Mops

Mops (Pug)
Gesellschafts- und Begleithunde (Rassen Gruppe 9)
Sektion 11 Kleine doggenartige Hunde

Familie: Hundeartige (Canidae)
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Klasse: Säugetiere (Mammalia)

Autor: Ulrike Bernauer
Mail: u.bernauer@gmx.de

Dokument: UB 00007H

ausschließliche Nutzungsrechte an Text und Bildern: Matthias Zimmermann

Alle Fotos: Verena Scholze

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FCI-Standard Nr. 253 11. 05. 1998 D


Geschichte und Herkunft
Wie bei fast allen Hunderassen wird die genaue Herkunft auch beim Mops wohl nie ganz sicher geklärt werden können. Aber man ist sich doch weitgehend einig, dass der Mops wahrscheinlich aus China stammt. Tradition war es dort schon lange, kleine Hunde mit kurzen, breiten und flachen Köpfen zu züchten, die in den Palästen gehalten wurden. Von China aus dürfte der Mops als erstes europäisches Land Holland erreicht haben. Hier gelangten sie als Gastgeschenk an das Niederländische Königshaus. Dem Prinzen Wilhelm von Oranien soll ein Mops im Heerlager zu Hermigny durch lautes Bellen das Leben gerettet haben. Im italienischen Volkstheater, dem Commedia dell’ Arte trat der Mops auf, anstelle eines Affen, der schwerer zu beschaffen war. Auch in Frankreich spielten Möpse im Volkstheater eine Rolle, der Mops ähnelte dem Harlekin mit seiner schwarzen Maske, daher die französische Bezeichnung „Carlin“ für Mops. Der englische Name „Pug“  kommt vermutlich vom lateinischen Pugnus (Faust), weil der Kopf des Mopses wie eine geballte Faust aussieht. Die deutsche Bezeichnung Mops, die auch in Belgien und den Niederlanden gebräuchlich ist, kommt vermutlich vom niederländischen Verb „mopperen“, also brummende Geräusche von sich geben. Gemeint ist hiermit das rassetypische Schnarchen und Grunzen. Im ersten Zuchtbuch des Kennel-Clubs von 1871 sind 66 Möpse eingetragen.

Mops laufend

In England entstanden auch die beiden bekanntesten, rivalisierenden Zuchtlinien, die Morrisons und die Willoughbys. Die „Morrison-Möpse“ kennzeichneten schöne, warmgelbe Farben, kräftige Knochen, wenige Stirnfalten und eine nicht so dunkle Gesichtsmaske. Die „Willoughby-Möpse“ hingegen waren steingrau und hatten ausgeprägt schwarze Masken. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts war der Mops ein sehr beliebter Hund, der sehr begehrt war und der deshalb auch häufig mit anderen Kleinhunden gekreuzt wurde. Der ursprüngliche Typ ging dabei manchmal verloren, was seine Beliebtheit schwinden ließ. Zudem war er jetzt häufig Liebling älterer Damen, die ihn gnadenlos überfütterten und ihn zu der Karikatur, der kurzbeinigen prallen Wurst werden ließ, die man von Wilhelm Busch-Karikaturen kennt. Zudem wurde er jetzt noch als dumm, faul und gefräßig dargestellt, so dass seine Beliebtheit noch stärker zurückging. Durch reinere Zuchtlinien konnte aber in den letzten Jahrzehnten wieder eine einheitlichere Erscheinung der Rasse erreicht werden. Auch dadurch konnte der Mops sein Negativimage wieder etwas loswerden und erfreut sich in letzter Zeit wieder größerer Beliebtheit.

Mops liegend

Körperbau
Robust und kompakt, sozusagen quadratisch. Er hat eine Schulterhöhe bis zu 32 Zentimeter und ein Gewicht zwischen 7 und 12 Kilogramm, wobei die Männchen größer und schwerer als die Weibchen sind.  Er besitzt einen rundlichen und großen Kopf, der besonders durch seine flache Nase auffällt. Gerade hier kann es zu züchterischen Übertreibungen kommen, es gibt Züchter, die ihre Hunde fast flach und nasenlos züchten, quasi mit einem Affengesicht, was von manchen Zuchtrichtern durch gute Bewertungen dieses Typus noch gefördert wird. So entstehen dann allerdings auch Möpse mit  Atemschwierigkeiten und Augenverletzungen, weil durch die zu kurze Schnauze der Augapfel zu stark aus dem Kopfprofil heraustritt. Eine Besonderheit ist noch der Schwanz, der auf dem Rücken geringelt getragen wird.

Mops

Fell
Das kurzhaarige Fell ist silbergrau, beige oder schwarz mit einer deutlichen, dunklen Maske im Gesicht. Das kurze Haar hat die unangenehme Eigenschaft sich in der Kleidung oder Polstermöbeln festzusetzen und lässt sich schwer wieder entfernen. In Zeiten des Umhaarens empfiehlt es sich, den Mops regelmäßig zu bürsten, um so möglichst viel ausfallendes Haar zu entsorgen. Die Gesichtsfalten des Mopses sollten regelmäßig gepflegt werden, also sauber und trocken gehalten werden, um einer Bildung von Ekzemen vorzubeugen. Auch regelmäßige Pfoten- und Ohrenpflege tut dem Mops gut.

Mops frontal

Wesen
Entgegen der oben beschriebenen Vorurteile ist der Mops von Natur aus durchaus nicht fett, faul und gefräßig. Er ist ein ausgeglichener Hund mit einem guten Sinn für Humor. Er ist gesellig und gefühlvoll, intelligent und sehr anhänglich. Er ist ohne Aggressionen gegenüber anderen Hunden oder anderen Haustieren und lässt sich problemlos mit anderen Tieren zusammen halten. Er ist auch ein guter Spielkamerad für Kinder und gleicht sich oft dem Temperament seines Frauchen oder Herrchen an.

Mops

Haltung
Auch der Mops benötigt genügend Auslauf und Bewegung, um sich die vom Standard geforderte Kompaktheit und Festigkeit der Muskeln zu erhalten. Er hat zwar nicht das Laufbedürfnis manch größerer Hunde, aber 1,5 bis 2 Stunden am Tag sollte er auch laufen können. Er ist ein guter Familienhund und sucht immer Anschluss an den Menschen. Für Kinder ist er ein guter und robuster Spielkamerad, der auf Grund seines freundlichen Wesens auch mal etwas einstecken kann. Bei der Ernährung sollte man ein Auge auf die richtige Futtermenge haben, denn wie fast jeder Hund hört der Mops nicht auf zu fressen, bis seine Futterschüssel leer ist. Große Hitze bekommt dem Mops nicht gut, in heißen Sommerzeiten sollte man mit ihm keine langen Märsche in der größten Hitze unternehmen, sondern ihm einen kühlen Schattenplatz anbieten. Möpsen sagt man eine gewisse Sturheit nach, die nur noch von der des Dackels übertroffen werde. Durch eine konsequente Erziehung kann man diese Eigenschaft aber abmildern. Der Mops will ernst genommen und respektiert werden, dann werden Besitzer und Hund miteinander gut auskommen.

Mops im Lauf

Aufzucht
Der Mops benötigt eine konsequente und gleichzeitig sanfte Erziehung. Er reagiert sehr empfindsam auf Änderungen der Stimmlage und er hat ein gutes Gespür, wann es seinem Besitzer ernst ist mit seinem Befehl. Er wird auch häufiger versuchen, durch Clownerien von den Erziehungsmaßnahmen abzulenken, lässt man ihm dass durchgehen, erhält man den „sturen und dickköpfigen“ Mops, der seinen eigenen Willen durchsetzt.



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