American Akita - Amerikanischer Akita

Familie: Hundeartige (Canidae)
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Klasse: Säugetiere (Mammalia)

Autor: Verena Scholze
Mail: verenascholze@gmx.de
Website: http://www.verena-scholze.de/

Dokument: VS 00043

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Matthias Zimmermann

Alle Fotos: Verena Scholze

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FCI Standard 344. Gruppe 5 Spitze und Hunde vom Urtyp. Sektion 5 Asiatische Spitze und verwandte Rassen


Geschichte und Herkunft:
In der japanischen Sprache bedeuten „Ken“ und „Inu“ übersetzt Hund. Der Akita Inu stammt also aus der Region Akita. In Japan ist der Akita Inu seit jeher ein Symbol für Gesundheit und Wohlergehen. Bei Krankheit schickte man dem Patienten kleine Akita Tonfiguren, „Inukariko“ mit baldigen Genesungswünschen. Zur Geburt eines Kindes schenkte man den Eltern ebenso ein Tonfigürchen, welches dem Kind immer Glück bringen sollte. In Japan gilt der Akita Inu als Kulturgut. Ein preisgekrönter Akita wird als nationaler Kunstschatz angesehen.

Ungefähr zeitgleich mit der Geschichte des japanischen Akitas beginnt auch die Herkunftsgeschichte des American Akita oder Amerikanischen Akita, wie er gleichfalls genannt wird. Bereits seit 1603 wurden in japanischen Regionen mittelgroße Hunde, die eigentlich für die Jagd vorgesehen waren, für Hundekämpfe benutzt. Diese Akitas waren ursprünglich für die Bärenjagd verwendet worden. Ab 1686 erfolgten Einzüchtungen und Kreuzungen mit Mastiffs und dem Tosa. Die Folge davon war eine Zunahme der Größe und der Proportionen. Allerdings gingen die für diese Spitz Rasse typischen Charakteristika verloren.

Die ersten Akitas kamen bereits um 1900 nach Amerika. Hier erfolgte 1933 die Gründung eines Kennel. Jedoch wurde erst 1964 die notwendige Zahl an Hunden erreicht, die das Zuchtbuch zur Eröffnung eines eigenen Registers verlangt. Ab jetzt konnten die American Akitas auf Ausstellungen gezeigt werden.

Als 1908 die Hundekämpfe in Japan verboten wurden tat dies der Beliebtheit der Rasse keinen Abbruch, sie nahm weiterhin zu. Während des Zweiten Weltkrieges sollten alle Hunde außer den Deutschen Schäferhunden beschlagnahmt werden, um ihr Fell für die Herstellung der Militärkleidung zu verwenden. Die Schäferhunde blieben militärischen Zwecken vorbehalten. Manche Züchter versuchten das Verbot zu umgehen und nahmen Einkreuzungen ihrer Hunde mit Deutschen Schäferhunden vor. So ist es kaum verwunderlich, das nach Ende des Zweiten Weltkriegens die Zahl der Akitas drastisch reduziert war. Damals existierten drei verschiedene Typen, die Matagi Akitas, Akitas für Hundekämpfe sowie Schäferhund Akitas.

Bei ihrer Rückkehr brachten viele der heimkehrenden Besatzungstruppen Akitas vom Typ „Dewa“ aus Japan mit in die USA. Ab dem Zeitpunkt setzte das ein, was bereits bei anderen Hunderassen wie Cocker Spaniel oder auch den Zwergschnautzer passierte: die amerikanischen Züchter schlugen in der Zucht ihren eigenen Weg ein. In den USA hat sich vor allem der „Dewa“ Typ durchgesetzt, der bei den Japanern abgelehnt wird. In Japan werden vor allem die Hunde mit dunklen Masken abgelehnt, weil diese an die Einkreuzungen mit dem [Deutschen Schäferhund] erinnern und als unliebsames Überbleibsel ersichtlich ist. In Amerika jedoch sind gerade diese Hunde mit den dunklen Masken beliebt. Zu dieser Zucht hat besonders ein Rüde namens „Kongo“ beigetragen, welcher von den Japanern abgelehnt wurde. Auch wurden bereits vor dem Zweiten Weltkrieg Einkreuzungen mit den japanischen Tosa vorgenommen, um die Rasse schwerer zu züchten. Schon aus dem Grund ist es unvermeidlich, dass die beiden Rassen auseinanderdriften. Heute unterscheiden sich die Amerikanischen und Japanischen Akitas vor allem durch ihre Stirnfalten, zu kurzen Haar durch die Mastiff Einkreuzungen oder auch zu langen Haar, welches durch die Schäferhund Einkreuzungen auftritt. Auch bei roten Akitas können schwarze Masken auftreten. In Europa will man sich jedoch rein an die japanischen Zuchtziele halten.

Körperbau:
Der American Akita ist ein kräftiger Hund mit einem schweren Knochenbau. Er ist groß und harmonisch anzusehen.

Fell und Farbe:
Das Haarkleid des American Akita ist sogenanntes Stockhaar. Es ist gerade und steht etwas vom Körper ab. Es fühlt sich harsch an. Die dichte Unterwolle ist kürzer als das Deckhaar und sehr üppig und weich. Alle Farben wir rot, weiß, falbfarben sind zulässig. Auch gestromt und gescheckt ist erlaubt. Masken mit und ohne Blesse sind möglich. Nur bei einfarbigen weißen Hunden tritt keine Maske auf. Bei gescheckten und gestromten Hunden kann die Unterwolle andersfarbig sein.

Charakter und Wesen:
Der American Akita ist ein treuer und freundlicher Hund. Er ist aufmerksam, mutig und unerschrocken, weshalb er als Begleiter der Samurai galt. Fremden gegenüber kann er abweisend sein. Als echter asiatischer Hund ist er jedoch sensibel, weshalb bei ihm eine freundliche, geduldige und trotzdem konsequente Erziehung am besten ist. Ohne Erzeihung kann er sehr dominant werden. Ausgewachsene American Akitas zeigen das ruhige und würdevolle Wesen, das sie zu sehr beliebten Familienhunden werden lässt. Seiner Familie und seinem Besitzer ist er treu ergeben. Er ist ideal für Kinder, denn er bewacht und beschützt diese oftmals aus eigenem Antrieb, ohne die vorherige Erziehung durchlaufen zu haben.

Haltung:
Der American Akita benötigt regelmäßigen Auslauf und ist für reine Wohnungshaltung ungeeignet. Aufgrund seines Jagdtriebes, ein Erbe der früheren Jagdeinsätze sollte man ihn in Waldgebieten aufgrund des dort auftretenden Wildbestandes lieber an der Leine führen.

Sonstiges:
Aufgrund seiner Intelligenz lässt sich der American Akita auch zu verschiedenen Hundesportarten ausbilden. Hier ist jedoch eine einfühlsame Hand von Nöten denn unter Druck arbeitet der Akita nicht mehr mit. Er kann hier ganz schnell auf stur schalten. Aufgrund der Abwechslung ist er besonders die Rettungs- und Lawinenhund Ausbildung geeignet. Bei stupiden Wiederholungen von Übungen hingegen verweigert er schnell die Mitarbeit. Für den Schutzdienst hingegen ist er nicht geeignet, das er eine Beißhemmung Menschen gegenüber aufweist.



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American Akita

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