Collie

Collie (Herden - und Treibhund)

Familie: Hundeartige (Canidae)
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Klasse: Säugetiere (Mammalia)

Autor: Ulrike Bernauer
Mail: u.bernauer@gmx.de

Dokument: UB 00004H

Alle Fotos: Verena Scholze

ausschließliche Nutzungsrechte an Text und Bildern: Matthias Zimmermann

► mehr Hunde

FCI - Standard Nr. 148


Geschichte und Herkunft:
Offiziell heißt die Rasse Rough coated Collie, also zu Deutsch „Rauhaar-Collie“, was aber auf den Langhaar-Collie in keiner Weise zutrifft. Denn er ist nicht rauhaarig, sondern er besitzt ein echtes Langhaarfell mit langem, schlichten Deckhaar  und einer darunter liegenden, dichten Wolle. Aber sein Name verrät schon ein bisschen über seine Herkunft, ursprünglich war auch er ein Hütehund, der vermutlich aus Schottland stammt, wo er zum Schafe- oder Rinderhüten eingesetzt wurde. Über die Herkunft des Namens „Collie“ gibt es auch keine gesicherten Erkenntnisse, von vielen wird aber vermutet, dass er seinen Namen von einer Schafrasse, die er hütete, geerbt hat, einer Schafrasse, die ein kohlschwarzes Gesicht, also collied, aufweist. Diese Schafe wurden früher in Schottland „Colleys“ genannt und es war früher in England recht üblich, Hunde nach der Art ihrer Tätigkeit zu benennen, als könnte ein Colley-dog ein Hund gewesen sein, der eben diese Colleys hütete. Ebenso unklar wie der Name des Hundes ist auch seine Herkunft. Es lässt sich nur gesichert sagen, dass er zu den Schäferhunden gehörte und seine Hauptaufgabe war das Hüten der Schafe. Also richtete die frühere Züchtung ihr Hauptaugenmerk auch weniger auf das Aussehen des Hundes, als vielmehr auf die Eigenschaften, wie Leistungsfähigkeit, Ausdauer, Genügsamkeit, Klugheit und einem Körperbau und Fell, das mit den rauen klimatischen Gegebenheiten fertig wurde. Demzufolge lebte im schottischen Hochland ein kleinerer und beweglicherer Hund, als im Tiefland, wo größere Hunde die Rinder hüteten. 1871 fiel auf einer Ausstellung in Newcastle-on-Tyne der Rüde „Old Cockie“ auf, der als einer der Stammväter des heutigen Collies gilt. Drei Zuchtlinien gab es in der Folge,  die eine verfolgte mit „Old Cockie“ den Typ dunkelsable mit Weiß, die zweite mit „Marcus“ den fast schwarzen Typ und „Trefoil“ war der Stammvater des dreifarbigen Typs, Tricolor. Da Königin Victoria auch zu den Liebhaberinnen des Collies gehörte und auch einige Exemplare besaß, kam die Züchtung nun so richtig in Schwung. Heute gehört der Collie mit zu den beliebtesten Rassehunden.

Collie 01

Körperbau
Der Collie ist elegant gebaut, er ist ein Hund von großer Schönheit. Mit seiner Eleganz kombiniert er einen intelligenten Gesichtsausdruck mit einem schmalen Schädel. Er besitzt dickes wolliges Fell, das ihn vor den Unbilden des Wetters schützt. Er ist ein geschmeidiger, aktiver Hund mit einer Körperhöhe von 56 bis 61 cm bei Rüden und einem Gewicht von 25 bis 30 Kilo, wobei die Hündinnen mit 51 bis 56 cm und einem Gewicht von 18 bis 25 Kilo deutlich kleiner und leichter sind. Der Kopf ist im Verhältnis zu anderen Hunden sehr schmal, er hat intelligente, sanfte Augen und stehende, kleine Ohren, die an der Spitze vorne überkippen. Die Rute ist lang und in der Regel auch buschig, also mit dichtem Fell besetzt.

Collie 02

Fell
Das Fell ist dicht mit langem, straffem Deckhaar und pelzigem Unterhaar mit üppiger Mähne und Halskrause, das Fell im Gesicht ist hingegen glatt und kurz. Den Langhaar-Collie gibt es in drei anerkannten Farbvarietäten, in Sable/White (sandfarbig mit weiß), Tricolour (überwiegend schwarz-weiß mit braun)  und Bluemerle (silbriges Blau). Als Sonderform gibt es noch den weißen Collie mit einem typisch bunten Colliekopf und nach der Halskrause mit einem überwiegend weißen Haarkleid, der allerdings in der ursprünglichen Rassebeschreibung nicht auftaucht.

Pflege
Das Fell des Collies sollte einmal wöchentlich gründlich gekämmt werden, wobei die dichter behaarten Partien wie die Halskrause besonders gründlich auf Kletten untersucht werden sollten. Während des Fellwechsels kann es sinnvoll sein, den Hund auch täglich zu bürsten.

Collie 03

Wesen
Der Collie gilt als einer der treuesten und intelligentesten Rassenhunde der Welt. Er kann bei ausreichend Training erstaunlich viele Worte verstehen und handelt, wenn er kann und darf oft selbständig. Er hat einen liebenswürdigen Charakter ist verspielt mit Sinn für Humor und hat eine große Beobachtungsgabe. Er ist in der Regel verträglich mit anderen Hunden und meist auch mit anderen Tieren, wie Katzen und Vögeln. Wird er von klein auf an Kinder gewöhnt, so ist er ihnen ein guter Spielkamerad und betreut sie aufmerksam. Wobei er schon auch zwischen den Kindern „seiner“ Familie und fremden Kindern unterscheidet, ihm unbekannte Kinder sollten ihm sozusagen als Freunde der Familie vorgestellt werden. Ansonsten ist er ein unkomplizierter Hund, der hauptsächlich zwei Interessen hat, er will in seiner Familie leben und er will viel Auslauf.

Collie 04

Haltung
Der Collie, als ehemaliger Schäfer- und Hütehund mit beträchtlicher Intelligenz lernt relativ schnell. Er benötigt allerdings eine enge Bindung an seinen Herrn oder seine Familie. Je mehr man sich mit dem Hund befasst und sich auf ihn einlässt, je intensiver man ihn am Anfang erzieht, umso schneller wird der Hund den Mensch „verstehen“. Der Collie neigt zu einer gewissen Bellfreudigkeit, die man ihm gleich zu Beginn abgewöhnen sollte, um Stress mit Nachbarn zu vermeiden. Da er aber sehr lernbegierig ist, wird es einem Halter, der sich bei der Erziehung seines Collies Zeit lässt, auch möglich sein, diese wohl meist unerwünschte Eigenschaft abzutrainieren. Der Collie sollte auch von klein auf an Fremde gewöhnt werden, er wird dann auch weiterhin freundlich mit ihnen umgehen. Ansonsten kann er bei Fremden, die das Grundstück betreten wollen, unangenehm werden. Sein natürlicher Schutzinstinkt ist noch in ausreichendem Maße vorhanden. Ansonsten beweist er aber im Umgang mit anderen Hunden und auch anderen kleinen Tieren viel Geduld und er geht meist liebevoll mit anderen Tieren um. Der Collie benötigt ausreichend Auslauf, ab und zu Gassi gehen reicht ihm nicht. Er möchte am liebsten unangeleint laufen und spielen, auch mögen die meisten Collies Apportieren und Ballspiele, in Hundesportarten sind sie ausgesprochen gut.

Collie 05

Aufzucht
Der Collie lernt sehr schnell. Er kann sich aber auch gerade deswegen schnell langweilen, Drill und Zwang ist nicht seine Sache, er kann dann stur werden. Deshalb sollte die Erziehung eher spielerisch vonstatten gehen. Er reagiert auch sehr empfindlich auf die menschliche Stimme, Anschreien oder Brüllen ist oft kontraproduktiv. Mit einer festen, strengen Stimme und einer konsequenten Haltung kommt man beim Collie weiter. An Kinder sollte er von klein auf gewöhnt werden, vor allen Dingen an Fremde. Der Collie ist ein Familienhund, er benötigt viel Liebe und Verständnis und sollte auch nicht zu viel alleingelassen werden. Sein Platz ist im Haus, im Zwinger verkümmert er.

Collie 06



Alle gezeigten Texte und Bilder unterliegen dem deutschen Urheberrecht. Eine Kopie oder Nutzung ausserhalb des Natur-lexikon.com ist nur nach ausdrücklicher Genehmigung des Autors / Fotografen gestattet. Eine Einbindung der Bilder in fremde Webseiten ist grundsätzlich nicht gestattet. Die gezeigten Inhalte dienen der Weiterbildung.

Collie

Natur-Lexikon.com