Lhasa Apso

Lhasa Apso

Familie: Hundeartige (Canidae)
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Klasse: Säugetiere (Mammalia)

Autor: Verena Scholze
Mail: verenascholze@gmx.de
Website: http://www.verena-scholze.de/

Dokument: VS 00040

ausschließliche Nutzungsrechte an Text und Bildern:
Matthias Zimmermann

Alle Fotos: Verena Scholze

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FCI Standard 227. Gruppe 9 Gesellschafts- und Begleithunde.
Sektion 5 Tibetanische Hunderassen.


Geschichte und Herkunft:
Seit über 2000 Jahren wurde der Lhasa Apso ausschließlich in Tibet gezüchtet. Tibet, das „Dach der Welt“, besteht aus Bergen und Höhen des Himalayas, die eine durchschnittliche Höhe von 4500 Meter besitzen. Das Land ist von einem harten Klima geprägt. Die Landschaft ist karg und weist wenig Vegetation auf, welches die Bewohner wie auch seine Tiere prägte. Die einfachen Tibeter selbst sind seit Urzeiten Ackerbauern und Viehzüchter.

Bis zum 19. Jahrhundert war der Lhasa Apso außerhalb Tibets kaum bekannt und selten anzutreffen, was wohl auch der geografischen Lage des Landes zuzuschreiben ist, ebenso wie dem Umstand, dass nur wenige westliche Besucher in das Land einreisen durften. Die Züchter waren Mönche und Würdenträger, tibetanische Lamas, denen der Lhasa Apso als Wachhund diente. Er galt jedoch auch als Glücksbringer und genoss ein großes Ansehen, er war für die tibetanischen Mönche ein heiliges Tier. Man glaubte daran, dass beim Tod des Besitzers die Seele in den Hundekörper hinüberglitt. Daher war diese Rasse auch unverkäuflich, er durfte nur als Glücksbringer und Wegbegleiter verschenkt werden.

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Der Generosität des Dalai Lama ist es zu verdanken, dass diese wertvolle Hunderasse weltweit verbreitet werden konnte. Er vermachte Diplomaten und ausländischen Persönlichkeiten ein Exemplar dieser Rasse als Geschenk. So fand der Lhasa Apso heute unterdessen weltweit seine Anhänger.

Woher der genaue Name dieser Rasse stammt, ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Man vermutet, dass der Name Lhasa von der Hauptstadt Tibets abgeleitet wurde. Apso wiederum stammt der Wahrscheinlichkeit nach von „abso seng kye“ ab. Das heißt übersetzt so viel wie „bellender Wachhund“. Manchen Niederschriften ist jedoch auch zu entnehmen, dass es ebenso von dem tibetanischen Wort für Ziege, nämlich „rapso“ abstammen könnte. Diese Ableitung ist dann eher optischer Art, vermutlich wegen seinem drahtigen und langen Fell.

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Erst in den zwanziger Jahren wurde der Lhasa Apso in Groß-Britannien heimisch. Ein britischer Beamter, Colonel E. Baley, der jahrelang in Tibet gearbeitet hatte, brachte 1928 bei seiner Heimkehr aus Tibet nach England eine handvoll dieser Hunde mit in das Königreich. Hier erhielten sie den Namen Lhasa Apso und bereits 1934 erfolgte die Anerkennung durch den Kennel Club.

In den USA entstand in den dreißiger Jahren eine Lhasa Apso Zucht. Diese wurde mit Tieren aufgebaut, die der damalige Dalai Lama dem Amerikaner C. Suydam Cutting geschenkt hatte. Danach erfolgten weitere Importe aus Tibet, Nepal sowie Indien. Bis heute hat sich diese Rasse weltweit einen Platz unter den Hundeliebhabern erobert. In Deutschland wurde jedoch erst in den 70er Jahren mit der Zucht begonnen.

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Körperbau:
Der Körperbau des Lhasa Apso ist kompakt und ausgewogen. Generell ist er ist eher lang als hoch, das heißt, das die Länge von der Schulterblattspitze zum Sitzbeinhöcker hin größer ist als die Wiederristhöhe. Er weist einen geraden Rücken sowie kräftige Lenden auf..

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Fell und Farbe:
Das Haarkleid des Lhasa Apso ist den klimatischen Bedingungen seiner Heimat angepasst, in denen auf kurze heiße Sommer lange und eisige Winter folgen. Das Fell besteht aus langen und groben Deckhaar, welches schwer und sehr gerade nach unten hängt. Die Unterwolle ist dicht. Auf der gesamten Länge des Rückgrats ist ein deutlich sichtbarer Scheitel. Die vorherrschenden Farben sind Honig, Gold, Sand, Schiefer, Rauch und dunkles Grau, schwarz, weiß, braun oder mehrfarbig. Alle Farben sind entsprechend erlaubt.

Das Fell sollte regelmäßig gepflegt werden, was bei der Dichte des Fells nicht ganz einfach ist. Manche Züchter empfehlen einmal wöchentlich eine Pflege mit Kamm, Bürste und Kämmlotion, um Verfilzungen vorzubeugen.

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Charakter und Wesen:
Der Lhasa Apso besitzt eine stolze Haltung und ein gutes Selbstbewusstsein. Er ist intelligent und gelehrig. Allerdings besitzt er seinen eigenen Kopf, hier ist in der Erziehung eine ruhige Hand und Geduld erforderlich. Der Lhasa Apso erledigt die von ihm geforderten Aufgaben, nicht weil er es möchte, sondern seinem Menschen zuliebe. Mit Druck oder gar Zwang kommt man in der Erziehung des Lhasa Apso nicht weit. Er ist eigenwillig aber stets freundlich. Fremden gegenüber ist er misstrauisch und wachsam. Seiner Familie gegenüber ist er anhänglich und treu ergeben, ohne jedoch seine Persönlichkeit aufzugben.

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Haltung:
Aufgrund seiner Größe ist der Lhasa Aspo auch für Wohnungshaltung geeignet. Jedoch ist dabei zu beachten, dass er gerne und viel bellt. Hier sollte gute Nachbarschaft vorhanden sein. Auch wenn der Lhasa Apso ein kleinerer Hund ist, so besitzt er doch Ausdauer und überrascht seinen Besitzer oftmals auf Spaziergängen mit seiner Energie.

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Sonstiges:
In Tibet gibt es eine Sage über den Ursprung und die Abstammung der Lhasa Apsos. So lebte in dieser Sage vor vielen Jahren eine Tiergottheit. Diese Gottheit mit Namen Sako war weißköpfig und konnte mit ihren großen Schwingen fliegen. Ihr Nest befand sich hoch oben in den Felsen. Jedes Jahr bekam sie ein paar Junge, eins mit und eins ohne Flügel. Das Junge ohne Flügel wurde von der Mutter versorgt und gefüttert, das mit Flügeln konnte für sich selber sorgen. Als das ohne Flügel zu groß wurde, fiel es aus dem Nest. So nahm die Mutter dies auf ihren Rücken und flog mit ihm ins Tal hinunter, wo sie es niederlies. Und so kamen die Lhasa Apsos nach Tibet.



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