Ridgeback

Rhodesian Ridgeback (Löwenhund)
Laufhunde, Schweißhunde

Familie: Hundeartige (Canidae)
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Klasse: Säugetiere (Mammalia)

Autor: Verena Scholze
Mail: verenascholze@gmx.de
Website: http://www.verena-scholze.de/

Dokument: VS 00003

ausschließliche Nutzungsrechte an Text und Bildern: Matthias Zimmermann

Alle Fotos: Verena Scholze

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FCI-Gruppe 6, Sektion 3, Standard Nr.146.


Geschichte und Herkunft:
Das Ursprungsland des Rhodesian Ridgeback ist Südafrika, und nicht, wie man dem Namen nach vermuten würde, Rhodesien, das heutige Simbabwe. Bereits im 16. und 17. Jahrhundert brachten Siedler aus Europa die verschiedensten Hunderassen nach Südafrika. So u.a. den Mastiff, den Bloodhound (dem der spätere Ridgeback seine Größe und gute Nase verdankt) oder verschiedene Terrier Arten. Auch der Sloughi, eine Windhundrasse aus Nordafrika, ist unter den Vorfahren des Rhodesian Ridgebacks zu finden. Durch ihn hat der RR vermutlich das gute Auge und seine Schnelligkeit zu verdanken. Ein zur damaligen Zeit berühmter Großwildjäger, Cornelis van Rooijen, wollte durch eine strenge Auswahl seiner Zucht einen bestimmten Jagdhund erhalten, der viele, für ihn notwendige Kriterien erfüllte. Robust vor allem für die Großwildjagd sollte der Hund sein, die oftmals unter schwierigen Bedingungen stattfand. Er durfte nur wenig Pflege und nicht übermäßig viel Futter benötigen, dazu musste er über längere Zeit ohne Wasser auskommen können. Auch sollte er sowohl nach Sicht als auch nach Nase das Wild aufspüren, jagen und stellen können. Schnelligkeit und Muskelkraft sollte ebenfalls bei diesem Hund vorhanden sein.

Rhodesien Ridgeback

Durch Kreuzungen der europäischen und einheimischen Rassen, hier insbesondere mit den Hottentottenhunden, erzielte van Rooijen mit der Zeit einen für das afrikanische Klima geeigneten Gebrauchshund, die heute als Rhodesian Ridgeback oder Löwenhund bekannte Rasse. Der Ridgeback wurde zur Großwildjagd, u.a. auch auf Löwenjagd eingesetzt. Ihre vorrangige Aufgabe war es, das Wild zu stellen und vor Ort am Platz zu halten, bis die Jäger eintrafen und die Beute erlegen konnten. Auch als Wachhunde der Siedlungen und Farmen setzten die Kolonialherren sie ein. Seinen Namen verdankt der Ridgeback seinem „Ridge“ auf dem Rücken. Hierbei handelt es sich um einen Haarkamm oder Haarstreifen, der gegen die normale Haarwuchsrichtung wächst. Es ist das auffälligste Merkmal dieser Hunderasse und auch besonders wichtig für die Zucht- und Ausstellungen. Der Zuchtverband des Rhodesian Ridgeback wurde 1922 in Bulawaayo gegründet. 1925 wurde er von der Kennel Union of South Africa als reine Rasse anerkannt. Bis heute ist er die einzige, aus Südafrika stammende, anerkannte Hunderasse. In Deutschland wurde Mitte der 70er Jahre mit der Zucht dieser wohlproportionierten Hunderasse begonnen.

Ridgeback

Der Ridge:
Der Ridge beginnt hinter den Schulterblättern und hat hier seine breiteste Stelle. Dort befindet sich die sogenannte Box, die Symmetrisch geformt sein soll. Sie kann rund, oval, rechteckig, quadratisch oder herzförmig sein und muss zwei ebenfalls symmetrische Wirbel oder Crowns (Kronen) aufweisen. Ideal ist der Ridge, wenn er hinter der Box ca. fünf Zentimeter breit ist. Er muss sich bis hin zur Schwanzwurzel verjüngen und sollte immer klar erkennbar und abgegrenzt sein. Sollte sich der Ridge nicht unmittelbar schon im Welpenalter zeigen, so bildet sich auch keiner mehr. Tritt bei einem Hund dieser Rasse kein Ridge auf, so wird er nicht der Rasse als zugehörig anerkannt. Es gibt neben dem Rhodesian Ridgeback nur eine einzige weitere Hunderasse, die das Merkmal des Ridge aufweist, dabei handelt es sich um den Thai Ridgeback.

Nah Ridgeback

Körperbau:
Der Rhodesian Ridgeback ist ein Lauf- und Schweißhund. Er zeichnet sich durch einen muskulösen Körperbau aus, ohne dabei massig zu wirken. Dabei ist er elegant und harmonisch anzusehen. Sein Brustkorb ist tief, kräftig und muskulös. Da er heute immer noch in vielen Ländern zur Jagd verwendet wird, muss er Ausdauer und Beweglichkeit vorweisen.

Neutral Ridgeback

Fell und Farbe:
Das Fell des Rhodesian Ridgeback ist kurz, dicht, glatt und glänzend. Es darf auf keinen Fall weich, seidig oder wollig sein. Die Farbpallette reicht von hellrot bis rotweizen. Manchmal weisen sie eine schwarze Schnauze und dunkle Ohren auf. Das kurze Fell des Rhodesian Ridgeback macht die Pflege einfach. Zweimal jährlich erfolgt der Fellwechsel. Hündinnen neigen oft zum Wechseln während ihrer Läufigkeit und auch ein paar Wochen nach ihrem Wurf. Viele Rhodesian Ridgeback mögen kein Wasser und wollen nicht gebadet werden.

Porträt Ridgeback

Charakter und Wesen:
Der Rhodesian Ridgeback ist ein scharfsinniger, feinfühliger, sensibler und freundlicher Familienhund mit meist gelassenem Temperament. Er ist klug und schätzt die aktive Teamarbeit. Fremden gegenüber zeigt sich der Rhodesian Ridgeback zurückhaltend. Es ist bei dieser Hunderasse unbedingt zu beachten, dass es kein Hund für Anfänger in der Hundehaltung ist. Sein Besitzer sollte über viel Einfühlungsvermögen verfügen und mit Sachverstand und Freundlichkeit die Erziehung des Hundes vornehmen. Der ist ein spätreifer Hund. Seine körperliche und seelische Entwicklung ist meist erst mit 2 bis 3 Jahren vollständig abgeschlossen. Dieser lange Reifungsprozess erfordert von seinem Besitzer viel Geduld. Nur so kann die Entwicklung vom Welpen über den Junghund bis hin zum ausgewachsenen Hund ohne Schädigung der Sensibilität dieses Hundes von statten gehen. Jedoch ist der Rhodesian Ridgeback bis hin ins hohe Alter lernfähig und auch lernwillig. Man sollte ihn liebevoll aber stets konsequent beschäftigen. Der Rhodesian Ridgeback besitzt eine hohe Sensitivität und einen „Sechsten“ Sinn für Gefahr, man kann sich in seiner Gesellschaft in absoluter Sicherheit wiegen. Er hat ein ausgeprägtes Revierbewusstsein, diese Eigenschaft zeichnet ihn als einem guten Wachhund aus. Man sollte auch seine Kraft und seine Reaktionsgeschwindigkeit niemals unterschätzen. Jedes ungewohnte Geräusch wird auf Gefahr überprüft. Der Rhodesian Ridgeback ist eine Hunderasse die relativ selten bellt.

Haltung:
Der Rhodesian Ridgeback ist bei guter Erziehung ein liebevoller Familienhund, vorsichtig im Umgang mit Kindern und nicht aggressiv. Sie sind jedoch immer zu Aktionen bereit wenn sich die Gelegenheit bietet. Da der Rhodesian Ridgeback zu den Laufhunden gehört, braucht er mehrere Stunden am Tag Bewegung. Sei es joggen oder Fahrrad fahren, nur ein kurzer Spaziergang reicht dieser Rasse an Bewegung nicht aus. Der Rhodesian Ridgeback ist kein Zwingerhund.

Rücken Ridgeback

Sonstiges:
Ridgebacks bestechen durch ihre Kraft, ihren Mut, die Treue und Anhänglichkeit zu ihren Besitzern. Diese Rasse braucht Aufgaben und will gefordert werden. So kommen sie als Jagdhunde für die Fährten- und Schweißarbeit zum Einsatz. Auch als Mantrailer oder Rettungshund werden sie verwendet. Hier kommen ihnen ihre guten Nasen und ihre Wendigkeit entgegen, was sie auch für die Arbeit in Trümmern geeignet sein lässt. Hundesportarten wie Agility, Obedience oder Lure-Coursing können mit dem Rhodesian Ridgeback ausgeübt werden. Eine Anerkennung als Jagdgebrauchshunderasse ist in Deutschland nicht erfolgt.

Nahaufnahme Ridgeback



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Rhodesian Ridgeback

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