Jack Russel

Jack Russel Terrier
Terrier, Arbeits- und Begleithunde

Familie: Hundeartige (Canidae)
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Klasse: Säugetiere (Mammalia)

Autor: Verena Scholze
Mail: verenascholze@gmx.de
Website: http://www.verena-scholze.de/

Dokument: VS 00004

ausschließliche Nutzungsrechte an Text und Bildern: Matthias Zimmermann

Alle Fotos: Verena Scholze

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FCI-Standard Nr.345


 Geschichte und Herkunft:
„Made in Britain“, diesen Anspruch können die Terrier für sich erheben. Bereits die Römer schätzen den Nutzen dieser kleinen Erdarbeiter und gaben ihnen den Namen „Terrarii“- das von dem lateinischen Wort Terra = Erde abgeleitet wurde. Seine Züchtung verdankt der Jack Russel Terrier Reverend John (Spitzname Jack) Russell, einem jagenden Pfarrer aus Devon, der vor rund 150 Jahren mit der Zucht dieser Hunderasse auf den Britischen Inseln begann. Er züchtete eine neue Linie von Foxterriern, die speziell für die Jagd der in unterirdischen Bauten lebenden Tiere wie Dachse, Füchse oder Haseneingesetzt werden konnte. Sie mussten klein und wendig sein um die Tiere aus dem Bau zu treiben, ausgestattet mit viel Mut und Kampfgeist. Auf diese Jagdeigenschaften legte der Pfarrer besonderen Wert. Auch mussten die Hunde trotz der geringen Größe schnell und ausdauernd genug sein, um mit der Foxhound Meute mithalten zu können.

Aus der Zucht des Reverends entstanden zwei Zuchtlinien. Die rechteckig gebauten und etwas kleiner und länger proportionierte Jack Russel Terrier und der größere, hochbeinige und eher quadratisch gebaute Parson Russell Terrier. Durch Australische Züchter wurde die Rasse systematisch weitergezüchtet und erhielt dadurch sein heutiges Aussehen, in dem er sich auch in einigen wesentlichen Punkten von seinem größerem Bruder, dem Parson Jack Russell unterscheidet. Der Jack Russel Terrier kam Anfang der 90er Jahre hauptsächlich durch englische Reiter von Groß-Britannien nach Deutschland. Offiziell wurde die Rasse erst im Jahr 2000 vom FCI offiziell anerkannt, mit Ausnahme seines Heimatlandes England, wo sie nicht dem Rassestandard entsprechen. Somit sind sie die jüngsten Mitglieder in der Familie der Terrier.

Jack Russel Lauf

Terrierarten:
Im Allgemeinen sind Terrier kleine, kurzbeinige, stämmige Hunde. Sie sind in der Regel sehr wachsam, mutig und beherzt. Aufgrund ihres Haarkleides werden die Terrier in zwei Gruppen eingeteilt: die Gruppe der Weich- oder Kurzhaarterrier und die Gruppe der Lang- oder Drahthaarterrier. Zu den Kurzhaarterriern zählen neben dem Jack Russel Terrier und Parson Russell Terrier auch der Smooth Foxterrier. Zu den Langhaar Terriern zählen der Scottish – Scotch - Terrier oder der Skye Terrier. Aus England kamen Terrierarten wie der Bullterrier, der Airdale Terrier, oder der Manchester Terrier. Aus Schottland kommen Terrier wie der West Highland Terrier, den Cairn oder den Scottish – Scotch – Terrier. Aus irischer Zucht entstammen Arten wie der Irische Terrier und der Kerry Blue Terrier, während Wales den Welsh und den Sealyham Terrier hervorbrachte. Fast jede Region in England brachte ihre eigene Terrierart hervor, wobei viele der Rassen heute unterdessen nicht mehr existieren, in andere Rassen übergingen oder auf sehr enge Ausbreitungsgebiete begrenzt sind.

Jack Russel Terrier

Körperbau:
Die hübschen Jack Russell Terrier sind rechteckiger als die quadratischen Parson Russell Terrier gebaut. Der Körper ist kräftig und muskulös, mit geradem Rücken, einer relativ schmalen Brust und leicht gewölbten Lenden. Diese Hunderasse ist vorrangig ein Arbeitstier und ein Jagdhund und eignet sich aufgrund seiner Größe und dem geringen Brustumfang sehr gut für die Arbeit unter der Erde.

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Fell und Farbe:
Jack Russell gibt es in zwei unterschiedlichen Haarvariationen, nämlich glatt- oder rauhaarig. Auch stichelhaarige (englisch: broken coated) Varianten treten auf. Sehr oft ist er dreifarbig - weiß, schwarz und braun. Er kommt jedoch auch zweifarbig, nämlich weiß- schwarz und weiß- braun vor. Die gute Pigmentierung spielt hier wie bei den meisten weißen Hunden eine große Rolle. Weiß ist und soll die vorherrschende Farbe sein. Das Fell des Jack Russel Terriers ist wetterfest.

Jack Russel Terrier

Charakter und Wesen:
Der Jack Russel ist ein kleiner Hund und dabei sehr temperamentvoll, manchmal fast hyperaktiv. Er ist neugierig, voller Energie, begeisterungsfähig, treu, fröhlich und besitzt einen außerordentlich starken Willen. Von manchem Besitzer wurde er jedoch auch als „Dickkopf“ beschrieben. Durch seine eigenwillige Art eignet er sich nur bedingt als Anfängerhund. Sein ausgesprochener Jagdtrieb macht sie auch heute oft zu Begleitern der Jäger. Jack Russel Terrier sind meist kinderfreundlich und lieben es, mit Kindern zu spielen. Jedoch ist der Jack Russel kein Kinderspielzeug und ein Erwachsener sollte das gemeinsame Spiel zwischen Kind und Hund stets beaufsichtigen. Durch das ungestüme Temperament kann es vorkommen, das ein Jack Russel das kleinere Kind mit einem Jagdobjekt verwechselt. Denn man darf nicht vergessen, dass es sich bei Terriern trotz der geringen Größe um Jagdhunde handelt. Auch ein gemeinsames Zuhause mit Katzen, Meerschweinchen oder anderem Kleingetier sollte gut überlegt sein.

Haltung:
Jack Russel sind keine Schoßhunde. Sie sind Energiebündel und werden nicht müde. Daher ist die Rasse für sportliche oder solche Personen geeignet, die ihrem Hund viel Bewegung bieten. Er ist ein Kraftpaket im Miniformat und für fast alle Hundesportarten einsetzbar wie Agility, Dog Dance oder auch Fährten lesen, wo er stets viel Ehrgeiz zeigt. Allerdings verliert er schnell die gute Kondition, wenn es ihm an Auslauf mangelt. Er liebt das Buddeln von Löchern und lange Spaziergänge, nur langweilig darf es ihm nicht werden. Er braucht es, wenn man ihn körperlich und geistig fordert. Bei fehlendem Auslauf und zu geringer Aufmerksamkeit kann die auftretende Langeweile auch schon mal in aggressives Verhalten umschlagen.

Jack Russel

Sonstiges:
Der Jack Russell Terrier liegt als Hunderasse voll im Trend und zum Modehund geworden. Dieser Trend ist gefährlich denn der Jack Russel ist nicht der einfachste Hund und nicht für Anfänger geeignet. Der frische, stolze Besitzer ohne Hundeerfahrung ist schnell überfordert und der Terrier dann der Herr im Haus, der ihnen auf der Nase herumtanzt. Daher sollte bereits im Welpenalter mit der konsequenten Erziehung begonnen werden. Der Jack Russel Terrier sollte regelmäßig gebürstet und gekämmt werden. Zusätzlich sollte zweimal jährlich eine Trimmung erfolgen.



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