Rottweiler

Rottweiler
Begleit-, Dienst- und Gebrauchshunde (Rassen Gruppe 2)
Sektion 2.1 Molossoide, Doggenartige Hunde

Familie: Hundeartige (Canidae)
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Klasse: Säugetiere (Mammalia)

Autor: Ulrike Bernauer
Mail: u.bernauer@gmx.de
Dokument: UB 00008H

exklusive Nutzungsrechte am Text: Matthias Zimmermann

Alle Fotos: Tierfotoagentur

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FCI-Standard Nr. 147 19.06.2000 D


Geschichte und Herkunft
Die Herkunft des Rottweilers liegt wie bei vielen anderen Hunderassen eher im Ungewissen. Hartnäckig halten sich Gerüchte, dass er mit den Römern entlang der alten Handelswege über die Alpen gekommen sei. Die Römer haben wohl Hunde als Herden- und Treibhunde eingesetzt, die nicht nur das Vieh, sondern auch den Menschen beschützten. Es gibt aber auch die Ansicht, dass die Treibhunde in Süd- und Mitteldeutschland aus alten einheimischen Schäfer- und Hirtenhunden hervorgegangen seien. Die großen Viehtreibhunde mussten in der Lage sein, auch das schwerste Rind zu bändigen und sie mussten flink genug sein, von hinten in den Hinterlauf zu zwicken, ohne sich treten zu lassen und sie mussten ausdauernd genug sein, eine Viehherde umkreisen und treiben zu können. Sicher scheint zu sein, dass der Rottweiler aus dem Süddeutschen Raum stammt, wo er auch Verwandte hat, den heutigen Großen Schweizer Sennenhund (früher den großen schweizerischen Metzgerhund). Wie auch der Rottweiler früher häufig Metzgerhund genannt wurde. Seine beiden Namen deuten auf seine Herkunft, Rottweil war im 19. Jahrhundert ein Viehhandelszentrum und auf seine ehemaligen Halter, die Metzger. Oft hielten sich die Metzger mehrere Hunde, die nicht nur das Vieh trieben und beaufsichtigten, sondern auch seinen Herrn und Meister beschützten. Eine weitere Aufgabe des Metzgerhundes war es, den Karren des Metzgers auf den Markt oder zu den Kunden zu ziehen, auch Kälber oder Schweine wurden mit dem Hundefuhrwerk transportiert. Sicher war, dass diese Hunde auf Ausdauer, Intelligenz und Treibeigenschaften gezüchtet wurden, ebenso sicher benötigte man einen starken, kräftigen Hund. All diese Eigenschaften finden sich auch beim heutigen Rottweiler. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts ging der Bestand an Rottweilern stark zurück, andere Transportmöglichkeiten für das Vieh, wie die Eisenbahn, machten den Rottweiler als Treibhund überflüssig. Erst Anfang des 20. Jahrhunderts besann man sich wieder auf die guten Charaktereigenschaften dieses Hundes und im Januar 1907 wurde ein erster Rottweiler-Klub gegründet, der sich 1921 mit anderen Klubs zum Allgemeinen Deutschen Rottweiler Klub ADRK zusammenschloss. Im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts wurden dann auch die ersten Rottweiler als Polizeihunde geschult, wo sie so gute Dienste verrichteten, dass sie im Jahre 1910 als Polizeihunderasse offiziell anerkannt wurden. Heute hat der Rottweiler einen festen Platz auf der Liste der Gebrauchshunde und leistet seinen Dienst bei der Polizei und beim Zoll.

Rottweiler liegt

Körperbau
Der Rottweiler ist ein schwerer und kräftiger Hund. Trotzdem ist sein Erscheinungsbild nicht plump. Seine kräftige Gestalt lässt auf große Kraft, aber auch auf Wendigkeit und Ausdauer schließen. Rüden erreichen bis zu 68 cm Widerristhöhe, Hündinnen  bis zu 63 cm, die Rüden erreichen ein Gewicht um die 50 Kilo.

Fell
Der Rottweiler hat mittellanges, dickes Fell und ist mit einem groben Deckhaar und einer dichten Unterwolle ausgestattet. Das Fell ist schwarz mit satten rotbraunen Anzeichen an Backen, dem Fang, der Halsunterseite, der Brust und den Läufen. Die Fellpflege gestaltet sich einfach, während des Fellwechsels öfter bürsten, um die losen Haare zu entfernen.

Wesen
Der Rottweiler wird als intelligent, gehorsam und von sehr großer Treue gegenüber seinem Herrn und seiner Familie beschrieben. Er ist wachsam und beschützend, mutig und stark, er kann allerdings dominant werden. Eifersüchtig wird er, wenn ihm nicht genügend Aufmerksamkeit geschenkt wird. Er neigt zum „Einpersonenhund“. Man sagt ihm auch Kinderfreundlichkeit nach, jedoch sollte man ihn nie, wie auch Hunde anderer Rassen, alleine und unbeaufsichtigt zusammen mit kleinen Kindern lassen. In einigen Bundesländern gehört der Rottweiler zu den so genannten Listenhunden oder ist in der Kampfhundeverordnung aufgeführt. Es können also bei der Haltung des Hundes verschiedene Auflagen aus Sie zu kommen, wie zum Beispiel ein Wesenstest. Vor der Anschaffung dieses Hundes sollten Sie sich also genau über die Haltung und die eventuell damit verbundenen Auflagen in ihrem Bundesland erkundigen.

Porträt Rottweiler

Aufzucht und Haltung
Der Rottweiler ist bei fachgerechter Aufzucht und bei einer entsprechenden Sozialisation ein guter Familienhund und ein treuer und verlässlicher Partner. Er entwickelt allerdings leicht einen dominanten Charakter, deshalb braucht er einen Besitzer mit einer ruhigen, aber festen Erziehung mit viel Disziplin und Konsequenz. Diese Konsequenz muss nicht nur während der Erziehung des Welpen, sondern über das gesamte Hundeleben durchgehalten werden. Gerade dieses Kraftpaket von Hund sollte man nicht unterschätzen. Hundeanfänger oder körperlich schwächere Menschen oder auch eher zurückhaltende Menschen sollten sich doch eher für eine andere Hunderasse entscheiden. Auch sollte man sich vor der Anschaffung eines Rottweilers bewusst sein, dass viele Menschen vor einem solch großen und kräftigen Hund Angst haben.

Rüden benötigen eine etwas strengere Erziehung als die Hündinnen, die einen etwas sanfteren Charakter aufweisen. Hat der Hund dann allerdings eine ausgewogene und konsequente Erziehung genossen, so ist er ein treu ergebener Familienhund und auch ein guter Spielkamerad für die Kinder. Auch mit anderen Haustieren, wie Katzen verträgt er sich gut, wenn er von klein auf an sie gewöhnt wird. Anderen Hunden gegenüber verhält sich der Rottweiler oft dominant. Freunde der Familie werden freudig begrüßt, gegenüber Fremden verteidigt der Rottweiler sein Heim. Als großer und kräftiger Hund benötigt der Rottweiler viel Auslauf, einmal um den Block laufen, reicht seinem Bewegungsdrang nicht aus. Aufgrund seiner Intelligenz benötigt er eine Beschäftigung, die ihn auslastet.

Der Standard des Rottweilers

Rassestandard
FCI-Standard Nr. 147 19.06.2000  D / Ursprungsland Deutschland

Allgemeines Erscheinungsbild
Mittelgroß und kräftig, nicht plump oder leicht, weder hochläufig noch windig. Die im rechten Verhältnis stehende kräftige und gedrungene Gestalt lässt auf große Kraft, Wendigkeit und Ausdauer schließen.

Charakter und Wesen
Seine Grundstimmung ist freundlich und friedlich, er ist anhänglich und kinderliebend, gehorsam und arbeitsfreudig. Von urwüchsiger Erscheinung mit selbstsicherem und unerschrockenem Verhalten. Er beweist große Aufmerksamkeit gegenüber seiner Umwelt.

Kopf und Schädel
Mittellanger Schädel mit mäßig gewölbter Stirnlinie und ausgeprägtem Stop. Die Nasenkuppe ist gut ausgebildet mit großen Öffnungen, die immer von schwarzer Farbe sind. Der Nasenrücken ist gerade mit breitem Ansatz und nur leichter Verjüngung.

Augen
Mittelgroß und mandelförmig mit tiefbrauner Farbe und gut anliegenden Lidern.

Gebiss
Sowohl kräftiger und breiter Ober- wie Unterkiefer mit starken und vollständigen 42 Zähnen, die oberen Schneidezähne stehen scherenartig über denen des Unterkiefers.

Rottweiler

Ohren
Weit auseinander stehend, von mittlerer Größe. Hängend und von dreieckiger Form.

Hals
Kräftig, nicht zu lang, gut bemuskelt und mit mäßig gewölbter Nackenlinie, ohne Wamme und ohne Kehlhaut.

Gebäude
Gerader, kräftiger und strammer Rücken. Eine geräumige, breite und tiefe Brust mit guter Vorbrust und gewölbten Rippen.

Vorhand
Von vorne gesehen gerade Vorderläufe, die nicht eng beieinander stehen. Mit einer Neigung des Schulterblattes von etwa 45 Grad.

Hinterhand
Gerade Hinterläufe von hinten betrachtet, weit gestellt mit breiten und stark bemuskelten Oberschenkeln. Das Sprunggelenk ist kraftvoll und nicht steil gewinkelt.

Pfoten
Die Vorderpfoten sind rund, mit eng beieinander liegenden Zehen. Harte Ballen mit kurzen, schwarzen und kräftigen Krallen. Die Hinterpfoten sind etwas länger als die Vorderpfoten, in den sonstigen Eigenschaften den Vorderpfoten gleich.

Rute
Wird waagrecht in Verlängerung der Rückenlinie getragen, in Ruhe auch hängend.

Gangart / Bewegung
Der Rottweiler ist ein Traber mit harmonischen, sicheren, kraftvollen und ungestörten Bewegungen. Er hat eine gute Schrittweite, wobei der Rücken relativ stabil und ruhig bleibt.

Haarkleid
Der Rottweiler besitzt Stockhaar, bestehend aus Deckhaar und Unterwolle, das Deckhaar ist von mittlerer Länge, kräftig und eng anliegend, die Unterwolle sollte man unter dem Deckhaar nicht sehen können. Die Hinterläufe haben eine etwas längere Behaarung.

Farbe
Schwarz mit deutlich abgegrenzten Abzeichen von rotbrauner Farbe. Vorzugsweise an den Backen, an Fang, Halsunterseite bis zur Brust, an den Läufen sowie über den Augen.

Rottweiler nah

Größe und Gewicht
Bei Rüden zwischen 61 bis 68 cm, wobei die erstrebte Größe bei 65 bis 66 cm liegt.
Bei Hündinnen zwischen 56 bis 63 cm, wobei die richtige Größe bei 60 bis 61 cm liegt.
Das Gewicht bei Rüden beträgt je nach Größe unter oder über 50 Kilo, Hündinnen sind leichter.

Fehler
Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten sollte als Fehler angesehen werden, dessen Gewichtung in genauem Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte. Ebenso jede Abweichung, die die Gesundheit und das Wohlbefinden des Hundes beeinflusst.



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