Yorkshire

Yorkshire Terrier
Zwerghunde (Toy Dogs)

Familie: Hundeartige (Canidae)
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Klasse: Säugetiere (Mammalia)

Autor: Verena Scholze
Mail: verenascholze@gmx.de
Website: http://www.verena-scholze.de/

Dokument: VS 00010

ausschließliche Nutzungsrechte an Text und Bildern: Matthias Zimmermann

Alle Fotos: Verena Scholze

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FCI Standard 86, Gruppe 3 Terrier, Sektion 4 Zwerg Terrier


Geschichte und Herkunft:

Auch wenn es sich bei der Rasse des Yorkshire Terrier um eine noch sehr junge Rasse handelt, ist über die Herkunft und Abstammung dieser Hunde relativ wenig bekannt. Der Yorkshire Terrier existiert seit ungefähr rund 100 Jahren. Zu Beginn der Züchtungen der unterschiedlichen Terrier Arten wurden diese meist nach der Gegend genannt, in der die meisten dieser Hunde auftraten oder nach den Schlössern oder Landgütern, auf denen sie gezüchtet wurden. Manchmal gab ihnen aber der Gebrauchszweck ihrer Züchtung den Namen. Die Anfänge der Yorkshire Zucht nahmen die englischen Bergwerksarbeiter oder Weber vor. Diese meist schottischen Einwanderer waren des Schreibens damals nicht mächtig und hinterließen so keinerlei Aufzeichnungen über den Zuchtbeginn. Man ist sich jedoch darüber einig, dass diese Rasse erstmals um die Mitte des 19. Jahrhunderts auftauchte, Nachforschungen bis ins 18. Jahrhundert ergaben keinerlei Informationen über diese Rasse. Die schottischen Einwanderer brachten vermutlich einheimische Hunderassen wie den Skye oder den inzwischen ausgestorbenen Clydesdale mit nach Großbritannien. Ihre kleine Terrier Rassen sollten den damals mittellosen Leuten helfen, die vorherrschende Mäuse- und Rattenplage in den Unterkünften und den Arbeitsstätten der Arbeiterviertel einzudämmen und Kaninchen zu erjagen. Aus diversen Kreuzungen zwischen einheimischen Rassen wie dem langhaarigen Leeds Terrier, dem Black and Tan, dem Malteser oder dem Manchester Terrier ist vermutlich ein zunächst größerer Hund hervorgegangen.  

Yorkshire-Terrier

Aufzeichnungen ergeben, dass die Hunde damals um die 15 Pounds (1 englisches Pound =  4,53,6 gr) wogen. Durch jahrelange Weiterzucht mit den jeweils kleinsten Exemplaren konnte die Rasse dann in mühevoller Arbeit miniaturisiert werden. Innerhalb von rund 20 Jahren ist es den Züchtern gelungen, dieses Gewicht von 15 Pfund auf 1 Pfund zu drücken. Einkreuzungen anderer Rassen kamen hier nicht in Frage, denn es standen den Züchtern keine anderen derart kleinen Hunde zur Verfügung. Dieser Weg der Verkleinerung konnte also nur durch strenge Selektion erfolgen. So entstand aus dem ehemaligen „Rattenkiller“ Anfang des 19.jahrhunderts ein Toy Dog, ein absoluter Schoßhund und Liebling der aristokratischen Damen. Die Zuchtziele im Laufe der Jahre bevorzugten eine Vereinheitlichung der Rasse, dazu langes und seidiges Haar, eine schöne saubere Farbe und ein Gewicht unter 3 Pounds. Als einer der ersten Züchter wird immer wieder Peter Eden aus Manchester genannt. Er soll viele Yorkshire Terrier gezüchtet haben. Auch sein Hauptaugenmerk lag dabei auf den vorher genannten Kriterien: langes, seidiges Haar, kleiner Wuchs und schöne Farben. So schuf er den Typ Hund, an dem ich bis heute nicht mehr viel geändert hat. Über die Gründung des ersten Kennels gibt es viele unterschiedliche zeitliche Angaben. Manche Aufzeichnungen besagen diese fand 1876 in Leeds statt, andere nennen als Jahresangabe der Gründung das Jahr 1898. Fest steht jedoch, das in der 2.Hälfte des 19.Jahrhunderts der Yorkshire Terrier einer der beliebtesten Zwerghunde Englands war. Nach dem ersten Weltkrieg jedoch gingen die Eintragungen in den Kennels merklich zurück. Erst zwei Jahre nach Ende des 2. Weltkriegs stiegen die Zahlen wieder merklich an. Im Laufe der Jahre mutierte der „Kleine“ zum ganz Großen und fand reißenden Absatz bei den Amerikanern und Japanern. Zeitweise stand der Yorkshire Terrier an der Spitze der von England ins Ausland exportierten Hunde. Auch heute noch ist diese Rasse in England, den USA und dem europäischen Kontinent eine der beliebtesten Zwerghunderassen.

Körperbau:
Der Yorkshire Terrier ist fast so klein wie der Chihuahua, der als der kleinste Hund der Welt gilt. Er ist ein Langhaariger Zwerghund und die kleinste der Terrier Rassen. Sein Körperbau ist kompakt und relativ gut proportioniert. Er ist nicht stämmig und besitzt einen geraden Rücken. Sein Kopf ist relativ klein und er besitzt aufrechtstehende Ohren.

Yorkshire Portrait

Fell und Farbe:
Der Yorkshire Terrier besitzt ein außergewöhnlich schönes Fell. Es wirkt fast wie ein Mantel, es ist in der Mitte vom Kopf bis zur Rute gescheitelt und reicht lang hinab bis fast zum Boden. Auch am Kopf ist das Haar gescheitelt und oft sieht man diese Rasse mit dem berühmten Schleifchen im Haar. Das Haarkleid ist vollkommen gerade, nicht gewellt. Es ist seidig und glänzend, niemals wollig. Am Kopf und am Fang hängt das Haar lang herab. Hier weist es eine satte, goldene Tan-Farbe auf, welche sich nicht in den Nacken ausbreiten darf. Außerdem darf sie nicht rußig und ebenso wenig mit dunklem Haar vermischt sein. Die Farbe soll ein dunkles Stahlblau und kein Silberblau sein und verläuft vom Hinterhauptbein bis hin zum Rutenansatz. Sie darf nicht mit falbfarbenem, bronzefarbenem oder dunklem Haar vermischt sein. Das Haarkleid an der Brust hat ein volles, helles Tan. Sämtliche tanfarbenen Haare sind an der Wurzel dunkler als in der Mitte und werden im weiteren Verlauf zur Spitze hin noch heller. Die Brust, der Kopf und die Läufe müssen reines goldfarbenes tan aufweisen. Der Verlauf vom Hinterhauptbein bis zum Rutenansatz soll reines stahlblau sein.

Yorkshire niedlich

Der Kopf selber ist dunkellohfarben und wird im Verlauf zu den Seiten, dem Fang und dem Ohransatz hin dunkler. Die Brust besitzt eine helle Lohe. An den Vorder- und Hinterläufen ist die Lohe tiefgolden. Der Yorkshire Terrier sollte bereits von klein auf an seine aufwendige Fellpflege gewöhnt werden. Ohne diese regelmäßige Fellpflege wird das dünne Haar sehr leicht brüchig und verliert seinen glänzenden und seidigen Charakter. Besitzer und Hund benötigen eine Menge Geduld, um diese langen „Friseursitzungen“ zu bewältigen. Das Haarkleid sollte täglich mit einem feinen Kamm bearbeitet werden. Mit einer Bürste lockert an das Fell anschließend auf. Die Haare zwischen den Zehen sollten regelmäßig geschnitten werden. Man sollte ihn einmal monatlich mit einen speziellen Shampoo baden und waschen. Dann wickelt man die Haare strähnchenweise in Seidenpapier, damit das Haar nicht beim trocknen bricht. Der Yorkshire-Terriers hat keinen jahreszeitlich bedingten Haarwechsel. Dies ist ein großer Vorteil der Rasse, die sich damit auch für Hundehaarallergiker eignet.

Yorkshire Terrier

Charakter und Wesen:
Dieser Terrier im Taschenformat wird auch teils liebevoll, teils spöttisch „wildgewordener Handfeger“ genannt. Wie alle anderen Terrier hat auch dieser Kleine ein sprühendes Temperament. Er ist sehr lebhaft, intelligent, amüsant und besitzt viel Schneid. Er ist selbstsicher und lässt sich weder von größeren Hunden noch von Menschen beeindrucken. Auch wesentlich größeren Hunden gegenüber spielt er sich gerne mit lauter Stimme auf. Wenn man nicht aufpasst und in liebevoll aber sehr konsequent erzieht, mutiert er schnell zum Herrn im Haus. Er ist ein guter Wachhund und ein ebenso treue Gefährte und liebenswerter Hausgenosse.

Yorkshire frontal

Haltung:
Der Yorkshire Terrier ist kein Schoßhund sondern benötigt seinen täglichen Auslauf. Aufgrund seiner Größe kann er in Wohnungen gehalten werden, wenn er sich regelmäßig austoben kann.

Sonstiges:
Der Yorkshire Terrier galt jahrelang als Modehund. Dies begründet sich durch seine Persönlichkeit und sein spitzbübisches Aussehen, sowie seine Größe, durch die er viele Herzen zum Schmelzen bringt. Auch auf Ausstellungen ist dieser Hund sehr beliebt und gerne gesehen. Durch seine Selbstsicherheit versteht er es, die Aufmerksamkeit des Publikums auf sich zu ziehen.



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