Papillon

Papillon
Zwerghunde (Toy Dogs)

Familie: Hundeartige (Canidae)
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Klasse: Säugetiere (Mammalia)

Autor: Verena Scholze
Mail: verenascholze@gmx.de
Website: http://www.verena-scholze.de/

Dokument: VS 00009

ausschließliche Nutzungsrechte an Text und Bildern: Matthias Zimmermann

Alle Fotos: Verena Scholze

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FCI-Standard Nr.77


Geschichte und Herkunft:
Papillon ist das französische Wort für Schmetterling – daher leitet sich der Name dieser kleinen Hunderasse ab. Das gilt zumindest für den Schlag mit den Stehohren. Denn wenn dieser seine Ohren aufstellt, erkennt man darin den Flügelschlag eines Schmetterlings. Der Phalene (französisch für Nachtfalter) ist die ältere Variante dieser Hunderasse, sie besitzt Hängeohren. Der Phalene, eine rund 700 Jahre alte Rasse, ist auf vielen alten Gemälden (u.a. von Rubens, Memling und Tizian) zu finden, hier sind immer wieder weiß-bunte, langhaarige Zwerghunde abgebildet, die ausnahmslos Hängeohren besitzen. Über die Ursprünge des Papillons weiß man relativ wenig. Offiziell beginnt seine Geschichte um 1545, als der Verkauf eines Exemplars erstmals schriftlich dokumentiert wurde. Der offizielle Name des Papillon lautet „Epagneul nain continental“. Hiermit soll verdeutlicht werden, dass dieser Zwerghund seiner Abstammung nach ein echter Zwergspaniel ist. Somit ist er mit dem englischen King Charles verwandt. Die Trennung dieser beiden Rassen konnte erst vollzogen werden, als sich beim King Charles die stumpfe Schnauze und die gewölbte Stirn hervorhob. Vorher waren die Übergänge dieser Rassen eher fließend

Papillon

Der Papillon gelangte vermutlich über China nach Spanien. Manche Fachleute behaupten, es sei die älteste Rasse Europas. Bereits im 16 Jahrhundert war der Papillon der Lieblingsschoßhund des französischen und spanischen Adels. So malten u.a. Rubens und van Dyck die französische Königin Maria von Medici (Heirat 1600 mit Henry IV) mit ihrem Zwerghund. Auch Portraits von Louis dem VIII, seiner Gemahlin Anna von Österreich und auch des „Sonnenkönigs“ Loius der XIV zeigen die Personen gemeinsam mit ihren Zwerghunden. Gemälde belegen, dass diese Zwerghunde fast 300 Jahre am französischen Hof Tradition hatten. Es wird überliefert, dass genau wie Maria Stuart ihren King Charles auch Marie Antoinette ihren geliebten Hund mit aufs Schafott nahm. Auch Bilder aus Italien, von Florentiner Malern dargestellt, zeigen die Zwergspaniel und dokumentieren, das diese Rasse bereits um 1480 zu den vornehmen Familien gehörten. Auch auf Portraits der Familien Strozzi und Gonzage sind sie zu finden. Im späten 19 Jahrhundert gelang es Züchtern aus Frankreich und Belgien, einen Papillon mit Stehohren zu züchten. Dieser wurde 1923 zum ersten Mal in einer Ausstellung in Großbritannien vorgestellt. 1935 erfolgte dann auch die Anerkennung in den USA.

Papillon mit Leine

Körperbau:
Der Körperbau des Papillons ist etwas länger als hoch, aber keinesfalls untersetzt. Er besitzt einen geraden Rücken und einen mäßig tiefen Brustkorb.

Fell und Farbe:
Der Papillon besitzt ein wunderbares langes, üppiges und seidiges Haarkleid. Es ist lang und ohne Unterwolle, weshalb das Fell das Papillon auch bei Nässe nicht riecht. Es liegt flach an, ist teilweise etwas gewellt aber nicht gelockt. Das Haarkleid des Papillons ist dem der kleinen englischen Spaniels ähnlich. Am Körper ist das Fell mittellang, am Hals ist es etwas länger. Daher bildet es einen Kragen und über der Brust eine schön gewellte fließende Krause. Am Gesicht sowie auch am Fang, den Vorderseiten der Läufe sowie unterhalb der Sprunggelenke ist das Fell kurz. Die Ohren weisen ein befedertes Haarkleid auf, was den Schmetterlingseffekt entstehen lässt. Auch die Vorderläufe sind befedert und an den Rückseiten der Oberschenkel trägt der Papillon eine „Hose“ aus üppigen, geschmeidigen Strähnen.

Als Anhaltspunkt gilt, dass Papillons, deren Haarkleid in guter Kondition ist, am Widerrist Haare von 7,5 cm und an der Rute von 15 cm Länge aufweisen. Das Haarkleid soll in der Grundfarbe weiß sein und darf farbige Abzeichen vorweisen. Die Farbvarianten reichen von kastanienrot über rotbraun sowie braun bis schwarz. Leberbraun ist nicht erlaubt. Am Körper und Kopf sollen sich die farbigen Abzeichen verteilen, am Rumpf sowie an den Gliedmaßen soll das Weiß des Fells im Gegensatz zu den Farben jedoch vorherrschend sein. Am Kopf ist eine weiße Blesse erwünscht, allerdings soll die Farbe auch hier überwiegen. Das Fell des Papillons ist sehr pflegeleicht. Ständiges Kämmen oder Bürsten ist nicht notwendig, das Fell wird ganz natürlich belassen und kommt gut ohne Friseur aus. Die Ohrenfransen sollten vorsichtig gekämmt werden. Ist das Haarkleid schmutzig so ist ein Abspülen mit warmem Wasser ausreichend. Vollbäder sind nicht notwendig.

Papillon spielt

Charakter und Wesen:
Der Papillon ist ein freundlicher und intelligenter Hund. Sie sind gesellige Hausgenossen und Kinderfreundlich. Bei kleineren Kindern sollte man allerdings etwas vorsichtig sein, das diese den Hund aufgrund der Größe nicht mit einem „Spielzeug“ verwechseln und ihm eventuell verletzen könnten. Papillons können auch gut mit anderen Haustieren auskommen. Sie sind ausdauernder als man es ihnen zumuten würde und über jede Gelegenheit begeistert, sich draußen austoben zu können. Papillons sind schnelle Läufer und springen auch gerne über Hindernisse, weshalb sich auch spezieller Hundesport mit ihnen anbietet. Sie sind sehr aufmerksame Hunde und Fremden gegenüber meist zunächst misstrauisch.

Papillon

Haltung:
Aufgrund seiner Größe eignet sich der Papillon auch für Wohnungshaltung, sofern er regelmäßig seinen täglichen Auslauf und seine Beschäftigung erhält. Er ist ähnlich wie die Chihuahuas ein guter Begleiter auf Reisen. Ob mit dem Auto oder im Zug, das wichtige ist, das der Papillon seine Bezugsperson dabei hat. Auch bei einem Besuch im Restaurant oder in einem Hotel hat man mit einem Hund dieser geringen Größe oft wesentlich weniger Probleme als bei der Mitnahme deutlich größerer Hunderassen.

Sonstiges:
Der Papillon ist wie alle anderen Zwerghunde mehr als nur ein Schoßhündchen. Generell ist anzumerken, dass Zwerghunde für viele Alleinstehende Personen fast „Lebenserhaltend“ sind. Sie haben einen nachweislich positiven Einfluss auf alte, kranke und an das Haus gebundene Menschen. Untersuchungen haben ergeben, dass die Anwesenheit dieser kleinen Hunde die Genesung von Kranken positiv beeinflusste und sich sogar bei Depressionen vorteilhaft auf das Gemüt der Betroffenen auswirkt. Generell senkt das streicheln eines Hundes den Blutdruck. Die kleinen Zwerghunde sind erwiesener Maßen treu und anhänglich und vertreiben die Einsamkeit bei Senioren oder Alleinstehenden Herrchen und Frauchen. Der Papillon zählt zu den zehn intelligentesten Hunderassen der Welt. Durch seine Anpassungsfähigkeit ist er der ideale Begleiter. Der Papillon besitzt zudem eine hohe Lebenserwartung. Sie sind kleine, richtige und sehr lebhafte Hunde und daher auch für Hundesportarten geeignet. Agility, Clickertraining oder Dogdance sind nur einige der Sportarten, zu denen sie ihren Papillon begeistern können.

Papillon Portrait



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