Dackel

Dackel:
Kurzhaar-Dackel, Langhaar-Dackel und Rauhhaar-Dackel

Teckel oder Dachshunde
Familie: Hundeartige (Canidae)
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Klasse: Säugetiere (Mammalia)

Autor: Ulrike Bernauer
Mail: u.bernauer@gmx.de

Dokument: UB 00003H

Alle Fotos: Verena Scholze

ausschließliche Nutzungsrechte an Text und Bildern: Matthias Zimmermann

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FCI - Standard Nr. 148


Geschichte und Herkunft:
Der Dackel gehört zu den kurzläufigen Zwerghunden, Abbildungen über solche Hunde findet man schon in altägyptischen Gräbern oder auf Zeichnungen aus vorkolumbianischer Zeit. Man kann davon ausgehen, dass es dackelähnliche Hunde, also mit kurzen, krummen Beinen, schlank und von langem Körperbau und mit einem ausgeprägten Jagdtrieb schon seit dem Mittelalter in Deutschland gibt. Um das Jahr 1560 bereits werden Hunde in einem Hundebuch erwähnt, die für die Jagd in Dachs- oder Fuchsbauten trainiert werden. Im ersten deutschen Hundestammbuch von 1840 waren 54 Dackel eingetragen, die ersten Rassekennzeichen wurden 1879 aufgestellt und der Deutsche Teckelklub wurde 1888 von Klaus Graf Hahn und E. Ilgner gegründet. Maßgebliche Züchter für den Dackel, so wie wir ihn heute kennen, waren W. v. Daake aus Osterode, der 1868 mit seiner Zucht begann und sich dem roten Schlag verschrieb und kräftige Jagdhunde züchtete, sowie Revierförster Steck in Schorndorf, der einen schwarz-roten Dackel züchtete. Aus der Kreuzung dieser beiden Zuchtlinien entstand im Wesentlichen der uns heute bekannte Dackeltyp. Dackel werden schon seit einigen Jahrzehnten in drei verschiedenen Haarvarietäten gezüchtet, Langhaar, Kurzhaar und Rauhhaar, sowie in drei verschiedenen Größen, Dackel, Zwergdackel und Kaninchendackel. Waren früher in Deutschland eher Kurzhaardackel beliebt, so hat sich dieser Trend inzwischen umgekehrt, die Züchtungen verzeichnen am häufigsten Rauhhaardackel, an zweiter Stelle stehen zahlenmäßig die Langhaardackel und an letzter Stelle folgt der Kurzhaardackel. Eine Erklärung für diesen Trend wäre, dass die Verwendung des Dackels als Jagdhund stark abgenommen und der Dackel in die Familien Einzug gehalten hat.

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Körperbau
Der Dackel hat eine kurzbeinige, niedrige Gestalt mit einem lang gestreckten, schmalen, aber dennoch muskulösen Körper. Seine Größe wird nicht wie bei anderen Hunderassen mit der Widerristhöhe angegeben, sondern nach Gewicht und Brustumfang bemessen. Bei einem Gewicht von mehr als 7 kg für einen Rüden und 6,5 kg für einen Hündin und einem Brustumfang von mehr als 35 cm spricht man von einem Dackel, Zwergdackel haben einen Brustumfang von 30 bis 35 cm und ein Körpergewicht von 3,5 bis 4 kg, Kaninchendackel haben einen Brustumfang von weniger als 30 cm und ein entsprechend geringeres Körpergewicht. Die Angaben gelten für Hunde, die älter als 15 Monate sind. Ansonsten besticht der Dackel durch seinen kecken Gesichtsausdruck und seine aufmerksame und gleichzeitig herausfordernde Kopfhaltung. Der Körperbau unterscheidet sich bei allen drei Dackelsorten, Kurzhaar-, Langhaar- und Rauhhaar-Dackel nicht, wesentliches Unterscheidungsmerkmal ist das Fell.

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Fell Kurzhaar-Dackel
Das Fell des Kurzhaardackels, vermutlich die ursprüngliche, klassische Haarart, ist kurz und dicht glänzend, fest und hart und glatt anliegend. Bei den Farben dominieren Rot und Schwarzloh, es gibt allerdings auch getigerte oder schokoladenbraune Fellvariationen, die allerdings recht selten auftreten.

Pflege Kurzhaar-Dackel
Das Fell eines Kurzhaardackels benötigt relativ wenig Pflege, man sollte gelegentlich mit einer Bürste die toten Haare entfernen. Ab und zu müssen die Krallen geschnitten und der Gehörgang muss sauber gehalten werden.

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Fell Langhaar-Dackel
Der Langhaar-Dackel hat ein glänzendes und weiches Fell, das sich von vorne nach hinten verlängert und an der Rute die längsten Haare aufweist, weshalb man hier auch von einer Fahne spricht. Die Kopf- oder „Gesichtsbehaarung“ ist jedoch wie bei den anderen zwei Dackelarten kurz. Es gibt einfarbige, von rot über rotgelb bis gelb, zweifarbige, tiefschwarz oder braun mit rostbraunen oder gelben Abzeichen und auch diese Art hat getigerte und gestromte Exemplare zu verzeichnen, die allerdings selten vorkommen.

Pflege Langhaardackel
Ab und zu mal bürsten, besonders an den Stellen, an denen sich im Fell kleine Knötchen bilden. Auch die Krallen sollten gelegentlich geschnitten werden, damit sie nicht zu lang werden, ebenso wie die Haare zwischen den Fußballen.

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Fell Rauhhaar-Dackel
Das Fell des Rauhhaar-Dackels ist kurz, eng anliegend und drahtig und hat eine gute, dichte Unterwolle, die den ganzen Körper, bis auf den Fang und die Augenbrauen überzieht. Die Rute ist eng anliegend und gleichmäßig behaart. Die Haarfarbe ist meist eine Wildfarbe, seltener kommen schwarz-lohfarbene Exemplare vor, es gibt auch einzelne rote und braune Artgenossen.

Pflege Rauhhaar-Dackel
Rauhhaar-Dackel sollten zweimal jährlich getrimmt werden, damit vor allem das Haar auf dem Kopf nicht zu lang wird. Auch bei ihm müssen zu lange Haare zwischen den Fußballen geschnitten werden.

Wesen
Bekannt ist der Dackel für seine Dickköpfigkeit und seinen Eigensinn. Diese Charaktereigenschaft ist vermutlich ein Ergebnis der langen Züchtung. Der Dackel war und ist auch heute noch ein Jagdhund, der besonders auch für die Jagd in einem Bau, sei es ein Fuchs- oder Dachsbau, gezüchtet wurde. Unter der Erde war und ist der Hund auf sich alleine gestellt, und ohne seine Beharrlichkeit, Selbständigkeit und Furchtlosigkeit könnte er keinen Erfolg bei der Jagd haben. Diese bei der Jagd erwünschten Eigenschaften können den Umgang mit dem Hund manchmal etwas schwierig machen, auf der anderen Seite baut gerade der Dackel eine sehr intensive Beziehung zu „seinem“ Menschen oder „seiner“ Familie auf. Er besticht auch mit seiner Intelligenz, seiner Lebendigkeit, und seiner Neugier, man sagt ihm auch einen „Sinn für Humor“ nach. Mit Fremden hat der Dackel allerdings nicht viel am Hut, diesen tritt er erst einmal mit einer gehörigen Portion Zurückhaltung entgegen, deshalb eignet er sich trotz seiner geringen Größe auch als Wachhund.

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Haltung
Der Dackel benötigt viel Bewegung und Auslauf, um zu Kondition zu kommen. Und auch um nicht zu viel Gewicht zuzulegen, da er ein ausgesprochener Feinschmecker ist. Und ein dicker Dackel bekommt leicht ernsthafte Rückenprobleme, da er in seinen Proportionen, besonders mit seiner relativen Körperlänge sowieso schon an einer anatomischen Grenze angelangt ist. Ansonsten eignet er sich gut als Familienhund, wenn er schon frühzeitig mit Kindern in guten Kontakt kommt, ist er ein wunderbarer Spielkamerad. Aufgrund seines eigensinnigen Charakters benötigt er aber dennoch eine starke und konsequente Hand, Unentschiedenheit und eine zu weiche Hand würde er sofort ausnutzen. Mit anderen Hunden kommt er meist gut zurecht, wenn er nicht zu übermütig wird und sich mit anderen Hunden anlegt, dann allerdings vorzugsweise mit den großen Rassen. Für die Jagd wird der Dackel auch heute noch eingesetzt, hier eignet er sich ganz besonders für die Jagd im Bau auf Dachs oder Fuchs, für die Stöberarbeit bei Drückjagden oder auch auf der Schweißfährte von krankem Wild.

Aufzucht
Wie schon vorher angesprochen, benötigt der Dackel eine konsequente Hand und dies ganz besonders bei der Erziehung des jungen Hundes. Da Dackel aber in der Regel auch sehr intelligente Hunde sind, kann man ihnen mit viel Geduld und liebevoller Konsequenz einiges beibringen. Gewöhnt man sie schon in früher Jugend an den Umgang mit Katzen, so können diese beiden Tierarten gut miteinander auskommen.

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