Collie

Collie (Herden - und Treibhund)

Familie: Hundeartige (Canidae)
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Klasse: Säugetiere (Mammalia)

Autor: Ulrike Bernauer
Mail: u.bernauer@gmx.de

Dokument: UB 00004H

Alle Fotos: Tierfotoagentur

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Geschichte und Herkunft:
Offiziell heißt die Rasse Rough coated Collie, also zu Deutsch „Rauhaar-Collie“, was aber auf den Langhaar-Collie in keiner Weise zutrifft. Denn er ist nicht rauhaarig, sondern er besitzt ein echtes Langhaarfell mit langem, schlichten Deckhaar  und einer darunter liegenden, dichten Wolle. Aber sein Name verrät schon ein bisschen über seine Herkunft, ursprünglich war auch er ein Hütehund, der vermutlich aus Schottland stammt, wo er zum Schafe- oder Rinderhüten eingesetzt wurde. Über die Herkunft des Namens „Collie“ gibt es auch keine gesicherten Erkenntnisse, von vielen wird aber vermutet, dass er seinen Namen von einer Schafrasse, die er hütete, geerbt hat, einer Schafrasse, die ein kohlschwarzes Gesicht, also collied, aufweist. Diese Schafe wurden früher in Schottland „Colleys“ genannt und es war früher in England recht üblich, Hunde nach der Art ihrer Tätigkeit zu benennen, als könnte ein Colley-dog ein Hund gewesen sein, der eben diese Colleys hütete. Ebenso unklar wie der Name des Hundes ist auch seine Herkunft. Es lässt sich nur gesichert sagen, dass er zu den Schäferhunden gehörte und seine Hauptaufgabe war das Hüten der Schafe. Also richtete die frühere Züchtung ihr Hauptaugenmerk auch weniger auf das Aussehen des Hundes, als vielmehr auf die Eigenschaften, wie Leistungsfähigkeit, Ausdauer, Genügsamkeit, Klugheit und einem Körperbau und Fell, das mit den rauen klimatischen Gegebenheiten fertig wurde. Demzufolge lebte im schottischen Hochland ein kleinerer und beweglicherer Hund, als im Tiefland, wo größere Hunde die Rinder hüteten. 1871 fiel auf einer Ausstellung in Newcastle-on-Tyne der Rüde „Old Cockie“ auf, der als einer der Stammväter des heutigen Collies gilt. Drei Zuchtlinien gab es in der Folge,  die eine verfolgte mit „Old Cockie“ den Typ dunkelsable mit Weiß, die zweite mit „Marcus“ den fast schwarzen Typ und „Trefoil“ war der Stammvater des dreifarbigen Typs, Tricolor. Da Königin Victoria auch zu den Liebhaberinnen des Collies gehörte und auch einige Exemplare besaß, kam die Züchtung nun so richtig in Schwung. Heute gehört der Collie mit zu den beliebtesten Rassehunden.

Collie Welpe

Körperbau
Der Collie ist elegant gebaut, er ist ein Hund von großer Schönheit. Mit seiner Eleganz kombiniert er einen intelligenten Gesichtsausdruck mit einem schmalen Schädel. Er besitzt dickes wolliges Fell, das ihn vor den Unbilden des Wetters schützt. Er ist ein geschmeidiger, aktiver Hund mit einer Körperhöhe von 56 bis 61 cm bei Rüden und einem Gewicht von 25 bis 30 Kilo, wobei die Hündinnen mit 51 bis 56 cm und einem Gewicht von 18 bis 25 Kilo deutlich kleiner und leichter sind. Der Kopf ist im Verhältnis zu anderen Hunden sehr schmal, er hat intelligente, sanfte Augen und stehende, kleine Ohren, die an der Spitze vorne überkippen. Die Rute ist lang und in der Regel auch buschig, also mit dichtem Fell besetzt.

Fell
Das Fell ist dicht mit langem, straffem Deckhaar und pelzigem Unterhaar mit üppiger Mähne und Halskrause, das Fell im Gesicht ist hingegen glatt und kurz. Den Langhaar-Collie gibt es in drei anerkannten Farbvarietäten, in Sable/White (sandfarbig mit weiß), Tricolour (überwiegend schwarz-weiß mit braun)  und Bluemerle (silbriges Blau). Als Sonderform gibt es noch den weißen Collie mit einem typisch bunten Colliekopf und nach der Halskrause mit einem überwiegend weißen Haarkleid, der allerdings in der ursprünglichen Rassebeschreibung nicht auftaucht.

Pflege
Das Fell des Collies sollte einmal wöchentlich gründlich gekämmt werden, wobei die dichter behaarten Partien wie die Halskrause besonders gründlich auf Kletten untersucht werden sollten. Während des Fellwechsels kann es sinnvoll sein, den Hund auch täglich zu bürsten.

Wesen
Der Collie gilt als einer der treuesten und intelligentesten Rassenhunde der Welt. Er kann bei ausreichend Training erstaunlich viele Worte verstehen und handelt, wenn er kann und darf oft selbständig. Er hat einen liebenswürdigen Charakter ist verspielt mit Sinn für Humor und hat eine große Beobachtungsgabe. Er ist in der Regel verträglich mit anderen Hunden und meist auch mit anderen Tieren, wie Katzen und Vögeln. Wird er von klein auf an Kinder gewöhnt, so ist er ihnen ein guter Spielkamerad und betreut sie aufmerksam. Wobei er schon auch zwischen den Kindern „seiner“ Familie und fremden Kindern unterscheidet, ihm unbekannte Kinder sollten ihm sozusagen als Freunde der Familie vorgestellt werden. Ansonsten ist er ein unkomplizierter Hund, der hauptsächlich zwei Interessen hat, er will in seiner Familie leben und er will viel Auslauf.

Haltung
Der Collie, als ehemaliger Schäfer- und Hütehund mit beträchtlicher Intelligenz lernt relativ schnell. Er benötigt allerdings eine enge Bindung an seinen Herrn oder seine Familie. Je mehr man sich mit dem Hund befasst und sich auf ihn einlässt, je intensiver man ihn am Anfang erzieht, umso schneller wird der Hund den Mensch „verstehen“. Der Collie neigt zu einer gewissen Bellfreudigkeit, die man ihm gleich zu Beginn abgewöhnen sollte, um Stress mit Nachbarn zu vermeiden. Da er aber sehr lernbegierig ist, wird es einem Halter, der sich bei der Erziehung seines Collies Zeit lässt, auch möglich sein, diese wohl meist unerwünschte Eigenschaft abzutrainieren. Der Collie sollte auch von klein auf an Fremde gewöhnt werden, er wird dann auch weiterhin freundlich mit ihnen umgehen. Ansonsten kann er bei Fremden, die das Grundstück betreten wollen, unangenehm werden. Sein natürlicher Schutzinstinkt ist noch in ausreichendem Maße vorhanden. Ansonsten beweist er aber im Umgang mit anderen Hunden und auch anderen kleinen Tieren viel Geduld und er geht meist liebevoll mit anderen Tieren um. Der Collie benötigt ausreichend Auslauf, ab und zu Gassi gehen reicht ihm nicht. Er möchte am liebsten unangeleint laufen und spielen, auch mögen die meisten Collies Apportieren und Ballspiele, in Hundesportarten sind sie ausgesprochen gut.

Aufzucht
Der Collie lernt sehr schnell. Er kann sich aber auch gerade deswegen schnell langweilen, Drill und Zwang ist nicht seine Sache, er kann dann stur werden. Deshalb sollte die Erziehung eher spielerisch vonstatten gehen. Er reagiert auch sehr empfindlich auf die menschliche Stimme, Anschreien oder Brüllen ist oft kontraproduktiv. Mit einer festen, strengen Stimme und einer konsequenten Haltung kommt man beim Collie weiter. An Kinder sollte er von klein auf gewöhnt werden, vor allen Dingen an Fremde. Der Collie ist ein Familienhund, er benötigt viel Liebe und Verständnis und sollte auch nicht zu viel alleingelassen werden. Sein Platz ist im Haus, im Zwinger verkümmert er.

Der Standard des Border Collie

Rassestandard

FCI – Standard Nr. 297    / 08 / 09 / 1988 /  Ursprungsland : England

Allgemeines Erscheinungsbild
Ein Hund von beeindruckender Schönheit mit gelassener Würde. Alle einzelnen Körperteile sind wohlproportioniert zum Gesamtbild. Kraftvoller Körperbau, frei von Plumpheit oder Grobheit. Die Zusammensetzung von Schädel und Gesicht zeigen vollkommene Ausgewogenheit durch Form, Farbe und Größe, sowie dem Sitz der Augen und der korrekt angesetzten Ohren.

Charakter, Wesen
Von freundlicher Veranlagung, frei von Nervosität und Aggressivität.

Kopf und Schädel
Der Schädel ist flach und wird an den Seiten in einer Linie allmählich schmaler von den Ohren bis zur schwarzen Nase, ohne ausgeprägte Wangenknochen. Betrachtet man den Kopf im Profil, so verlaufen die obere Linie des Schädels und des Vorgesichts parallel und sind gleich lang. Ein leichter Stop ist wahrnehmbar. Der Mittelpunkt zwischen den Augen ist auch gleichzeitig der Mittelpunkt der Kopflänge. Der Fang ist gut abgerundet, stumpf und niemals quadratisch. Der Unterkiefer ist sauber und kräftig geschnitten.

Augen
Mittelgroß, etwas schräg geschnitten, mandelförmig, geben dem Hund den anziehenden Ausdruck. Von dunkelbrauner Farbe, außer bei den Blue-merles, sie haben häufig blau oder blaugefleckte Augen. Intelligenter Ausdruck, mit einem konzentrierten und wachsamen Blick beim Lauschen.

Ohren
Relativ klein, in nicht zu nahem, aber auch nicht zu weitem Abstand voneinander angesetzt. Bei Aufmerksamkeit werden die Ohren nach vorne gebracht und halb aufrecht getragen, zwei Drittel des Ohres stehen aufrecht, das obere Drittel ist leicht nach vorne geknickt. In der Ruhe sind die Ohren zurückgelegt.

Gebiss
Die Zähne haben eine gute Größe. Der Kiefer ist kräftig mit einem perfekten und vollständigen Scherengebiss, die obere Schneidezahnreihe greift lückenlos über die untere. Die Zähne sitzen senkrecht im Kiefer.

Hals
Kräftig, muskulös, von guter Länge und Wölbung

Gebäude
Tiefe Brust, hinter der Schulter recht breit. Der Rücken ist fest mit leichter Wölbung über der Lendengegend. Die Rippen sind gut gewölbt, der Körper ist im Verhältnis zur Schulterhöhe etwas länger.

Vorhand
Die Schultern stehen schräg und sind gut gewinkelt. Gerade und kräftige Vorderläufe, die Ellbogen drehen weder nach innen noch nach außen, mittel starke, runde Knochen.

Hinterhand
Oberschenkel muskulös, unterhalb der gut gewinkelten Kniegelenke sind die Hinterläufe trocken und sehnig, die Sprunggelenke sind kräftig und tief angesetzt.

Pfoten
Oval mit gewölbten und dicht beieinander stehenden Zehen. Sohlen sind gut gepolstert. Die Hinterpfoten sind etwas weniger gewölbt.

Rute
Lang, geht mindestes bis zu den Sprunggelenken Wird in der Ruhe mit nur leicht angehobener Spitze getragen, im Erregungszustand wird sie höher getragen, jedoch nie über dem Rücken.

Haarkleid
Sehr dicht mit glattem Deckhaar, die Unterwolle ist ebenfalls sehr dicht, weich und pelzig. Üppige Mähne und Halskrause, dagegen sind Maske und Gesicht nur kurz und glatt behaart, die Ohren an den Spitzen ebenfalls mit kurzer Behaarung, am Ansatz mehr Haar, Vorderläufe gut behaart, Hinterläufe über den Sprunggelenken ebenfalls gut behaart, unterhalb allerdings kurzhaarig. Rute ausgesprochen üppig behaart.

.Farbe
Drei Farben sind anerkannt: Sable/White, Tricolour und Blue-merle.

Sable: Alle Schattierungen zwischen hellem Gold bis zu kräftigem Mahagoni. Cremefarbe oder helle Strohfarbe ist nicht erwünscht.

Tricolour: Überwiegend schwarz mit kräftigen, braunen Abzeichen am Kopf und den Läufen. Im Deckhaar ist ein Rostschimmer nicht erwünscht.

Blue-merle: Überwiegend klares, silbernes Blau, mit schwarz gesprenkelt oder marmoriert. Braune Abzeichen sind gewünscht, große schwarze Flecken, schiefergraue Farbe oder ein Anflug von Rost sind hingegen unerwünscht.

Bei allen drei Färbungen sind weiße Abzeichen in Form von einer weißen Halskrause, einer weißen Brust, weißen Läufen oder Pfoten, sowie eine weiße Rutenspitze von Vorteil. Eine Blesse im Vorgesicht oder am Schädel kann ebenfalls vorhanden sein. 

Größe
Rüden 56 bis 61 cm, Hündinnen 51 bis 56 cm.

Fehler
Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten sollte als Fehler angesehen werden, dessen Schwere bei der Beurteilung im genauen Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte.

Anmerkung
Rüden sollten zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Hodensack befinden.



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