Malteser

Malteser (Bichon maltais)

Familie: Hundeartige (Canidae)
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Klasse: Säugetiere (Mammalia)

Autor: Verena Scholze
Mail: verenascholze@gmx.de
Website: http://www.verena-scholze.de/

Dokument: VS 00027

ausschließliche Nutzungsrechte an Text und Bildern:
Matthias Zimmermann

Alle Fotos: Verena Scholze

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FCI - Standard Nr. 65 Gruppe 9


Geschichte und Herkunft:
Fälschlicher Weise leitet man die Herkunft des Maltesers immer von der Insel Malta ab, deren Namen er angeblich tragen soll. „Maltais“ stammt vom semitischen Wort „malat“ ab, was mit „Hafen“ oder „Zuflucht“ übersetzt wird. Diesen semitischen Wortstamm findet man in vielen maritimen Ortsbezeichnungen wieder, wie beispielsweise der Adriainsel Méléda, der sizilianischen Stadt Melita oder eben auch der Mittelmeerinsel Malta. Sicher ist jedoch, dass der Malteser zu den ältesten Hunderassen der Welt gehört. Statuen ähnlich aussehender Hunde fand man bereits in ägyptischen Grabmalen des 13.Jahrhunderts vor Christus. So u.a. auch im Grabmal von Pharao Ramses II. (1301 bis 1225 v. Chr.). Vermutlich wurde die Rasse vor über 2000 Jahren von phönizischen Kaufleuten (bezeichnet das Gebiet des nördlichen Ostmittelmeerraums, im Gebiet des heutigen Libanon sowie den phönizischen Kolonien im Mittelmeerraum bis nach Spanien und an die Küste Nordafrikas) im Mittelmeerraum verbreitet. In den Hafenstätten und den kleinen Küstenorten wurden sie dazu genutzt, die Ratten und Mäuse zu fangen und zu bekämpfen, die auf Schiffen in die Städte mitgeschleppt wurden und sich in den Lagerhäusern in den Häfen rasend schnell vermehrten.

Im Mittelalter finden sich einige Abbildungen von Hundezeichnungen, die auf den Malteser hinweisen könnten. So beispielsweise auf den Sarkophag Bischofs Ortlieb von Brandis (1458-1491), auf französischen sowie burgundischen Trachten, die deren Ärmel ein Malteser ziert, oder auf dem Ölgemälde „Liebeszauber“ aus dem 15. Jahrhundert. Sie galten als Begleiter der vornehmen Damen, so soll ein Malteser der Lieblingssschoßhund der Madame Pompadour gewesen sein. Vom Mittelmeerraum aus hielt der Malteser seinen Einzug nach Großbritannien und von dort verbreitete er sich weltweit. In USA und Kanada entstanden ebenfalls bald gut Zuchterfolge. Die Engländer hatten den größten Anteil an der Rasse, wie sie heute zu finden ist und den Standard beschreibt. Die ersten Malteser der Reinzucht, die 1904 ins Hundestammbuch eingetragen wurden, waren noch nicht weiß sondern weiß-gelbbraun. Die Malteser zählen zu den ältesten Rassen, die auf Hundeschauen gezeigt wurden, 1862 in Großbritannien und 1877 in den USA.

Körperbau:
Der Malteser besitzt einen langgestreckten Körperbau. Er ist klein, mit einem kurzen geraden Rücken und tiefer, ausgeprägter Brust.

Fell und Farbe:

Das Haarkleid des Maltesers ist sehr lang, seidig und gerade, es weist keine Locken auf. Es glänzt schimmernd und ist von reinem weiß. Unterwolle ist nicht vorhanden. Das Haarkleid fällt wie ein Umhang um den Körper. Das Haarkleid benötigt viel Pflege und Sorgfalt. Sollte das Fell entgegen der Züchterempfehlung doch mal ganz kurz geschoren werden, so kann es sich am Ansatz in kleine Wellen kräuseln.

Charakter und Wesen:
Der Malteser ist ein liebenswürdiger und angenehmer Hund. Er ist intelligent und sehr gelehrig. Gleichzeitig lebhaft und zärtlich, durchaus wachsam, sodass er sich auch als Wachhund für Wohnungen eignet. Er besitzt ein geduldiges und einfühlsames Wesen und eignet sich für Familien mit Kindern. Ebenso wird er gerne zur Betreuung geistig behinderter Menschen eingesetzt. Er braucht die Bindung an seinem Menschen.

Haltung:
Aufgrund seiner Größe ist der Malteser für Stadtwohnungen geeignet. Er besitzt keinen Jagdtrieb und kann daher auch in entsprechender Umgebung von der Leine gelassen werden. Allerdings sollte man sich gut überlegen, welche Wege man mit diesem Haarkleid beschreitet, denn eine entsprechende Pflege ist immer notwendig. Man sollte den Malteser samt seiner Fellpracht weder starken Regen noch Kälte aussetzen.

Sonstiges:
Unter dem Begriff „Bichons“ wird eine Gruppe mehr oder weniger langhaariger Zwerghunde zusammengefasst. Diese gelten seit dem klassischen Altertum in allen Mittelmeerländern als Begleiter der der vornehmen Damen des Adels und wurden als solche bekannt. Das Haarkleid dieser Hunde kann glatt, gewellt oder gelockt sein. Hier unterscheidet man je nach Beschaffenheit verschiedene Rassen, deren Einteilung von den Franzosen vorgenommen wurde: nämlich den Malteser (Bichon maltais), den Havaneser (Bichon havanais), den Bologneser (Bichon bolognais), Bichon frise oder auch Bichon Teneriffe genannt, Löwchen (Bichon petit Chien Lion) sowie den Coton de Tulear. Alle diese Rassen besitzen die gleiche geringere Größe.



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