Golden Retriever

Golden Retriever
Apportierhunde

Familie: Hundeartige (Canidae)
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Klasse: Säugetiere (Mammalia)

Autor: Ulrike Bernauer
Mail: u.bernauer@gmx.de

Dokument: UB 00001H

ausschließliche Nutzungsrechte an Text und Bildern: Matthias Zimmermann

Alle Fotos: Verena Scholze

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FCI-Standard Nr.243 Gruppe 5


Geschichte
Der Name Retriever wurde  schon früher ganz allgemein für Hunde mit einer bestimmten Eigenschaft verwendet, bevor es die Rasse selber gab. „To retrieve“ heißt übersetzt „Auffinden, herbringen“, ein Retriever war also ein Hund, der das geschossene Wild, in der Regel das geschossene Federvieh aufstöberte und herbeibrachte. Auf das Aussehen und die Rasse der Hunde legte man ursprünglich keinen besonderen Wert, einzig die erwähnte Eigenschaft war wichtig. In England, das sich in der Züchtung von verschiedenen Typen von Jagdhunden hervortat, verwandte man vermutlich für die Züchtung den Neufundländer oder Labrador, der gleichzeitig auch ein guter Wasserhund war, wichtig für das Apportieren von Wasserflugwild.

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Herkunft
Die Rasse ist noch relativ jung und stammt aus dem England des späten 19. Jahrhundert. Züchter war der Lord of Tweedmouth, dessen gelber wellhaariger Rüde „Nous“ mit der Hündin „Belle“, einem Tweed Waterspaniel, einer Rasse, die heute nicht mehr existiert, gepaart wurde. Aus dieser Paarung gingen vier gelbe Welpen hervor, „Crocus“, „Cowslip“, „Ada“ und „Primrose“. Aus dieser Zuchtlinie entstammen die Golden Retriever, so wie wir sie heute kennen. Der im Jahre 1873 gegründete Kennel Club erkannte den Golden Retriever im Jahre 1913 als eigenständige Rasse an. In den folgenden Jahren gewann der Golden Retriever schnell an Popularität, einzig im 1. Weltkrieg erlebte die Züchtung einen starken Einbruch. Im Jahre 1962 wurde der erste Wurf von Golden Retrievern ins Sammelzuchtbuch des VDH eingetragen, seit diesem Zeitpunkt erfreut sich der Golden Retriever auch in Deutschland wachsender Beliebtheit. Er gehört heute mit zu den beliebtesten und häufigsten Rassehunden nach den Welpenstatistiken der Zuchtverbände.

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Körperbau
Der Golden Retriever besitzt einen harmonischen Körperbau, er gehört zu den mittelgroßen Hunderassen. Die Rüden haben in der Regel einen Schulterhöhe zwischen 56 und 61 cm, die Hündinnen sind mit 51 bis 56 etwas kleiner. Der Brustkorb ist tief, die Lenden sind kräftig, muskulös und kurz. Der Kopf ist wohlproportioniert mit einem breiten Schädel, der allerdings nicht grob wirkt. Die Augen sind dunkelbraun, mit dunklen Lidrändern.

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Fell
Das Fell kann Schattierungen von gold bis cremefarben annehmen, erlaubt ist ein kleines, weißes Abzeichen auf der Brust. Es kann glatt oder wellig sein und ist mit Wasser abstoßender Unterwolle versehen.

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Wesen
Der Golden Retriever ist wegen seines freundlichen und verträglichen Wesens als Familienhund sehr beliebt. Seinen Charakter kann man mit lieb, intelligent, sozial und gefühlvoll bezeichnen. Er ist sehr auf den Menschen fixiert, ein ruhiger Hund mit einem guten Gedächtnis und einem großen Anpassungsvermögen. Er benötigt allerdings auch sehr viel Bewegung und Auslauf, dies sollte man bei der Auswahl des Golden Retriever als Familienhund vorher in Betracht ziehen. Als Wachhund eignet sich der Golden Retriever in der Regel nicht, sein Schutztrieb ist im Vergleich zu anderen Rassen nur sehr schwach entwickelt, Gäste, auch ungebetene, werden in der Regel freudig begrüßt und nicht verbellt.

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Haltung
Als sehr anlehnungsbedürftiger Hund mit einem ausgeglichenen, zutraulichen und  liebenswürdigen Wesen sollte er einen Platz in der Familie haben, für eine Zwingerhaltung eignet er sich auf Grund seiner freundlichen Wesensart und auch auf Grund seines schwach entwickelten Schutztriebes nicht. Golden Retriever benötigen viel Bewegung und Auslauf, ist der Hund ausgewachsen, kann man ihn gut neben dem Fahrrad laufen lassen. Da er mit einer natürlichen Anlage zur Arbeit ausgestattet ist, sollte man sich für den Hund eine Beschäftigungsmöglichkeit ausdenken, die über das normale Spazierengehen hinausgeht, er liebt in der Regel das Schwimmen und auch das Apportieren.  

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Ein abwechslungsreiches Training, wie zum Beispiel ein Gehorsamkeits- oder Bewegungskurs kommt seiner Intelligenz entgegen, werden die Hunde unterfordert, können sie sich unerwünschte Verhaltensweisen angewöhnen. Nasskalte Wetterverhältnisse machen dem Golden Retriever nichts aus, seine Wasserverträglichkeit prädestiniert ihn für die Jagd, für die er ursprünglich auch gezüchtet wurde, zu große Hitze verträgt er allerdings nicht so gut. Er ist meist nicht wildscharf, aber auch dieser v erträgliche Hund kann bei mangelnder Erziehung zum Streunen und Wildern neigen. Auch aus diesem Grund sollte der Hund zwar mit viel Einfühlungsvermögen, aber auch mit der nötigen Konsequenz erzogen werden.

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Aufzucht
Die Aufzucht eines Golden Retriever ist unproblematisch, da er nicht nur schnell lernt, sondern auch das Gelernte meist ein Leben lang behält. Da die Hunde sehr gefühlvoll und empfindsam sind, dürfen sie nicht mit harter Hand aufgezogen werden.

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