Barsoi

Barsoi
Windhunde

Familie: Hundeartige (Canidae)
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Klasse: Säugetiere (Mammalia)

Autor: Verena Scholze
Mail: verenascholze@gmx.de
Website: http://www.verena-scholze.de/

Dokument: VS 00011

ausschließliche Nutzungsrechte an Text und Bildern: Matthias Zimmermann

Alle Fotos: Verena Scholze

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FCI-St.Nr.193, Gruppe 10 Windhunde, Sektion 1


Geschichte und Herkunft:
Der Barsoi ist ein russischer Windhund, dessen Name, Barsoi oder Barsoj, sich vom russischen „borzij“ für schnell oder flink ableitet. "Psovaja borzaja" nennt man ihn im Ursprungsland Russland. Der Ursprung des Barsois ist bis heute noch umstritten. Manche Ahnenforscher meinen dass er von den altägyptischen Windhunden abstammt, die nach Asien und Europa gelangten. Andere meinen, das seine Vorfahren vermutlich die im mittleren Osten beheimateten „Gaze Hounds“ waren, die sich bei der Jagd ganz auf ihren Geruchssinn verließen. Als sich diese Rasse immer mehr gen Norden ausbreitete, kreuzte man diese Hunde mit einer langbeinigen russischen Collieart. So konnte man ihr die für das Klima notwendige lange Fell und die erforderliche Härte anzüchten. Der Barsoi ist jedoch seit rund neun Jahrhunderten Bestanteil der russischen Kultur und nationaler Geschichte. So findet man in einer französischen Chronik aus dem 11.Jahrhundert den Hinweis, das Anna Iaroslavna, die Tochter des Großherzogs von Kiew, drei Barsois mit sich führte, als sie nach Frankreich reiste, um ihre Hochzeit mit Heinrich I zu feiern. Der Barsoi wurde für die Jagd gezüchtet, wo man bereits im 13.Jahrhundert mit ihm vom Pferd aus Hasen, Füchse, Wildschweine und sogar Wölfe jagte. Viele Zaren und Großfürsten züchteten diese edle Rasse und viele bekannte Persönlichkeiten der russischen Aristrokatie schmückten sich mit diesem Hund, darunter auch Iwan der Schreckliche, Peter der Große, Nikolaus II, Puschkin oder Turgenjew.  Viele bekannte Zwinger züchteten Barsoi, die bekanntesten waren u.a. die des Zaren in Gatschina bei St. Petersburg und des Großfürsten Nikolai Nikolaijewitsch in Perchino.  

Barsoi

Im Jahre 1842 erhielt Königin Victoria und später auch die Königin Alexandra (Gemahlin von Eduard dem VII) vom Zaren Barsois als Geschenk. Die Hunde von Königin Alexandra hielt man in Norfolk auf dem königlichen Landgut Sandringham, wo man sie mit den einheimischen Collies kreuzte. So entstand ein neuer Schlag rauhaariger und weißfarbener Collies, die durch ihren langen und eleganten Fang auffielen. Anfang des 19.Jahrhundert hielt sich fast jeder russischen Gutshof mindestens einen Barsoi. Dieses Hoch der Barsoi endete 1861 durch die Aufhebung der Leibeigenschaft in Russland. 1873 wurde in Moskau die "Kaiserliche Gesellschaft zur Verbreitung der Jagdhunde wie regelrechten Jagdführung" gegründet. Hier begann ein neuer Abschnitt der sich immer mehr der sportlichen Verwendung dieser Hunderasse zuwandte, nämlich den Windhunderennen. Ende des 18.Jahrhunderts kam der Barsoi nach Deutschland. 1892 wurde in Deutschland der "Deutsche Barsoi Club" gegründet. Es war der erste deutsche Windhundezuchtklub, aus dessen Bestehen sich der Nachfolger, der DWZRV gründete. 1913 lief der erste Barsoi auf einer Rennbahn in Deutschland. In Russland galt der Barsoi bis 1914 immer noch als der Nationalhund des Landes.  Auch heute wird der Barsoi in Russland immer noch bevorzugt zur Jagd von Zobeln und Silberfüchsen eingesetzt.

Barsoi Hunde

Körperbau:
Der Barsoi ist schlank und elegant. Er scheint der Inbegriff des aristokratischen und eleganten Hundes. Er besitzt eine vornehme Art und ausgeglichene Bewegungen. Sein Brustkorb ist lang, tief und flach. Sein Rücken ist wie ein gespannter Bogen. Speziell im Lendenbereich weist er kräftige Muskeln auf. Seine Unterlinie ist sehr schwungvoll.

Portrait Barsoi

Fell und Farbe:
Das Haarkleid des Barsoi ist lang und seidig. Vorzugsweise ist es wellig oder leicht gelockt. Es soll jedoch keine Löckchen oder Kraushaar bilden. Am Kopf, den Ohren sowie en Gliedmaßen soll das Haar kurz und seidig sein und gut am Körper anliegen. Am Körper ist es lang und gewellt, an der Brust und den Vorderläufen soll es viel Federn aufweisen. Am Hals ist das Haar üppig und sehr dicht. Die verschiedenen Farben sind zulässig, bevorzugt jedoch weiß mit dunkleren Stellen. Alle Farben dürfen einfarbig oder auch gescheckt vorkommen. Die Federn und die Fahne der Rute sollen deutlich heller als die Grundfarbe sein. Bei den schwarzgewolkten Farben ist eine schwarze Maske oft typisch.

Barsoi springt

Charakter und Wesen:
Der Barsoi besitzt auch heute noch die ursprünglichen Eigenschaften seiner Rasse: Schönheit, Anhänglichkeit und Intelligenz, aber auch die Jagdleidenschaft. Barsoi können oftmals reserviert oder auch widerspenstig sein. Generell sind sie jedoch friedliche und treue Hunde. Der Barsoi hat einen scharfen Blick und sieht sehr gut. Er kann ungestüm reagieren. Für seine Erziehung benötigt man Einfühlungsvermögen, Fingerspitzengefühl und vor allem Konsequenz.

Barsoi

Haltung:
Für die Haltung eines Barsoi bietet sich ein Haus mit Garten oder einer großen Freilauffläche an. Bieten sie ihm lange Spaziergänge, joggen oder neben dem Fahrrad laufen an, damit sein Bewegungsdrang gestillt wird. Sollten Sie ihren Barsoi in der Wohnung halten, so wird er sich dort vermutlich stiller verhalten. Er sucht die Nähe seiner Menschen. Einzelhaltung ist möglich, Mehrhaltung würde einem Barsoi jedoch seelisch besser bekommen. Eine Haltung im Zwinger ist nicht möglich. Hier würde der Barsoi seelisch und körperlich verkümmern.

Barsoi spielen

Sonstiges:
Die Jagdleidenschaft des Barsoi ist bis heute ungebrochen. Lassen Sie ihren Barsoi daher erst nach guter Erziehung von der Leine da es immer wieder vorkommen kann, dass eine Fährte aufgenommen und verfolgt wird. Auf der Rennbahn bei den stattfindenden Windhunderennen können Sie ihm die Möglichkeit bieten, seine Jagdleidenschaft ungefährdet auszuleben.

sitzt



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