West Highland White Terrier

West Highland White Terrier
Terrier

Familie: Hundeartige (Canidae)
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Klasse: Säugetiere (Mammalia)

Autor: Verena Scholze
Mail: verenascholze@gmx.de
Website: http://www.verena-scholze.de/

Dokument: VS 00007

ausschließliche Nutzungsrechte an Text und Bildern: Matthias Zimmermann

Alle Fotos: Verena Scholze

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FCI-Standard Nr.85


Geschichte und Herkunft:
Die Heimat des „Weißen Hochländers“ ist, wie der Name schon vermuten lässt, das schottische Hochland. Die genaue Herkunft des West Highland White Terrier lässt sich nicht genau zurückverfolgen. Überlieferungen besagen, dass bereits die schottischen Clans Terrier nach ihren eigenen Vorstellungen züchteten. In den relativ dünn besiedelten Highlands wechseln sich Heideflächen, Hochmoore und steinige Flächen ab. Die dort lebenden Clans und Bauern brauchten einen Hund, der sich zur Fischotterjagd eignete und den Kampf mit diesem wehrhaften Tier aufnehmen konnte. Auch zur Fuchsjagd wurde der West Highland White Terrier herangezogen. Da die Füchse nicht nur nachtaktive Tiere sind sondern sich auch tagsüber weit entfernt von ihrem Bau aufhalten können, musste der Hund in der Lage sein, den Fuchs über weite Strecken im unwegsamen Gelände zu verfolgen. Hier waren Ausdauer und Wendigkeit gefordert. Die Eingänge der Fuchsbauten sind sehr schmal, daher musste der Hund über einen flachrippigen Brustkorb verfügen. Wenn der Hund den Fuchs gestellt hatte, musste er ihn abwürgen. Dazu benötigte der Hund einen kräftigen Kiefer mit einem starken Gebiss, bis heute eins der Hauptmerkmale der Terrier. Konnte der Hund den Ansprüchen nicht Genüge tun, so erfolgte unbarmherzig eine Auslese und Selektion der Hunde. Bereits 1839 malte der Tiermaler Edwin Landseer Gemälde, auf denen bereits West Highland White Terrier zu sehen sind

West Highland

Sein charakteristisches und hübsches Aussehen hat der West Highland White Terrier seinen verschiedenen Vorfahren zu verdanken, dem Cairnterrier, dem Skyeterrier und dem Scottish Terrier. Ab dem 19.Jahrhundert erhält man konkretere Angaben zu den ersten West Highland White Terrier Vorfahren. Hier werden die cairnartigen Poltalloch-Terrier des Colonel Edward Malcolm, Laird of Poltalloch; die White Skye-Terrier oder ,,Roseneath-Terrier' des Duke of Argyll und die White Scottish-Terrier des Dr. Flaxman aus Fifeshire, die ,,Pittenweems“ in verschiedenen Niederschriften als Vorfahren benannt.  Aus diesen drei Linien wurde die Zucht der weißen Terrier vorgenommen, die auf weißen und hellsandfarbenen Welpen aufbaute. Aufgrund der hellen Farbe konnte der Hund nicht mit den Beutetieren verwechselt werden, ein Kriterium, das sehr gut für die Jagd geeignet war. Allerdings hatte man damals Vorurteile gegenüber den weißen Arbeits- und Gebrauchshunden. So herrschte die Meinung vor, diese hellen Hunde seien krankheitsanfälliger und weniger robust als andere. Erst die passionierten Züchter erbrachten den Nachweis, dass diese weißen Hunde ebenso zur Jagd geeignet waren wie farbige Terrier. 1904 wurde der West Highland White Terrier Club gegründet. 1906 folgte die Gründung des West Highland White Terrier Club of England und 1907 erfolgte die Anerkennung als eine eigenständige Rasse durch den Kennel Club die West Highlands. Von da ab verbreitete sich diese Rasse in der ganzen Welt. In Deutschland wurde 1910 der erste West Highland White Terrier in das damalige deutsche Terrier Zuchtbuch eingetragen, hatte jedoch Jahrzehnte lang kaum eine Bedeutung. So wurden bis 1070 nur 1752 Hunde in das Zuchtbuch des Klubs für Terrier eingetragen. Ab den 70er Jahren stieg die Popularität des West Highland White Terrier stark an und bis heute zählt er zu den Modehunden und erfreut sich sehr großer Beliebtheit.

Körperbau:
Der „typische“ West Highland White Terrier weist einen kompakten, kräftig gebauten und muskulösen Körper auf. Dieser niederläufige Terrier besitzt eine tiefe Brust mit einem geraden Rücken und eine kraftvolle Hinterhand.

Fell und Farbe:
West Highland White Terrier besitzen ein herrliches weißes Haarkleid, immer reinweiß ohne gelblichen Einschlag oder Schattierung. Trotz seiner Farbe ist es relativ pflegeleicht. Es besteht aus einen doppelten Haarkleid, dem harten, geraden Deckhaar, das keine Zeichen von Locken aufweist, sowie kurzer, weicher, pelzartiger und dichter Unterwolle. Wie bei allen Terriern muss das Fell regelmäßig getrimmt werden. Hier empfehlen Züchter einen Zeitraum von ca. 8 bis 12 Wochen. Um Verfilzungen zu vermeiden ist auch tägliches Kämmen oder Bürsten notwendig. Der Kopf des West Highland White Terrier wird von dichtem Haar bedeckt. Dieser so genannte ,,Chrysanthemenkopf" verleiht dieser Rasse das besondere Aussehen. Der West Highland White Terrier hat eine trockene Haut, die nicht typischen Hundeduft aufweist und verströmt.

West Highland White Terrier

Charakter und Wesen:
Der West Highland White Terrier ist ein anhänglicher, selbstbewusster und vorwitziger Hund und eine Rasse für Liebhaber. Als Jagdhund gezüchtet beweist er Mut und ist ein guter Schutzhund, ein Wachhund ein Kleinformat. Diese Rasse ist freundlich aber nicht unterwürfig. Der „Westi“ ist aktiv, verspielt, unterhaltsam, gelehrig und liebenswürdig, kombiniert mit einem großen Selbstbewusstsein. Er zählt als idealer Familienhund, da er mit seinem liebenswerten Temperament und Spieltrieb für Kinder geeignet ist. Er gilt als Frauenhund da sich die Damenwelt gerne mit ihm schmückt und ihn wegen seines pflegeleichten Umgangs liebgewonnen hat. Männer schätzen ihn wegen einer Hartnäckigkeit und zähen Art. Der West Highland White Terrier verteilt seine Liebe und Zuneigung auf die ganze Familie und ist weniger Personenbezogen als andere Hunderassen.

Terrier

Haltung:
West Highland White Terrier sind keine Schoßhündchen. Sie benötigen genau so viel Bewegung und Auslauf wie große Hunderassen. Als Jagdhund mit großer Ausdauer gezüchtet ist es nicht leicht, ihn müde zu bekommen. Sie lieben den Aufenthalt im Freien. Ideal sind Häuser mit Garten, die von ihrem Hund täglich untersucht und durchstöbert werden können. Dazu kommen die täglichen Spaziergänge, auf die der „Westi“ bei jedem Wetter, ob Regen, Schnee oder Sonne nicht verzichtet. Nicht jeder Besitzer kann seinem Hund die idealen räumlichen und äußeren Voraussetzungen bieten. Der West Highland White Terrier ist aufgrund seiner Größe auch für Wohnungen geeignet. Sie sollten jedoch darauf achten, die Nachteile dieser räumlichen Haltung auszugleichen. Zur Untätigkeit verdonnert ist für den West Highland White Terrier ein wahres Hundeleben.

Sonstiges:
Für viele Hundebesitzer ist der West Highland White Terrier der attraktivste unter den schottischen Terrier Rassen. Und seitdem dieses lächelnde Gesicht des West Highland White Terriers bevorzugt in der Werbung immer wieder auftaucht, ist er zu einem regelrechten Modehund geworden. Viele Leute sehen im Fernsehen oder in der Zeitung diesen süßen Hund und verspüren den Wunsch, sich so eine Rasse anzuschaffen. Solch spontane Kaufentscheidungen sind aufgrund des Aussehens nicht selten. Jedoch sollte generell die Anschaffung eines Hundes, egal welcher Rasse, gut durchdacht werden.



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