Scottish Terrier

Scottish Terrier
Gebrauchshunde, Begleithunde

Familie: Hundeartige (Canidae)
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Klasse: Säugetiere (Mammalia)

Autor: Verena Scholze
Mail: verenascholze@gmx.de
Website: http://www.verena-scholze.de/

Dokument: VS 00025

ausschließliche Nutzungsrechte an Text und Bildern:
Matthias Zimmermann

Alle Fotos: Verena Scholze

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FCI - Standard Nr. 73


Geschichte und Herkunft:
Der Scottish Terrier stammt, wie der Name schon unschwer erkennen lässt, aus Schottland und wird von Besitzern oder Liebhabern der Rasse auch gern „Scottie“ genannt. Manche Experten behauten, dass dieser Hund angeblich schon vor der römischen Invasion in Schottland vertreten war. Diese Behauptung konnte jedoch nie belegt werden. Man vermutet die Herkunft des Scottish Terriers in den Mooren von Rannoch und den Hügeln von Perthshire. Die damaligen Terrier hatten jedoch mit dem heutigen Scottish Terrier wenig Ähnlichkeit. Diese Hunde, die in den einsamen Gebieten der Highlands und auf den schottischen Inseln lebten und deren Besitzer Kleinbauern, Wildhüter oder Jäger waren, hatten mit dem Rest der Welt keine oder wenig Kontakt. Die Bewohner waren mit ihrer Lebenserhaltung beschäftigt, Literatur und Kunst gab es nicht. Daher gibt es keine genaue Rassegeschichte, weder aus Aufzeichnungen noch auf Bildern oder Gemälden, die auch belegt werden kann. Diese drahtigen Hunde wurden damals zur Jagd auf Füchse, Dachse, Otter,Marder oder anderes kleines Raubgetier verwendet. Sie zeichneten sich vor allem durch ihr kräftiges Gebisse und den muskulösen Nacken aus, der sie zu einem ebenbürtigen und gefährlichen Jäger der genannten Beutetiere machte. Die damaligen Scottish Terrier waren noch etwas größer und langbeiniger. Man züchtete damals rein für die Jagd und so wurde noch kein Versuch unternommen, einen bestimmten Typ zu erhalten. Rasseforscher sind sich einig, dass sich der Scottish Terrier erst Ende des 19 Jahrhundert entwickelt hat und eng mit dem Skye Terrier verwandt ist.

Scottish Terrier 01

Der West Highland White Terrier ebenso wie der Cairn Terrier runden die die vier schottischen Terrier Rassen ab. Früher bezeichnete man den Scottish Terrier auch als Aberdeen Terrier. Die Rassegeschichte des modernen Scottish Terrier nahm 1879 auf der Ausstellung in Dundee ihren Anfang, als dort die ersten Hunde gezeigt wurden. Zwar wurden bereits Jahre vorher Scottish Terrier ausgestellt wurden, diese jedoch aufgrund des noch fehlenden Standards falsch anerkannt oder beurteilt. So ist von einem Hund die Rede, der am gleichen Tag jeweils den ersten Preis für den besten Scottish Terrier als auch den besten Skye Terrier gewann. Der erste Standard erschien im Jahre 1888 in dem Werk „The illustrated Book of Dogs“. Hier wurden die ersten wichtigen Punkte der Zucht festgelegt. 1883 wurde der erste Scottish Terrier Club of England gegründet. 1889 entstand ein zweiter Club, der Scottish Terrier Club of Scottland. In Deutschland wurde die Rasse erstmals 1903 auf einer Ausstellung in Dresden gezeigt. Drei Jahre später erfolgten die ersten Eintragungen im Zuchtbuch des Klubs für Terrier. Der Scottish Terrier zählt damit zu den ältesten Terrierrassen, die in Deutschland gezüchtet wurden. In den 30er Jahren mutierte der Scottish Terrier in Deutschland ebenso wie in der Schweiz zum Modehund. Durch den zweiten Weltkrieg wurden jedoch viele Zuchtbestände weitgehend vernichtet und erst nach Ende des Krieges mit den verbliebenen Hunden wieder aufgenommen. In den frühen 50er Jahren erlebte die Rasse einen erneuten Boom. Damals wurden aufgrund des „Modegeschmackes“ weitgehend nur schwarze Scottish Terrier gezüchtet und die gestromten und weizenfarbigen wurden vernachlässigt. Wichtig war damals, dass die Hunde lackschwarzes Fell hatten.

Scottish Terrier 02

Körperbau:
Der Scottish Terrier ist ein kurzläufiger Hund und besitzt einen untersetzten Körperbau. Sein Kopf erscheint in Vergleich zur Größe des Hundes relativ lang.

Fell und Farbe:
Das Haarkleid des ScottishTerriers ist ein doppeltes Haarkleid, das eng am Körper anliegt. Das Fell ist wasserfest, was ihm in dem regnerischen und kalten Schottland zu Gute kam. Das Deckhaar ist dicht, drahtig und rau, die Unterwolle ist weich und ebenfalls dicht. Die Fellfarben sind schwarz, weizenfarben oder gestromt. Auch schwarz-gestromt, weizen-gestromt und rot-gestromte Fellfarben treten auf. Das Haarkleid sollte einmal wöchentlich gebürstet werden. Trimmen sollte alle zwei bis drei Monate erfolgen.

Scottish Terrier 03

Charakter und Wesen:
Der Scottish Terrier kann ebenso wie die anderen Arten aus der Terrierfamilie sehr dickköpfig sein und kann zur Sturheit neigen. Im Gegensatz zum Jack Russel Terrier oder auch dem West Highland Terrier jedoch besitzt er ein weniger überschäumendes Temperament und neigt zur Zurückhaltung. Er ist ein mutiger und wachsamer Hund. Er ist klug, einfühlsam und sensibel und kann sehr gut einschätzen, wer ihm Sympathie entgegen bringt oder auch nicht. Er ist ein sanfter Hund der auch kinderfreundlich ist. Am besten wäre es hier jedoch, wenn er bereits gemeinsam mit ihnen aufwächst. Teilweise kann er zu Eigenbrödlerei neigen, beweist jedoch stets eine große Zuneigung zu seiner Familie. Dieser stolze Schotte mit der starken Persönlichkeit gilt als Gentleman unter den Hunden.

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Haltung:
Aufgrund seiner Größe benötigt der Scottish Terrier nicht viel Auslauf, wandert jedoch gerne auch mal längere Strecken bei entsprechendem Training. Er ist für die Haltung in einer Stadtwohnung geeignet, da er auch nicht zu kläffen oder bellen neigt. Er ist sehr intelligent und arbeitsfreudig und sollte eine entsprechende Beschäftigung erhalten. Er spielt gerne und apportiert kleine Gegenstände wie beispielsweise Bälle oder Stöckchen. Auch buddeln zählt zu seinen Leidenschaften. Viele der Scottish Terrier haben sich erfolgreich als Schutzhunde bewährt. Auch Agility und Obedience sind Sportarten, die sich für einen Scottish Terrier eignen.



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