Spaniel

King Charles Spaniel
Zwerghunde (Toy Dogs)

Familie: Hundeartige (Canidae)
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Klasse: Säugetiere (Mammalia)

Autor: Verena Scholze
Mail: verenascholze@gmx.de
Website: http://www.verena-scholze.de/

Dokument: VS 00012

ausschließliche Nutzungsrechte an Text und Bildern:
Matthias Zimmermann

Alle Fotos: Verena Scholze

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FCI - Standard Nr. 128. Gruppe 9 Gesellschafts- und Begleithunde


Geschichte und Herkunft:
Der King Charles Spaniel war wohl die königlichste aller Hunderassen. Als ihre Förderer werden Charles der I. und Charles der II. genannt, nach denen sie auch ihren Namen erhielten. Charles I. züchtete einfarbige schwarze Hunde, während die Zucht vom Charles dem II. aus schwarz-roten (black and tan) oder dreifarbigen Hunden bestand. Beide Monarchen waren so vernarrt in ihre Hunde, das diese überall Zutritt erhielten. So ließen sich die Monarchen von ihren Hunden ins Parlament, in die Kirche oder zu Audienzen begleiten. Es hält sich sogar bis heute das Gerücht das man die Staatsgeschäfte warten ließ um mit den Hunden zu spielen. Es wird vermutet, dass der King Charles Spaniel aus Japan oder China stammt und im 16.Jahrhundert von Frankreich nach England gelangte. In Frankreich galt er bereits damals als eine mutige Rasse. Die beiden Monarchen Charles der I. und der II. waren jedoch nicht die ersten, die diese kleine Hunderasse zu ihren Lieblingen erklärten. Bereits vor ihnen werden König James der I., Heinrich der VIII., Königin Elisabeth I. und die schottische Königin Maria Stuart als Besitzer dieser kleinen Spaniels erwähnt. Maria Tudor soll angeblich eine ganze Meute King Charles Spaniel zu Jagdzwecken besessen haben. Auf vielen Bildern zeitgenössischer Künstler finden sich Darstellungen dieser Hunderasse. So haben u.a. Künstler wie van Dyk und Stubbs diese Hunde verewigt.

King Charles Spaniel

Berichten zufolge soll sich bei Maria Stuarts Hinrichtung einer ihrer Hunde in den weiten Falten ihres Kleides verkrochen haben. Man konnte ihn nur mit Mühe darunter hervorziehen und von seiner toten Herrin trennen. Unter Charles dem II. gelangten die King Charles Spaniel zu ihrer Blütezeit, er hielt die Hunde nicht nur zum Zeitvertreib sondern betätigte sich bereits als Züchter im großen Stil. Bis zur Mitte des 19.Jahrhunderts wurden die King Charles Spaniel zur Stöberjagd u.a. auf Waldschnepfen verwendet. Dann setzte eine Entwicklung in der Zucht ein, die das Erscheinungsbild des King Charles Spaniel veränderte. Durch eine selektive Zucht wurden rundköpfige Hunde mit kürzerer Nase hervorgebracht. Allmählich setzte sich die Form des heutigen King Charles Spaniels durch. Die Gründung des ersten Clubs fand 1885 statt und im gleichen Jahr wurde ein offizieller Standard herausgegeben. 1892 wurde die Rasse vom Kennel Club anerkannt. Der Cavalier King Charles Spaniel ist eine Variante des King Charles Spaniel mit den gleichen Farbgebungen, jedoch einer längeren Nase und insgesamt etwas größer. Im Vergleich zu dem King Charles Spaniel wurde der Club für die Cavalier King Charles Spaniel erst 1928 gegründet.

Portrait King Charles Spaniel

Körperbau:
Der King Charles Spaniel ist ein kleiner kompakter Hund. Trotz seines stämmigen Körperbaus besitzt er eine elegante Haltung und Ausstrahlung. Der Körperbau ist kurz und gerade. Er wirkt gedrungen, besitzt einen kurzen breiten Rücken und einen tiefen Brustkorb.

Spaniel

Fell und Farbe:
Der King Charles Spaniel hat ein langes, seidiges und glänzendes Haarkleid. Es ist meist gerade, kleine Wellen sind erlaubt, Locken jedoch nicht. An den Ohren, der Rute und den Gliedmaßen sollen reichlich Fransen und Befederung vorhanden sein. Die Farbgebung des Haarkleides kann und darf verschiedene Variationen aufweisen.

Black and Tan: hier ist das Fell tiefschwarz. An den Wangen, über den Augen, den Innenseiten der Ohren, der Brust, den Läufen sowie der Unterseite der Rute sind leuchtende lohfarbene Abzeichen vorhanden. Weiße Flecken sind unerwünscht.

Ruby: das Fell ist einfarbig tiefrot. Weiße Flecken sind unerwünscht.

Blenheim: Das Fell weist gut unterbrochene, intensiv kastanienrote Abzeichen auf perlweißer Grundfarbe auf. Die Abzeichen sind am Kopf gleichmäßig verteilt und lassen ausreichend Zwischenraum für den sehr beliebten „Lozenge-Flecken“. Dieser Flecken ist ein besonderes und einzigartiges Merkmal dieser Rasse und bezeichnet eine tiefrote Markierung, die ungefähr die Größe eines 1 Euro Stückes hat.

Prince Charles (Tricolour): bei dieser Fellfarbe ist schwarz weiß gut verteilt und gut unterbrochen. Über den Augen sind lohfarbenen Abzeichen, ebenso an den Wangen, den Innenseiten der Ohren und der Läufe sowie der Unterseite der Rute. Jede andere Farbe oder Farbzusammensetzung ist höchst unerwünscht.

King Charles Spaniel

Charakter und Wesen:
Der King Charles Spaniel ist ein lebenslustiger und intelligenter Hund. Er ist für zurückhaltend und rücksichtsvoll und somit ein geeigneter Familienhund, da er auch Kinderlieb ist. Er ist anhänglich und verschmust und daher auch als Wachhund nicht geeignet. Im Umgang mit anderen Hunden ist er problemlos und verträglich.

King Charles Spaniel

Haltung:
Aufgrund seiner Größe ist er auch für Wohnungshaltung geeignet und verhält sich ruhig, besitzt keine Kläffer-Eigenschaften. King Charles Spaniel sollen niemals im Zwinger gehalten werden das sie sehr sensibel sind.

King Charles Spaniel

Sonstiges:
Viele Leute bedauerten die Zuchtrichtung, die das Erscheinungsbild des King Charles Spaniel veränderte. Nach dem ersten Weltkrieg reiste der Amerikaner Roswell Eldridge nach Groß-Britannien, um sich auf die Suche nach dem alten Zwergspaniel zu machen. Züchter erzählten ihm, dass in den Würfen immer mal wieder Hunde mit längeren Nasen vorkommen würden. Diese wurden jedoch beseitigt, da sie nicht dem Rassestandard entsprächen. Eldrigde setzte einen Betrag für die Züchter aus, um in den nächsten Jahren den besten Spaniel des alten Typs zu erhalten. So nahm die Rekonstruktion der alten Variante wieder Formen an. 1928 wurde der Club für die Förderung des Cavalier King Charles Spaniel gegründet, wie man diese Rasse nun benannte. 1945 erfolgte die Anerkennung durch den Kennel Club. Seitdem hat sich diese Rasse gut entwickelt und gefestigt und ebenso viele Liebhaber und Fans wie der King Charles Spaniel hervorgebracht.



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