Chihuahua

Chihuahua
Zwerghunde (Toy Dogs), Gesellschaftshunde

Familie: Hundeartige (Canidae)
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Klasse: Säugetiere (Mammalia)

Autor: Verena Scholze
Mail: verenascholze@gmx.de
Website: http://www.verena-scholze.de/

Dokument: VS 00006

ausschließliche Nutzungsrechte an Text und Bildern: Matthias Zimmermann

Alle Fotos: Verena Scholze

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FCI-Standard Nr.218


Geschichte und Herkunft:
Dieser Zwerghund erfreut sich seit langem einer Beliebtheit, die seine geringe Größe bei weitem übertrifft. In dieser kleinen Rasse finden sich die Eigenschaften eines Zwerghundes kombiniert mit den Schutzinstinkten der größeren Hunderassen. Bis zum Jahre 1898, als der Chihuahua von Mexiko in die USA importiert wurde, ist man bei der Vorgeschichte dieser Hunderasse auf Vermutungen, Spekulationen und viele Legenden angewiesen, da die Dokumentation über diese Hunderasse große Lücken aufweist. Die Ursprungsregion der Chihuahuas ist noch ungeklärt. Man vermutet jedoch, dass der Chihuahua aus Mexiko, aus China oder sogar der Insel Malta stammt. Da die meisten archäologischen Funde aus Mexiko kommen, weist der Ursprung jedoch eher in diese Richtung. Mutmaßungen zufolge war der Chihuahua eine in Südamerika heimische Rasse, die auf die als heilig geltenden Hunde der Inkas und Mayas zurückgeht.

Welpen Chihuahua

So finden sich im Kloster Huejotzingo (eine Stadt im nordwestlichen Teil des mexikanischen Puebla) Schnitzereien, die vermutlich von den Tolteken aus dem 10. bis 12. Jahrhundert stammen und die Vorfahren dieser Hunde darstellen. Man nimmt an, das diese Hunde damals dort wild lebten und von den Tolteken eingefangen und gezähmt wurden. Weiteren Berichten zufolge gab es jedoch auch einen chinesischen Schopfhund, ähnliche Rasse, die von Asien nach Mittelamerika gebracht wurde. Wahrscheinlich jedoch stammen die Tiere nicht alle von einer Art ab sondern die Rasse ist aus Kreuzungen und Züchtungen verschiedener alter und jüngerer Rassen hervorgegangen. Die unmittelbaren Vorfahren der heutigen Rasse Chihuahua kommen jedoch nachweislich aus Mexiko. Sie stammen aus der nördlichen Provinz Chihuahua, von der sie auch ihren Namen erhielten. Ab 1900 fasste der Chihuahua in den USA langsam Fuß, wo auch ihre Reinzüchtung und der Rassestatus entwickelt wurde. 1904 wurden die ersten dieser Rassehunde im Zuchtbuch des Kennel Clubs (Dachverband der Hundezucht im englischsprachigen Raum) registriert. So entstand in den USA der Begriff “the Royal Toy of the Americas“ (königliche Spielzeughunde), der diese kleine Hunderasse bezeichnet

Von den USA verbreitete sich der Chihuahua weltweit. Zunächst tauchte die Rasse Berichten zufolge in England auf, wo ab 1934 der erste Chihuahua Wurf registriert wurde. Diese Zucht wurde jedoch durch den 2.Weltkrieg unterbrochen und erst 1952 wurde der erste Britische Chihuahua Kennel Club gegründet. In Deutschland wurden die ersten Chihuahuas im Jahr 1956 ins Zuchtbuch eingetragen. Auch in der Schweiz sind die Chihuahuas stark vertreten. So wurde 1912 erstmals ein Chihuahua in das Schweizer Hundestammbuch (SHSB) eingetragen und seitdem auch regelmäßig gezüchtet.

Körperbau:
Diese kleine Hunderasse hat einen kompakten Körperbau. Der Rücken des Chihuahuas ist gerade, seine Brust ist tief. Er hat hagere Schultern, seine Rippen sind gerundet, jedoch nicht „fassförmig“. Sein Schädel weist die Form eines Apfels auf.

Chihuahua

Fell und Farbe:
Es gibt den Chihuahua in zwei Varianten, der Kurzhaar- und der Langhaar Züchtung, wobei ungefähr doppelt so viele Langhaar Chihuahuas in die Zuchtbücher eingetragen werden. Dabei erweisen sich jedoch in der Regel die kurzhaarigen Hunde robuster als die langhaarigen. Chihuahuas erkälten sich jedoch entgegen aller Annahmen nicht häufiger als andere Hunderassen auch. Das Fell des langhaarigen Chihuahuas ist weich, seidig, glatt oder leicht gewellt und sollte keine dichte Unterwolle aufweisen. Eine deutlich sichtbare Mähne sollte um den Kopf sichtbar sein und ist hier wünschenswert. Der Kurzhaar Chihuahua hat glänzendes, weiches, glatt anliegendes Fell. Sollte Unterwolle vorhanden sein, so ist das Fell insgesamt ein klein wenig länger, jedoch nicht zu vergleichen mit der Langhaarzüchtung. Das Fell des Chihuahuas wird nicht getrimmt oder geschoren. Selbst bei den langhaarigen Hunden ist die Fellpflege sehr einfach, man benötigt nicht mehr kämmen einmal in der Woche. Jede Farbe oder Farbmischung ist bei beiden Züchtungen zulässig. Trotz seiner dichten Behaarung friert ein langhaariger Chihuahua ebenso schnell wie dein kurzhaariger Verwandter. Auch wenn es vielen anderen Hundebesitzern als albern und unnötig erscheint, kommt das anziehen und tragen von Hundekleidung wie Mäntelchen immer mehr in Mode. Diese Mäntelchen verhindern wie bei vielen anderen kleinen Hunderassen wie Zwergdackel oder auch dem West Highland Terrier ein Frieren des Hundes und dienen nicht bloß der Optik.

Chihuahua im Lauf

Charakter und Wesen:
Der Chihuahua lässt sich trotz seiner geringen Größe von wesentlich größeren Hunden ebenso wenig einschüchtern wie andere Hunderassen, was auf sein starkes Selbstbewusstsein hindeutet. Manchmal kann er regelrecht frech gegenüber größeren Exemplaren und Hunderassen werden. Er ist sehr lebhaft und flink, zudem anhänglich und treu. Er ist ein Familienhund, erwartet aber von den Familienmitgliedern gerne ungeteilte Aufmerksamkeit und Zuneigung. Chihuahuas sind sehr menschenbezogen und benötigen engen Kontakt zu ihren Bezugspersonen. Viele Besitzer dieser Hunderasse denken, dass kleine Hunde nicht so gehorsam sein müssen wie große und mutieren ihren Hund zum Schoßhund. Chihuahuas sind äußerst intelligent, das sollte auch bei der Erziehung bedacht werden. Sie wollen lernen und gefordert werden. In einem Haushalt, in dem man sich nicht mit ihnen beschäftigt, würden sie geistig verkümmern. Bringen sie ihrem Hund spielerisch den Grundgehorsam oder auch ein paar Kunststückchen bei. So werden sie geistig und körperlich mit Spaß gefordert. Eine andere Art der Beschäftigung ist die Miniagility, bei der der Hund gefordert wird und sich seinen Möglichkeiten entsprechend verausgaben kann.

Chihuahua Porträt

Haltung:
Diese kleinen Hunde sind die idealen Stadt- und Wohnungshunde und haben selbst in einem Hochhaus Platz, solange man ihnen die Möglichkeit ausgedehnter Sparziergänge bietet, bei denen sie sich austoben können. Wenn Chihuahuas ausgelastet sind mutieren sie nicht zu Kläffern und können daher ruhig in Wohnungen gehalten werden. Man sollte sich auch als Wachhunde nicht unterschätzen, da sie ausgesprochen hellhörig sind und sich sofort zu Wort melden, um ihr Revier zu schützen. Chihuahuas sind ideale Begleiter auf Reisen. Ob unterwegs mit dem Auto, im Zug oder sogar im Flugzeug, aufgrund ihrer Größe können sie als Handgepäck mitgeführt werden. Auch bei einem Besuch im Restaurant oder in einem Hotel hat man mit einem Hund dieser geringen Größe oft wesentlich weniger Probleme als bei der Mitnahme deutlich größerer Hunderassen.

Sonstiges:

Der Chihuahua ist trotz seiner geringen Größe ein ganzer Hund und kein Spielzeug! Wie jede andere Rasse benötigen sie ihren täglichen Auslauf von 1 bis 2 Stunden. Trotz ihrer geringen Größe sind sie wahre Energiebündel. Es reicht nicht, sie mal kurz in den Garten zu lassen. Sie wollen richtige Sparziergänge machen, ob bei Regen oder Sonnenschein. Generell sollte man das Bewegungsbedürfnis eines Chihuahuas nicht unterschätzen.

Chihuahua kurzhaar

Hat der Besitzer nicht ausreichend Zeit oder ist körperlich nicht in der Lage zu ausreichend Bewegung, so sollte man bei der Entscheidung der Rasse auf andere Hundearten wie z.B. Mops oder Pekinesen ausweichen, die weniger Bewegung brauchen und nicht so temperamentvoll sind. Chihuahuas sind leicht erziehbar. Sie sind sehr langlebig und können im Durchschnitt ein Alter von 12 bis 15 Jahren erreichen. Sie sind sehr rudelbezogen und leben auch gern in der Gesellschaft mehrerer Hunde.

Chihuahua Welpe



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