker Spaniel“ herauszukristallisieren, dies war bereits Vorstufe zur Abgrenzung der einzelnen Schläge. 1873 wurde der Kennel Club gegründet und der Anfang der Rassezucht der Spaniel begann. 1902 wurde die Abgrenzung der Spanielrassen abgeschlossen, auch die Kreuzung zwischen den Spanielrassen und Einkreuzungen mit anderen Rassen nahm ein Ende. Die Rasse des English Cocker Spaniel wie wir sie heute kennen, bürgerte sich gegen Ende des 19. Jahrhunderts ein und war bereits in den 30er Jahren die beliebteste Hunderasse Großbritanniens. Bis heute ist sie weltweit von allen Spaniel Rassen vermutlich die beliebteste geblieben. In Deutschland wurde die Rasse des Spaniels bereits im 19 Jahrhundert verbreitet. 1904 erfolgte die Gründung des ersten kontinentalen Zuchtverbandes, 1907 erfolgte die Gründung des Jagdspaniel Clubs.

Cocker Spaniel  2

Körperbau:
Der Körperbau des English Cocker Spaniel ist kräftig und kompakt. Er besitzt eine breite, tiefe Brust und gut federnde, gewölbte Rippen. Seine Lenden sind breit und kurz. Seine Profillinie ist gerade, am Ende der Lende bis zum Ansatz der Rute ist er leicht geneigt.

Fell und Farbe:
Das Haarkleid des English Cocker Spaniel besteht aus flach anliegendem Fell. Das Haar ist seidig und darf keine wellige oder drahtige Konsistenz aufweisen. Lockiges Haarkleid ist nicht zugelassen. Die Vorder- und Hinterläufe wie auch das Gebäude sind gut befedert. Es sind verschiedene und unterschiedliche Farben zulässig, bei einfarbigen Hunden ist jedoch außer an der Brust kein weiß erlaubt. Das Haarkleid des English Cocker Spaniel ist sehr pflegeintensiv. Es sollte einmal wöchentlich gekämmt werden, die Ohren sind regelmäßig freizuschneiden. Ca. 4 mal im Jahr sollte man das Fell trimmen lassen.

Cocker Spaniel 3

Charakter und Wesen:
English Cocker Spaniel sind sehr intelligente, fröhliche, aktive und sportliche Tiere. Sie sind äußerst verspielt, können jedoch auch sehr eigensinnig sein. Das lebhafte Naturell des English Cocker Spaniel erkennt man am fast ununterbrochenen Schwanzwedeln, das sich nicht nur bei der Arbeit oder in Bewegung sondern generell zeigt. English Cocker Spaniel sind unerschrockene, treue und anhängliche Gefährten, die jedoch sehr viel Aufmerksamkeit benötigen und fordern. Man sollte sich vor der Anschaffung eines English Cocker Spaniel die Frage stellen „Was kann meinem Cocker die nächsten Jahre bieten“? und was ist man bereit dafür zu leisten. Als Familienhunde sind sie geeignet.

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Haltung:
English Cocker Spaniel sind keine leisen Vertreter. Ihr Übermut bringt sie oftmals zum lautstarken kläffen, daher sollte man in einer Mietwohnung auf tolerante und hundefreundliche Nachbarschaft hoffen. English Cocker Spaniel neigen zu Fettleibigkeit, daher benötigen sie sehr viel Auslauf und Bewegung. Zwingerhaltung ist für diese gesellige Rasse absolut ungeeignet.

Der English Cocker Spaniel eignet sich aufgrund seiner Abstammung und Herkunft für die Jagd, auch als Spürhund und apportieren ist er zu begeistern.

Cocker Spaniel 5

Sonstiges:
In den 70er Jahren war der English Cocker Spaniel ein Modehund, der neben Schäferhund und Dackel Platz drei der beliebtesten Hunde einnahm. Besonders die rötlichen (auch golden“ genannt) Vertreter hatten es den Hundebesitzern angetan. Jedoch geriet die Rasse mit der Zeit in Verruf. „Cockerwut“ wurde besonders den goldenen Vertretern der Rasse nachgesagt, die damit eine grundlose und anfallweise auftretende Aggressivität dieser Rasse beschrieb. Man vermutet bis heute, das diese „Cockerwut“ genetisch bedingt und vererbbar ist. Sie besitzt Ausmaße ähnlich wie Epilepsie und bewirkt nach einem Anfall die vollkommene Erschöpfung des Betroffenen. Rüden seiner häufiger von der „Cockerwut“ betroffen als Hündinnen und nachgewiesener maßen sind Cocker Spaniel mit weiß im Fell weniger aggressiv als einfarbige Spaniel. Von den einfarbigen sind die goldenen häufiger betroffen als andersfarbige.

Eine rassetypische Erkrankung ist beim English Cocker Spaniel eine Erbkrankheit des Innenohrs, das „Kongenitale Vestibularsyndrom“. Sie äußert sich in Kopfschiefhaltung und Koordinationsstörungen bis hin zur Taubheit. Weiterhin können English Cocker Spaniel zur „Lefzendermatitis“, einer roten, nässenden Entzündung der Haut neigen.



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