Foxhound

Foxhound, English Foxhound, Englischer Foxhound
Laufhunde, Schweißhunde

Familie: Hundeartige (Canidae)
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Klasse: Säugetiere (Mammalia)

Autor: Verena Scholze
Mail: verenascholze@gmx.de
Website: http://www.verena-scholze.de/

Dokument: VS 00023

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Matthias Zimmermann

Alle Fotos: Verena Scholze

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FCI - Standard Nr. 159


Geschichte und Herkunft:
Schon im Mittelalter sorgte der Adel für die Züchtung verschiedener Laufhunderassen. Vor der Fuchsjagd waren Hirsche und Hasen die Objekte der Jagd. Für die Hirschjagd benötigte man langbeinige hochgewachsene Laufhunde, für die die Hasenjagd schnelle mittelgroße Hunde wie u.a. den Beagle. Zur Fuchsjagd züchtete man dann den Foxhound. Die Geschichte des Foxhound lässt sich bis ins 13.Jahrhundert zurückverfolgen. Damals wurde in England die Fuchsjagd eingeführt. Experten vermuten, dass der Fouxhound mit dem Talbot Hound und auch dem unterdessen ausgestorbenen Hubertushund (ebenfalls ein Vorfahre vom Bloodhound) verwandt ist. Ebenfalls jedoch befinden sich Terrier, Greyhounds und Bulldoggen in der Ahnenliste des Foxhounds. Eine ausgewählte Zucht des englischen Foxhounds findet seit nunmehr zweihundert Jahren statt. Diese Zucht wird mit sorgfältig ausgewählten Blutlinien vorgenommen. Für jeden Besitzer eines Foxhounds ist es leicht, den Ursprung und die Ahnen seines Hundes zurückzuverfolgen.

Foxhound 01

Das Zuchtbuch des Masters (Waidwerkmeister) der englischen Foxhound Vereinigung (Masters of Foxhounds) wurde schon vor 1800 eröffnet. Bis heute liegt die Zucht in den Händen der „Masters of Foxhounds“, die das Zuchtgeschehen von Anbeginn sehr sorgfältig niedergeschrieben und jeden Hund registriert haben. Diese Dokumentation ist einmalig in der Hundezucht. Durch die FCI erfolgte 1964 die Anerkennung der Rasse. In England existierten schon um 1850 hunderte von Foxhound Meuten. Heute ist die Fuchsjagd in England unterdessen verboten. Es finden nur noch sogenannte Schleppjagden statt, bei der nur eine Fährte gelegt, jedoch kein lebendiges Tier gehetzt wird.

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Im 18. Jahrhundert trug in Amerika George Washington wesentlich zur Entwicklung einer eigenständigen amerikanischen Foxhound Rasse bei. Er führte in die englische Foxhoundmeute französische Foxhounds ein. Durch spätere vorgenommene Kreuzungen mit irischen und englischen Foxhounds entstand der besonders schnelle, amerikanische Schlag.

Körperbau:
Der Foxhound ist ein mittelgroßer Hund mit einem kraftvollen Körper. Er hat eine tiefe Brust, lange Schultern und einen sehr muskulösen, geraden Rücken. Der amerikanische Foxhound besitzt einen leichteren Körperbau. Seine Brust ist schmäler und er hat länger Ohren als der englische Foxhound.

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Fell und Farbe:
Der Foxhound besitzt ein kurzes bis mittellanges, festes und glänzendes Haarkleid. Es ist widerstandsfähig und schützt bei jeder Witterung. Jede anerkannte Laufhundefarbe ist zugelassen.

Charakter und Wesen:
Foxhounds sind lebhafte und unbekümmerte Hunde mit viel Kraft und Ausdauer. Sie sind attraktiv und freundlich, können allerdings sehr eigenwillig und unfolgsam sein. Foxhounds können zuweilen zerstörerische Anlagen aufweisen und besitzen ein Übermaß an Energie. Sie benötigen eine konsequente und entschlossene Erziehung. Auch sollten sie nicht als Einzelhunde sondern nur in de Meute gehalten werden. Als Familienhunde und als Stadthunde sind sie nicht geeignet.

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Haltung:
Foxhounds werden meist in Großanlagen (auch Zwingeranlagen) gehalten, in denen die komplette Meute und nicht einzelne Hunde untergebracht sind. Die Züchter investieren viel Sorgfalt und Pflege in diese Anlagen. Durch die Haltung in der Meute bewirkt man eine Prägung und starke Sozialisierung der Foxhounds auf ihre Artgenossen. Foxhounds werden selten als Familienhunde gehalten. Manche Züchter oder Jagdfreunde nehmen Foxhoundwelpen im ersten Jahr in die Familie auf, um sie dort anders als in der Meute zu sozialisieren. Sie werden in den Ablauf eines Familienalltags integriert und sollen so an andere Tiere oder Straßenverkehr gewöhnt und auf den Menschen geprägt werden. Jedoch werden sie meist innerhalb kurzer Zeit wieder in die Meute zurückgegeben.

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Sonstiges:
Jagen auf lebendes Wild zum Vergnügen ist in Deutschland seit den 30er Jahren gesetzlich verboten. Sogenannte Schleppjagden verlaufen unblutig. Hierbei jagen die Hunde eine künstlichen Fährte, dem sogenannten "Scent". Nach Ende der Jagd wird die Meute mit einem Stück Pansen bei der feierlichen "Curée" belohnt. Zuvor jedoch erfolgt das feierliche Blasen des "Halali". Die Schleppe wird vom Schleppleger gelegt, die er hinter dem Pferd an einer Schnur hinter sich herzieht, oder mithilfe eines Tropfkanisters, der am Sattel festgeschnallt ist und so im Gelände den Duft abgibt. Die Reiter folgen den Hunden, wobei eine genaue Einhaltung der Jagdordnung einzuhalten ist.

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