Bearded Collie

Bearded Collie
Hüte- und Treibhunde

Familie: Hundeartige (Canidae)
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Klasse: Säugetiere (Mammalia)

Autor: Verena Scholze
Mail: verenascholze@gmx.de
Website: http://www.verena-scholze.de/

Dokument: VS 00019

ausschließliche Nutzungsrechte an Text und Bildern:
Matthias Zimmermann

Alle Fotos: Verena Scholze

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FCI - Standard Nr. 271


Geschichte und Herkunft:
Über die genaue Herkunft des Bearded Collie ist nichts Genaues bekannt und es kursieren verschiedene Spekulationen über die Abstammung und Herkunft dieses zotteligen Hütehundes. Einig ist man sich, dass der Bearded Collie aus dem schottischen Hochland stammt und vermutet, dass die alten Rassen des Hochlandes die Vorfahren sein sollen. Mache Fachleute meinen jedoch, dass er dem Typ nach zu den zotteligen Hirtenhunden gehört, die vom Ursprung her aus Osteuropa bzw. Asien stammt und von dort mit dem gekauften Vieh auf die Insel kam. Andere Niederschriften zeigen, dass die Vermutung besteht, dass im Mittelalter polnische Händler ungarische Windhunde nach Schottland brachten und diese möglicherweise als Vorfahren der Bearded Collies anzusehen sind. Auch ist man sich nicht sicher, ob man den Bearded Collie überhaupt zu den Collies anrechnen soll. Alte Abbildungen des Old English Sheepdogs zeigen viele Ähnlichkeiten mit dem heutigen Bearded Collie auf. Und mit dem heutigen Collie hat der Bearded Collie im Aussehen nicht mehr viel gemeinsam. Er hat weder den schmalen Kopf des Collie noch den typischen Ausdruck und auch das bärtige Gesicht weist keinerlei Ähnlichkeiten auf. Seinen Namen Bearded Collie (bärtiger Collie) verdankt er seinem Bart, der ihm über die Lefzen und vom Kinn wächst.

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In Schottland soll der der Bearded Collie bereits seit dem 15.Jahrhundert Schafe und Herden gehütet haben. Die Bauern brauchten einen Hund, der den schottischen Witterungsverhältnissen trotzen konnte. So wurde ein rauhaariger Hütehund mit dichtem Fell benötigt, das sie vor Nässe und Kälte schützte. Oftmals waren die Hunde tagelang im unwegsamen Gelände unterwegs, sie mussten Ausdauer aufweisen und kräftig und zäh sein. Neben dem zusammentreiben der Herden mussten die Bearded Collies die Tiere auch vor Viehdieben und Raubtieren schützen. So waren sie als Hüte-, Treiber- und Wachhunde im Einsatz.

In vielen Büchern taucht der Bearded Collie auch als Highland Collie, Mountain Collie oder Hairy Mou ed Collie auf. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts starb die Rasse beinahe aus und konnte im Jahr 1944 nur durch die Nachkommen eines einzigen Paares gerettet werden.

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Körperbau:
Der Bearded Collie besitzt einen schlanken Körper und wirkt trotz seines dichten Fellkleides nicht plump. Sein Körperbau ist lang gestreckt, mit einen tiefen Brustkorb und einem geraden Rücken. Er ist ein drahtiger und aktiver Hund.

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Fell und Farbe:
Der Bearded Collie hat langes, ziemlich grobes Deckhaar. Dieses Deckhaar ist glatt, kräftig und zottig. Es sollte weder wollig noch lockig sein, wobei eine leichte Wellung erlaubt ist. Die Unterwolle des Haarkleides ist weich, pelzig und sehr dicht. Das Haarkleid bietet den Witterungsbedingungen seines Ursprungslandes Schottland viel Widerstand und gibt ihm Schutz. Das Haarkleid soll trotzdem die Formen des Hundes zur Geltung bringen und soll nicht getrimmt werden. Der Nasenrücken ist nur sehr wenig mit Haaren bedeckt, an den Seiten bedeckt es die Lefzen. An den Wangen, bei den unteren Lefzen und unter dem Kinn wird das Fell zur Brust hin länger und bildet den typischen „beard“ Bart für diese Hunderasse.

Die Fellfarben gibt es in schwarz, blau, allen Grautönen, braun rotbraun oder auch sandbraun. Der Kopf, die Brust, die Läufe und auch die Schwanzspitze dürfen weiße Abzeichen aufweisen.

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Charakter und Wesen:
Der Bearded Collie ist ein freundlicher, temperamentvoller und lebhafter Hund, der einen unternehmungslustigen Gesichtsausdruck besitzt. Er ist sehr gutmütig im Wesen und Kinderfreundlich, daher auch als Familienhund geeignet. Er ist ein selbstsicherer und zuverlässiger Hund, der nicht zu Nervosität oder Aggressivität neigt. Daher eignet er sich auch heute noch zur Hütearbeit. Aber auch als Fährtenhund, Rettungshund oder Therapiehund kommt der Bearded Collie zum Einsatz. Beim Hundesport lässt er sich für Agility, Flyball und Obedience begeistern oder manchmal auch zum Dogdance verleiten. Der Bearded Collie kann mit einer charmanten Art seinen Besitzer um den Finger wickeln. Ein treuer Blick und man kann ihm (fast) nicht böse sein. Hier ist jedoch eine liebevolle aber konsequente Erziehung gefragt, die das sensible Wesen des Bearded Collie festigt. Unsichere Halter sollten zur Erziehungshilfe eine Hundeschule aufsuchen.

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Haltung:
Der Bearded Collie besitzt viel Ausdauer, Lebensfreunde und Temperament. Lange Spaziergänge sind daher ein Muss für ihn. Sportliche Betätigungen, die er mit seinem Menschen ausüben kann, nimmt er gerne in Anspruch. Agility ist ein idealer Sport und Beschäftigungsfeld für den Bearded Collie. Statt dem Hüten kann er sich den sportlichen Aufgaben zuwenden. Ein unterforderter oder auch schlecht erzogener Bearded Collie kann sehr anstrengend sein und das seinem Besitzer auch zeigen.

Er darf nicht im Zwinger gehaltern werden da er den direkten Kontakt zu seinen Menschen und der Familie braucht. Eine kleine Wohnung wird zur Haltung nicht empfohlen, eine größere Wohnung und / oder ein Haus mit Garten und Auslauf kommt dem Bearded Collie mehr entgegen.

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Sonstiges:
Bei der Fellpflege des Bearded Collie gehen die Meinungen der Züchter auseinander. Manche meinen, dass das Fell des ehemaligen Arbeitshundes keine besondere Pflege braucht und nur hin und wieder gebürstet werden muss. Hier liegen Empfehlungen je nach Fellbeschaffenheit von einmal wöchentlich bis einmal vierzehntätig bürsten vor. Andere Züchter empfehlen die wöchentliche Fellpflege mit verschieden Kämmen und Bürsten, um die dichte Unterwolle und das Haarkleid von Verknotungen und Dreck zu befreien. Sicherlich muss jeder Besitzer eines Bearded Collie den Grad der Fellpflege selbst entscheiden, auch abgängig davon, ob sich der Hund als kleines oder großes „Schmutzmonster“ erweist. Bei starken Verschmutzungen, die in der kalten und nassen Jahreszeit sicherlich öfter auftreten, sollten die schmutzigen Läufe mit klarem Wasser in der Badewanne oder Dusche gereinigt werden.

Mache Züchter empfehlen das alleinige Füttern von Trockenfutter, um die Essenreste im Bart auf ein minimales zu reduzieren.



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