Husky

Siberian Husky
Nordischer Schlittenhund

Familie: Hundeartige (Canidae)
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Klasse: Säugetiere (Mammalia)

Autor: Verena Scholze
Mail: verenascholze@gmx.de
Website: http://www.verena-scholze.de/

Dokument: VS 00001

ausschließliche Nutzungsrechte an Text und Bildern: Matthias Zimmermann

Alle Fotos: Verena Scholze

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FCI - Standard Nr. 270 (Gruppe 5, Sektion 1)


Geschichte und Herkunft:
Die ursprüngliche Heimat der Siberian Huskys ist das nord-östliche Sibirien, wo sie bis hin zum ochotskischen Meer und dem Beringmeer verbreitet waren. Jahrhundertelang waren sie die unentbehrlichen Begleiter der dort lebenden Nomadenstämme und Eskimovölker wie beispielsweise den Tschuktchen und Kamtschadalen, von denen sie u.a. als Arbeitstiere für den Transport der Jagdbeute und zum ziehen von Lasten gezüchtet und eingesetzt wurden. Auch als Wachhunde und zum Hüten von Rentierherden kamen diese widerstandsfähigen Arbeitshunde zum Einsatz. Der Siberian Husky ist eine nordische „Spitz-Variante“, ähnlich wie der Samojede, die von früheren Arten des wolfsähnlichen Hundes abstammt. Angelockt durch das Goldfieber brachte der russische Pelzhändler William Gossak 1909 diese sibirischen Hunde nach Amerika. Hier nahm er mit diesen kleinen, nur kniehohen Hunden am dem "All Alaska Sweepstake" Schlittenhunderennen teil. Das anspruchsvolle Rennen ging über 408 Meilen von Nome nach Candle und Gossak belegte wider Erwarten den 3.Platz mit seinem im Vorfeld mitleidig belächelten Hundegespann. So zeigte der Siberian Husky bei diesen und darauffolgenden Rennen seine Überlegenheit in punkto Schnelligkeit und Ausdauer gegenüber den größeren und schwereren einheimischen Hunden. Im Laufe der Jahre entstanden verschiedene Zuchtlinien, die die Vielfalt im Aussehen und des Laufvermögens der heutigen Siberian Huskys hervorbrachten und jeden dieser Hunde als fast einzigartig erscheinen lassen. Als in den 50er und 60er Jahren in Nordamerika die Siberian Husky-Zucht aufblühte, wurden auch die ersten Exemplare von Alaska nach Europa importiert, weshalb als Ursprungsland auch USA angegeben wird

Husky Rennen

Schon bald nach ihrem Erscheinen in Europa führte das einzigartige Aussehen und die Attraktivität der Siberian Huskys dazu, dass sich auch viele Menschen diese Hunderasse zulegten, die keine Beziehung zum Schlittenhundesport hatten. So kam es auf Grund ganz unterschiedlicher Erwartungen an die Hunde zu Gruppierungen in den Zuchtreihen. Einerseits wurde das Erscheinungsbild des Huskys ganz entsprechend dem Klischee  schwarz –weiß mit blauen Augen gezüchtet. Auf der anderen Seite wurde von den Sportlern weiterhin die legendäre Leistungsfähigkeit dieser Hunde gefordert. So bildeten sich diverse Zuchtlinien, die sich ganz dem äußeren Erscheinungsbild widmeten. Im geringeren Umfang gab es auch Zuchtlinien, für die Äußerlichkeiten von geringerer Bedeutung waren und bei denen die Leistungsfähigkeit und Robustheit die vorrangigen Leitlinien in der Zucht darstellten.

Sibirian Husky

Körperbau:
Der Siberian Husky ist ein Arbeits- und Gebrauchshund. Er kann, je nach Größe, Statur und Kondition leichte bis mittelschwere Lasten über größere Entfernungen ziehen. Die Rasse wird nicht nur zum sportlichen Wettkampf der Hundeschlittenrennen genutzt. Auch heute noch vollbringt er im Alltag des hohen Nordens große Leistung. Sein Körperbau zeigt das ausgeglichene Verhältnis von Kraft, Schnelligkeit sowie Ausdauer.

Husky Gruppe

Fell und Farbe:
Diese robuste Hunderasse besitzt ein herrliches pelzartiges Fell, das wie bei anderen Polarhunderassen geruchsfrei ist. Die oberste Schicht des Fells umfasst das mittellange Deckhaar. Dieses ist aufgrund der ursprünglichen Heimat sehr widerstandsfähig und wasserabweisend. Die Unterwolle hingegen besteht aus feinen Härchen. Beide Schichten ergeben einen optimalen Wärmeschutz. Durch die Bewegungen des Huskys entsteht in der Unterwolle Wärme durch die Reibung. Das starke Deckhaar hingegen liegt wie eine Decke darüber und verhindert den Wärmeverlust. So hat sich der Husky den Verhältnissen der nordischen Regionen ideal angepasst. Der Wechsel der Unterwolle erfolgt ein bis zweimal jährlich. Farblich ist die Unterwolle meist weiß oder leicht gefärbt. Das Deckhaar kann alle Farben und Schattierungen aufweisen, von schwarz-weiß über grau, weiß, beige, bis hin zum kräftigen rot.

Portrait Husky

Charakter und Wesen:
Der Siberian Husky ist freundlich und sanftmütig, aufmerksam, kontaktfreudig, sehr lebhaft und intelligent. Sie haben einen liebenswerten Charakter und sind jederzeit arbeitswillig. Auch die Dickköpfigkeit der Huskys sollte nicht unterschätzt werden. Eine starke Hand und viel Einfühlvermögen für eine konsequente Erziehung ist eine Grundvoraussetzung für die Anschaffung dieser Rasse. Siberian Huskys sind als Familienhunde bedingt geeignet denn sie haben einige Charaktereigenschaften, deren man sich vor der Anschaffung dieser Hunderasse bewusst werden sollte. So sind Laufen und Ziehen die Lieblingsbeschäftigungen und sie besitzen einen großen Jagdtrieb.

Husky Nahaufnahme

Daher ist es kaum möglich und nicht zu empfehlen, Huskys ohne Leine oder Geschirr laufen zu lassen. Siberian Huskys sind nicht besonders verspielt. Als Welpen kann man sie noch zum spielen animieren, hier eignen sich auch die Welpenspielstunden der Hundeschulen. Der Spieltrieb verliert sich im Laufe des weiteren Alters und der Husky setzt dann seine Energie eher im Laufen und Ziehen ein. Auch das Raufen mit Artgenossen dient zum Abbau der überschüssigen Energie. Daher sollte ein Husky nicht allein gehalten werden. Als Wachhund sind Huskys aufgrund ihres sanftmütigen und freundlichen Wesens nicht geeignet. Ein typisches Merkmal seiner Rasse ist, das er heult und nicht bellt.

Husky-Rennen

Haltung:
Huskys sind sehr Rudelbezogen. Daher sollte ihnen die Möglichkeit zu sehr viel Kontakt mit ihren Artgenossen gegeben oder wenn möglich, nicht allein gehalten werden. Er ist kein idealer Wohnungshund und sollte am besten so viel wie möglich im Freien gehalten werden.

Sonstiges:
Generell sollte man seinen Husky im Laufgeschirr mit Bauchgurt ihrerseits bewegen, denn sein Ziehdrang ist so groß, das durch den ständigen Zug am normalen Halsband Schäden am Hals und der Wirbelsäule auftreten können. Den Lauf- und Ziehtrieb der Hunde sowie den Bewegungsdrang können sie mit Ihrem Husky am Fahrrad „abarbeiten“, sollten Sie sich nicht für die Schlitten- oder Trainingswagenvariante entscheiden. Jedoch ist zu beachten dass der Hund schnell Kondition aufbaut. Man sollte hier überlegen und abwägen, ob man selber dazu körperlich in der Lage ist, dieser Kondition mitzuhalten. Ein Husky wird von Beginn an der Tour immer alles geben, verhaltenes Rennen gibt es bei ihm nicht. Hierzu empfiehlt sich vor Anschaffung eines Siberian Husky der Besuch eines Schlittenhunderennens, um sich mit der Energie dieser Rasse vertraut zu machen. Ein unvergessliches Erlebnis !

Sibirian Husky



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