Foxterrier

Foxterrier (Drahthaar Terrier)

Familie: Hundeartige (Canidae)
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Klasse: Säugetiere (Mammalia)

Autor: Verena Scholze
Mail: verenascholze@gmx.de
Website: http://www.verena-scholze.de/

Dokument: VS 00044

ausschließliche Nutzungsrechte an Text und Bildern:
Matthias Zimmermann

Alle Fotos: Verena Scholze

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FCI Standard 344. Gruppe 3 Terriers. Sektion 1 Hochläufige Terrier


Geschichte und Herkunft:
Wie die meisten der Terrier stammt auch der Foxterrier aus England. Für viele Besitzer und Hundefreunde zählen sie als die klassischen englischen Terrier. Der Foxterrier ist eine sehr alte Rasse. Alten Niederschriften zufolge fanden die Foxterrier bereits im 14.Jahrhundert Erwähnung, damals rein unter dem Namen Fox. Auf alten Bildern aus dem 14. und 15. Jahrhundert ist er auf Jagdgemälden dargestellt. In England gibt es den glatthaarigen Foxterrier ab ca. 1800, die rauhaarige Variante wird ab 1814 erwähnt. Damals wurden diese Terrier hauptsächlich als glatthaarige Jagdhunde gezüchtet. Jedoch war im Laufe der Zeit eher eine Variante erwünscht, die den Hund auf der Jagd im Gestrüpp vor Dornen und Zweigen schützen sollte. So kreuzte man den Wire-Haired Terrier, der unterdessen ausgestorben ist, mit dem glatthaarigen Foxterrier. So entstand der drahthaarige Foxterrier. Es wird berichtet, dass die Jäger den kleinen Terrier auf den Treibjagden zunächst in den Satteltaschen bei sich trugen. Wenn die anderen Jagdhunde wie Beagle oder Foxhound die Beute in den Bau getrieben hatten, ließ man diesen kleinen vierbeinigen Jäger los. Er hetzte in den unterirdischen Bau und trieb die Beutetiere nach draußen, wo er sie erlegte. Bei der Auswahl der Zuchttiere war vor allem die Größe entscheidend, da die Hunde in die engen unterirdischen Bauten von Füchsen oder auch Dachsen mühelos vordringen sollte. So entstand auch sein Name, der sich vom englischen „fox“ für Fuchs und „terra“ für Erde ableitet.

Foxterrier 01

In Großbritannien wurde der drahthaarige Foxterrier 1870 als eigenständige Rasse anerkannt, auf Ausstellungen jedoch war er bereits erstmals 1862 in Birmingham zu sehen. 1876 gründete man den Foxterrier Club als einen der ersten Rassehundeclubs überhaupt. Im englischen Kennel Club werden seit damals beide Varianten, der glatthaarige und der drahthaarige Terrier geführt. In Deutschland hielt dieser Terrier in den 80er Jahren Einzug und 1889 wurde der erste deutsche Foxterrier Club gegründet. Damals bevorzugte man in Deutschland zunächst noch die glatthaarige Variante. Erst ab ca. 1920 nahm die Beliebtheit des Drahthaar Terriers zu. Seinem Aussehen verdankte er unzählige Auftritte in Werbung und Filmen und auch in der Comicserie „Tim und Struppi“ ist der Foxterrier als der treue Gefährte verewigt. Damals mutierte diese Rasse vom „Naturburschen“ zum Modehund und galt als ein beliebter Begleiter der Damenwelt. Durch diese Nachfrage bildete sich eine Massenzucht, aus der sehr viele kranke und reizbare Foxterrier hervorgingen. Zum Glück für diese Rasse wandelte sich der Trend in den Jahren und die Zeiten als Modehund sind vorbei.

Auch als Kriegshelden gingen einige Vertreter aus dieser Rasse hervor. Im ersten Weltkrieg wurde ein Drahthaar Terrier namens „Drummer Jack“ den Coldstream Guards, dem englischen Gardegrenadierregiment, zugeteilt und erhielt eine hohe Auszeichnung, den „General-Service Orden“. Auch der Terrier „Igloo“ wurde bekannt, als er von 1928-1930 Admiral Birk in die Antarktis begleitete. Um der Kälte zu trotzen, staffierte man ihn mit einem Mantel aus Kamelhaar und vier pelzgefütterten Fußwärmern aus.

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Körperbau:
Der Foxterrier besitzt einen kurzen geraden Rücken und eine tiefe Brust. Die Lenden sind leicht gewölbt und muskulös.

Fell und Farbe:
Das Deckhaar des Foxterriers ist sehr dicht und drahtig. Manche Züchter sagen liebevoll, es fasst sich ähnlich an wie eine Kokosnuss. An den Seiten ist das Haar weicher als auf dem Rücken sowie den Läufen. härte als Das Unterkleid ist feiner und weicher. An den Kiefern ist das Haar länger und krauser, was diesem Terrier den Ausdruck von Kraft verleiht. Den Drahthaar Terrier sollte man regelmäßig (Züchter empfehlen mindestens 2x jährlich) trimmen, ansonsten verhindert das dichte Unterfell das nachwachsen des Deckhaares. Dieses kann zu einem Pigmentverlust führen, was sich an einer rötlichen Färbung erkennen lässt. Kämmen oder bürsten sollte man wöchentlich.

Die vorherrschende Farbe ist weiß. Die Abzeichen sind schwarz oder schwarz-lohfarben sowie nur lohfarbene. Unerwünscht sind Abzeichen in rot, gestromt, schieferblau oder leberbraun.

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Charakter und Wesen:
Der Foxterrier ist ein lebhafter Hund. Er ist immer aktiv und sehr neugierig. Er besitzt eine große Intelligenz und ist sehr gewandt. Mit dieser Rasse ist stets Action angesagt, Stöckchen oder Bälle zu apportieren liebt dieser quirlige Kerl. Sie sind kinderlieb und daher auch als Hund für Familie mit Kindern geeignet. Für Spaß ist er immer zu haben. Allerdings ist dieser Hund auch sehr eigensinnig und eher weniger für Hundeanfänger geeignet.

Der Foxterrier besitzt neben dem Raufen und Kräftemessen mit anderen Hunden eine weitere große Leidenschaft, das Buddeln. Durch eine liebevolle und konsequente Erziehung kann man seinen Foxterrier jedoch gut in den nötigen Bahnen führen.

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Haltung:
Foxterrier brauchen viel Action, sie sind keine bequemen Hunde. Diese Rasse fordert viel Auslauf, Sport, Beschäftigung und Abwechslung. Daher sollte man sich vor der Anschaffung eines Foxterriers gut überlegen, ob man diesen Anforderungen gerecht werden kann. Daher ist auch die Wohnungshaltung nur bedingt für einen Foxterrier geeignet, es sei denn, man bietet ihm im Gegenzug entsprechend Auslauf und Aktivitäten.

Sonstiges:
Der Foxterrier sieht jeder Herausforderung mit gespannter Erwartung entgegen. Außerdem besitzt er einen ausgeprägten Gleichgewichtssinn. Daher ist er für Hundesport wie Agility geeignet. Diese Rasse ist sehr gelehrig und nicht wenige dieser Vertreter beherrschen kleinere Kunststückchen.



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