Golden Retriever

Golden Retriever

Apportierhunde
Familie: Hundeartige (Canidae)
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Klasse: Säugetiere (Mammalia)

Autor: Ulrike Bernauer
Mail: u.bernauer@gmx.de

Dokument: UB 00001H

Alle Fotos: Tierfotoagentur

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Geschichte
Der Name Retriever wurde  schon früher ganz allgemein für Hunde mit einer bestimmten Eigenschaft verwendet, bevor es die Rasse selber gab. „To retrieve“ heißt übersetzt „Auffinden, herbringen“, ein Retriever war also ein Hund, der das geschossene Wild, in der Regel das geschossene Federvieh aufstöberte und herbeibrachte. Auf das Aussehen und die Rasse der Hunde legte man ursprünglich keinen besonderen Wert, einzig die erwähnte Eigenschaft war wichtig. In England, das sich in der Züchtung von verschiedenen Typen von Jagdhunden hervortat, verwandte man vermutlich für die Züchtung den Neufundländer oder Labrador, der gleichzeitig auch ein guter Wasserhund war, wichtig für das Apportieren von Wasserflugwild.

Seitenansicht Golden Retriever

Herkunft
Die Rasse ist noch relativ jung und stammt aus dem England des späten 19. Jahrhundert. Züchter war der Lord of Tweedmouth, dessen gelber wellhaariger Rüde „Nous“ mit der Hündin „Belle“, einem Tweed Waterspaniel, einer Rasse, die heute nicht mehr existiert, gepaart wurde. Aus dieser Paarung gingen vier gelbe Welpen hervor, „Crocus“, „Cowslip“, „Ada“ und „Primrose“. Aus dieser Zuchtlinie entstammen die Golden Retriever, so wie wir sie heute kennen. Der im Jahre 1873 gegründete Kennel Club erkannte den Golden Retriever im Jahre 1913 als eigenständige Rasse an. In den folgenden Jahren gewann der Golden Retriever schnell an Popularität, einzig im 1. Weltkrieg erlebte die Züchtung einen starken Einbruch. Im Jahre 1962 wurde der erste Wurf von Golden Retrievern ins Sammelzuchtbuch des VDH eingetragen, seit diesem Zeitpunkt erfreut sich der Golden Retriever auch in Deutschland wachsender Beliebtheit. Er gehört heute mit zu den beliebtesten und häufigsten Rassehunden nach den Welpenstatistiken der Zuchtverbände.

Körperbau
Der Golden Retriever besitzt einen harmonischen Körperbau, er gehört zu den mittelgroßen Hunderassen. Die Rüden haben in der Regel einen Schulterhöhe zwischen 56 und 61 cm, die Hündinnen sind mit 51 bis 56 etwas kleiner. Der Brustkorb ist tief, die Lenden sind kräftig, muskulös und kurz. Der Kopf ist wohlproportioniert mit einem breiten Schädel, der allerdings nicht grob wirkt. Die Augen sind dunkelbraun, mit dunklen Lidrändern.

Fell
Das Fell kann Schattierungen von gold bis cremefarben annehmen, erlaubt ist ein kleines, weißes Abzeichen auf der Brust. Es kann glatt oder wellig sein und ist mit Wasser abstoßender Unterwolle versehen.

Frontansicht Golden Retriever

Wesen
Der Golden Retriever ist wegen seines freundlichen und verträglichen Wesens als Familienhund sehr beliebt. Seinen Charakter kann man mit lieb, intelligent, sozial und gefühlvoll bezeichnen. Er ist sehr auf den Menschen fixiert, ein ruhiger Hund mit einem guten Gedächtnis und einem großen Anpassungsvermögen. Er benötigt allerdings auch sehr viel Bewegung und Auslauf, dies sollte man bei der Auswahl des Golden Retriever als Familienhund vorher in Betracht ziehen. Als Wachhund eignet sich der Golden Retriever in der Regel nicht, sein Schutztrieb ist im Vergleich zu anderen Rassen nur sehr schwach entwickelt, Gäste, auch ungebetene, werden in der Regel freudig begrüßt und nicht verbellt.

Haltung
Als sehr anlehnungsbedürftiger Hund mit einem ausgeglichenen, zutraulichen und  liebenswürdigen Wesen sollte er einen Platz in der Familie haben, für eine Zwingerhaltung eignet er sich auf Grund seiner freundlichen Wesensart und auch auf Grund seines schwach entwickelten Schutztriebes nicht. Golden Retriever benötigen viel Bewegung und Auslauf, ist der Hund ausgewachsen, kann man ihn gut neben dem Fahrrad laufen lassen. Da er mit einer natürlichen Anlage zur Arbeit ausgestattet ist, sollte man sich für den Hund eine Beschäftigungsmöglichkeit ausdenken, die über das normale Spazierengehen hinausgeht, er liebt in der Regel das Schwimmen und auch das Apportieren.  Ein abwechslungsreiches Training, wie zum Beispiel ein Gehorsamkeits- oder Bewegungskurs kommt seiner Intelligenz entgegen, werden die Hunde unterfordert, können sie sich unerwünschte Verhaltensweisen angewöhnen. Nasskalte Wetterverhältnisse machen dem Golden Retriever nichts aus, seine Wasserverträglichkeit prädestiniert ihn für die Jagd, für die er ursprünglich auch gezüchtet wurde, zu große Hitze verträgt er allerdings nicht so gut. Er ist meist nicht wildscharf, aber auch dieser v erträgliche Hund kann bei mangelnder Erziehung zum Streunen und Wildern neigen. Auch aus diesem Grund sollte der Hund zwar mit viel Einfühlungsvermögen, aber auch mit der nötigen Konsequenz erzogen werden.

Aufzucht
Die Aufzucht eines Golden Retriever ist unproblematisch, da er nicht nur schnell lernt, sondern auch das Gelernte meist ein Leben lang behält. Da die Hunde sehr gefühlvoll und empfindsam sind, dürfen sie nicht mit harter Hand aufgezogen werden.

Der Standard des Golden Retriever

Herausgegeben vom englischen Kennel Club

Rassestandard

FCI – Standard Nr. 111 / 29.01.1999 / D Ursprungsland :Großbritannien

Allgemeines Erscheinungsbild
Kraftvoll gebaut, harmonisches Erscheinungsbild, lebhaft, ausgeglichen in der Bewegung, mit freundlichem Ausdruck, trotzdem kernig

Charakter, Wesen
Mit natürlicher Anlage zum Arbeiten, starker Wille zum Gehorsam, intelligent, liebenswürdig, freundlich und zutraulich

Kopf und Schädel
Kopf insgesamt wohlgeformt und wohlproportioniert, dabei mit breitem, aber nicht groben Oberkopf, gut auf dem Hals sitzend, deutlich ausgeprägter Stop. Nasenschwamm vorzugsweise schwarz, der Fang ist kräftig, breit und tief.

Augen
Dunkelbraun mit dunklen Lidrändern, weit auseinander angesetzt

Behang
In Höhe der Augen angesetzt, mittelgroß

Gebiss
Ausgestattet mit einem kräftigen Kiefer mit einem perfekten und vollständigen Scherengebiss, die Zähne stehen senkrecht im Kiefer, die oberen Schneidezähne greifen ohne Zwischenraum über die unteren Schneidezähne.

Hals
Trocken, muskulös und von guter Länge

Gebäude
Tiefer Brustkorb mit tief und gut gewölbten Rippen. Der Rücken bildet eine gerade, obere Linie, kräftige und muskulöse Lendenpartie.

Vorhand
Gerade, kräftige Knochen mit einem gut zurückliegenden, langen Schulterblatt. Läufe sind gut unter den Rumpf gestellt, da der Oberarm gleich lang wie das Schulterblatt ist. Der Ellbogen ist gut anliegend.

Hinterhand
Die Läufe sind kräftig und muskulös mit gut gewinkelten Kniegelenken, die Sprunggelenke sind gerade und nicht ein- oder ausgedreht. Kuhhessigkeit ist in höchstem Grade unerwünscht.

Pfoten
Rund, ähneln Katzenpfoten.

Rute
Angesetzt in der Höhe der Rückenlinie, reicht bis zu den Sprunggelenken.

Gangart/Bewegung
Kraftvoll, in der Vorder- und Hinterhand gerade und parallel mit freiem und ausgreifendem Vortritt, ohne Hochheben der Hinterläufe

Haarkleid
Glatt oder wellig, jedoch nicht gelockt, mit guter Befederung und dichter, wasserabstoßender Unterwolle.

Farbe
Gold- bis cremefarben, aber nicht rötlich, ein kleiner weißer Fleck an der Brust ist erlaubt.

Größe
Ideale Schulterhöhe: Rüden 56-61 cm, Hündinnen 51-56 cm

Fehler
Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten sollte als Fehler angesehen werden, dessen Gewichtung in genauem Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte.

Anmerkung
Rüden sollten zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Skrotum befinden.



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